Miss Neuchâtel für 20 Minuten – dann erhielt eine andere die Krone
Die neue Miss Neuchâtel Ruwaiyda Al Hasheme wurde am Sonntagmorgen zusammen mit dem Mister Neuchâtel Gabriel Nyange den Medien präsentiert. Sie sollen nun ein Jahr lang Botschafterin und Botschafter des Winzerfests «Fête des Vendanges» sein. Besonders die neue Miss dürfte zu diesem Zeitpunkt schon eine Achterbahn der Gefühle hinter sich gehabt haben. Und nicht nur sie. Denn zuerst wurde nach der Wahl am Samstagabend eine andere Gewinnerin ausgerufen, wie Arcinfo berichtet.
Es war Aïcha Neves, die zunächst die Krone erhielt. Doch ihre Freude währte nur 20 Minuten. Denn dann fanden die Organisatoren heraus, dass es beim Voting einen technischen Fehler gab. Neves hatte zu diesem Zeitpunkt laut eigenen Angaben schon Interviews gegeben, für Fotos posiert und wollte feiern gehen. «Gestern Abend habe ich den schönsten Moment meines Lebens erlebt, 20 Minuten später die grösste Enttäuschung», sagte die mittlerweile Zweitplatzierte am Sonntagmorgen mit Tränen in den Augen.
Mit diesem Video sammelte Neves Stimmen:
Netzwerkprobleme sorgten für Verzögerungen
Sie verlange keine Krone zurück, die ihr nicht zustehe, erklärt Neves. «Aber ich verlange Erklärungen und Transparenz.» Diese lieferte schliesslich der Präsident des Winzerfests «Fête des Vendanges», Naveen Begni. Demnach setze sich das Voting aus sechs Stimmen zusammen. Drei davon stammen von der Jury, eine vom Organisationskomitee, die Teilnehmenden des Winzerfests konnten via App ebenfalls ihre Stimme abgeben.
Und dann ist da noch das Voting der Zuschauerinnen und Zuschauer der Misswahl selbst. Und die spielten am Samstagabend das Zünglein an der Waage, wie Begni laut «Arcinfo» ausführt. Denn Neves und Hasheme lagen lange gleichauf, weshalb das Publikum entschied. Zunächst schien es, als hätte Neves hier elf Stimmen mehr geholt, weshalb sie zur Siegerin ausgerufen wurde.
Doch das Resultat war noch nicht final. Schuld sei das schlechte Netz am Veranstaltungsort gewesen, erklärt Begni. Dieses habe dazu geführt, dass die Stimmen im System verzögert eingetroffen seien. Und am Ende kippte das Resultat zugunsten Hashemes.
Panne sorgt für Hassbotschaften
Begni entschuldigte sich nochmals bei Neves und erklärte, man werde dafür sorgen, dass ein solcher Fall nicht mehr eintrete. Der Fall schlug auf Social Media offensichtlich hohe Wellen. In einem Post erinnerte die Organisation daran, dass Beleidigungen gegenüber den Gewählten angezeigt würden.
Doch auch die Zweitplatzierte scheint Hassbotschaften zu erhalten. In einem Post schreibt Neves, dass sie einen kleinen Moment Zeit brauche und «bisher nicht den Kopf hatte, euch zu danken und noch weniger, auf eure Hassnachrichten zu antworten». Sie werde aber mit all ihrer ganzen Energie zurückkehren. (vro)
