Gegendemo stört «Marsch fürs Lebe» – Polizei setzt Wasserwerfer ein
Am Samstagnachmittag fand in Zürich Oerlikon der «Marsch fürs Läbe» statt. Dies ist die grösste Versammlung von Abtreibungsgegnern in der Schweiz. Sie demonstrieren an ihrem meist friedlichen Marsch gegen Schwangerschaftsabbrüche. Auch dieses Jahr erwarteten die Veranstalter Tausende Teilnehmer, diese fanden sich am frühen Nachmittag auch in Oerlikon ein.
Begleitet von der Polizei zogen sie unter dem Motto «Together for Life» durch die Strassen. Damit wollen sie vor allem auf Männer und Väter aufmerksam machen, die von unerwarteten Schwangerschaftsabbrüchen betroffen seien und infolgedessen belastende Folgen mit sich tragen würden.
Linke Gruppierungen hatten bereits im Vorhinein eine Gegendemonstration angekündigt. So fanden sich rund 200 vermummte Gegendemonstranten gegen 15 Uhr in Oerlikon ein. Sie blockierten die Route, stellten umgekippte Container auf die Strasse und zündeten Böller. Nachdem die Polizei, die Strassensperren angebracht hatte und mit einem Aufgebot vor Ort war, sie mehrfach vergeblich aufgefordert hatte, die Strasse freizugeben, setzte sie Wasserwerfer ein. Die Gegendemonstranten tauchten danach immer wieder an anderen Stellen entlang der Route auf. Ein Aufeinandertreffen der beiden Lager konnte jedoch verhindert werden.
Ausserdem wurden Flaschen gegen die Einsatzkräfte geworfen, wie die Stadtpolizei Zürich am Samstagabend mitteilte. Gegen die Personen, die Flaschen warfen, setzte die Polizei Gummischrot ein. Zudem nahm sie laut dem Communiqué zwei Personen wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte vorläufig fest und brachte sie für weitere Abklärungen in eine Polizeiwache.
Der «Marsch fürs Lebe» hat im sechsten Jahr in Folge keine Bewilligung erhalten, um seine Demonstration in der Zürcher Innenstadt durchzuführen. Daher fand er zum sechsten Mal in Oerlikon statt. Im Jahr 2020 hatte die Stadt den Marsch nach Oerlikon verlegt. Dies, nachdem es bei der Demonstration im Jahr 2019 zu Krawallen, Sachbeschädigungen und Verletzten gekommen ist. Die Stadt Zürich begründet die Verlegung mit Sicherheitsbedenken. (nib/sda)
