Die Schweiz und Italien kämpfen um dieses Fussball-Juwel
Alessandro Romano war gleich in seinem ersten Spiel für Cagliari entscheidend. Der 20-jährige Mittelfeldspieler wechselte diesen Sommer auf Leihbasis mit Kaufpflicht von der AS Roma nach Sardinien. Am Samstag erzielte er auswärts in Parma ein Traumtor – das einzige der Partie. Und das vor den Augen von Roberto Mancini. Der italienische Nationaltrainer war eigens nach Parma gereist, um die jungen Talente des italienischen Fussballs zu beobachten. Und Alessandro Romano gehört eindeutig dazu.
Der moderne Linksfüsser im Mittelfeld zeichnet sich durch seine technischen Fertigkeiten, seine Spielübersicht und seine Fähigkeit aus, gegnerische Linien zu überspielen. Ausgebildet wurde er als Regisseur, also als tief stehender Spielmacher. Er kann aber auch weiter vorne agieren, weil er sich immer wieder in die Offensive einschaltet, in die letzten 30 Meter vorstösst und aus der Distanz abschliessen kann. Sein Treffer gegen Parma am Wochenende zeigte das eindrücklich.
Diese Qualitäten könnten bald auch auf internationaler Ebene Interesse wecken. Alessandro Romano stammt aus einer italienischen Familie und besitzt den Pass des Landes seiner Eltern. Er ist aber auch Schweizer, im Kanton Zürich geboren und dort aufgewachsen. Seine gesamte bisherige internationale Laufbahn absolvierte er denn auch mit den Nachwuchsauswahlen der Nati.
Sein Debüt für die U16 gab er am 21. September 2021 ausgerechnet gegen Italien – eine passende Pointe für den Doppelbürger. Danach spielte er für die U17, U18, U19 und zuletzt für die U20. Insgesamt kommt Romano, der mehrere dieser Auswahlen als Captain anführte, auf 34 Einsätze und 5 Tore für die Schweizer Nachwuchsteams. Da er aber noch nie für die A-Nationalmannschaft gespielt hat, kann er sich weiterhin zwischen der Nati und der italienischen Elf entscheiden.
Italien scheint das Talent allerdings sehr genau zu verfolgen. «Für welche Nationalmannschaft wird er sich entscheiden?», fragte die «Gazzetta dello Sport» am Montagmorgen. Die Zeitung widmet dem jungen Talent, das beim FC Winterthur gespielt hatte, bevor es mit nur 16 Jahren in den Nachwuchs der AS Roma wechselte, eine ganze Seite.
Die italienische Sportzeitung erinnert daran, dass Roberto Mancini künftig verstärkt auf junge Spieler setzen will. Sie geht davon aus, dass der Trainer wohl bereits den «Kampf» um dieses «neue Phänomen» eröffnet hat. Die kommenden Wochen könnten deshalb entscheidend werden. Murat Yakin könnte Alessandro Romano für den Zusammenzug Ende September aufbieten. Dann stehen mehrere Spiele gegen Nordmazedonien (zweimal), Schottland und Slowenien auf dem Programm. Sollte Roberto Mancini dasselbe für die Partien der Squadra Azzurra gegen Belgien, die Türkei (zweimal) und Frankreich tun, könnte der junge Doppelbürger schon bald vor einer ebenso prestigeträchtigen wie schwierigen Entscheidung stehen.
