Die 10-Millionen-Initiative geht um die Welt – so wurde im Ausland darüber berichtet
Die Schweiz hat entschieden: Die SVP-Initiative für eine Bevölkerungsbegrenzung auf 10 Millionen wurde abgelehnt. Damit endet ein Abstimmungskampf, der auch international für Schlagzeilen sorgte. Am Sonntag fanden sich auf grossen Portalen im Ausland Meldungen zum Resultat wieder – eine Presseschau.
Deutschland
Vor allem im Nachbarland Deutschland wurde der Abstimmungssonntag in der Schweiz intensiv medial begleitet. Schon die ersten Ergebnisse der Hochrechnungen waren beim «Spiegel» zuoberst auf der Webseite zu finden. Die deutsche Zeitung schreibt von einer «überraschend deutlichen Ablehnung».
Im dazugehörenden Meinungsartikel schreibt der Spiegel, die Schweizer seien entgegen der (deutschen) Auffassung, das Volk sei von komplexen Entscheiden überfordert, durchaus in der Lage, sich nicht von populistischer Angstmacherei verführen zu lassen. Allerdings habe sich mit dem Ergebnis der Abstimmung auch gezeigt, dass das Thema Migration viele Schweizerinnen und Schweizer beschäftige, und dass sie von der Politik Lösungen erwarten.
Auch in der Boulevardzeitung «Bild» wurde, wenn auch mit etwas weniger Gewicht, über den Abstimmungssonntag berichtet. Darin wird eine Raumplanerin zitiert, welche Kritik an der geplanten festen Einwohnergrenze äussert. So seien sogar 16 Millionen kein Problem, wenn die Schweiz richtig plane. «Schon heute entscheidet nicht die Zahl der Menschen über die Lebensqualität, sondern wie wir den Raum nutzen», sagt sie.
Grossbritannien
Auch in Grossbritannien wurden schon die ersten Hochrechnungen zur 10-Millionen-Initiative als Breaking News behandelt. Zwischenzeitlich war ein Bericht auf der Homepage der BBC zuoberst auf der Webseite zu finden. Die Rede war von einer «umstrittenen» Abstimmung.
Dabei habe es die SVP mit ihrem Fokus auf eine Reduktion des Drucks in den Gebieten Verkehr, Wohnen und Umwelt nicht genügend Wähler überzeugen können. Die Gegenargumente – vor allem der Bedarf nach Fachkräften – seien stärker gewesen.
USA
Selbst die grosse «New York Times» thematisierte die 10-Millionen-Initiative. Mit Jim Tankersley, Korrespondent für die DACH-Länder, war gar ein Reporter vor Ort in Bern. Mit dem Nein sei eine der drastischsten Massnahmen, die je ein europäisches Land zur Eindämmung der Zuwanderung ergriffen hätte, abgelehnt worden, schreibt er.
Österreich
Der öffentlich-rechtliche ORF thematisierte die 10-Millionen-Initiative ebenfalls prominent. Die Rede war von einer «brisanten Frage», mit welcher die Bevölkerung konfrontiert wurde – und zu welcher sie schliesslich Nein sagte. ORF mutmasst, dass insbesondere die wirtschaftlichen Nachteile eine entscheidende Rolle gespielt hätten.
(dab/cpf)
