Schweiz
Verbrechen

Toter nach Schlägerei in Tuggen: Verhafteter ist Teil von Neonazi-Szene

Toter nach Schlägerei in Tuggen: Verhafteter soll Teil von Neonazi-Szene sein

25.10.2026, 09:2925.10.2026, 09:29

Vor einer Woche kam in der Schwyzer Gemeinde Tuggen ein 27-Jähriger bei einer Auseinandersetzung im Lokal Bandits ums Leben. In der Folge wurde ein Mann festgenommen. Wie der «SonntagsBlick» berichtet, ist dieser jahrelanges Mitglied des Neonazi-Netzwerks Blood and Honour. Dies sollen mehrere Quellen bestätigt haben.

ARCHIV - Die vom Landeskriminalamt Baden-Wuerttemberg am 7. Maerz 2006 zur Verfuegung gestellte Aufnahme zeigt sichergestelltes Propagandamaterial der in Deutschland verbotenen rechtsextremistischen V ...
Der Verhaftete soll Teil der Neonazi-Szene sein. (Symbolbild) Bild: AP Landeskriminalamt Baden-Wuerttem

Bei Blood and Honour handelt es sich um ein rechtsextremes Netzwerk, das international tätig ist. Es verbreitet nationalsozialistische Ideologie und koordiniert neonazistische Bands miteinander. In Deutschland ist es seit 2000 verboten, dennoch sind Mitglieder weiterhin aktiv. In der Schweiz sorgte das Netzwerk zuletzt Ende April für Schlagzeilen, als sich knapp 150 Neonazis in Thusis GR versammelten, um bei einem Konzert den Geburtstag von Adolf Hitler zu feiern.

Auch beim Konzert, an welchem sich der tödliche Vorfall in Tuggen ereignete, sollen mehrere Personen mit rechtsextremen Motiven aufgefallen sein. Der «SonntagsBlick» schreibt, dass eine Gruppe Neonazis Hitlergrüsse gezeigt und andere Gäste angerempelt haben soll. Zudem sollen sie den DJ aufgefordert haben, einen Song der rechtsextremen Band Landser aufzulegen. Diesem Wunsch kam der DJ nach. Als andere Besucher aufgrund der Provokationen einschreiten wollten, eskalierte die Situation. Dabei wurde ein 27-Jähriger mit einem Faustschlag getroffen. Die Rega flog ihn daraufhin ins Spital, wo er wenig später verstarb.

Der Tatverdächtige wurde nicht einmal 24 Stunden später von der Kantonspolizei Schwyz festgenommen. Der «SonntagsBlick» meldet nun, dass das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Schwyz Untersuchungshaft für mindestens drei Monate angeordnet hat. Es läuft eine Ermittlung wegen vorsätzlicher Tötung.

Die Staatsanwaltschaft hat einen Bezug des Verdächtigen zum Neonazi-Netzwerk bislang nicht bestätigt. Die politischen Hintergründe der involvierten Personen seien Teil der laufenden Ermittlungen, heisst es. Allerdings meldete die Staatsanwaltschaft, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen fünf bis zehn Personen gekommen sei – «mutmasslich deshalb, weil mehrere der anwesenden Personen den Hitlergruss gezeigt haben». Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es der erste öffentlich bekannte Todesfall durch rechtsextreme Gewalt in der Schweiz seit Jahrzehnten. (dab)

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