Schweiz
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Brennende Container bei der Gegendemonstration gegen den

Stadtpolizisten hinter einem angezündeten Abfallcontainer. Bild: KEYSTONE

Proteste gegen «Marsch fürs Leben» in Zürich eskalieren – Juso kritisiert Polizei scharf

In der Stadt Zürich versammelten sich am Samstagnachmittag christlich-konservative Abtreibungsgegner. Es gab Gegendemonstrationen und Störmanöver.



Das Wichtigste in Kürze

Christliche Abtreibungsgegner haben sich am Samstag in Zürich-West versammelt. Abtreibungsbefürworter nahmen an Gegendemonstrationen teil, es kam zu Störaktionen und Ausschreitungen. Die Polizei reagierte mit Wasserwerfern und Gummischrot.

Zwei Polizisten wurden durch Wurfgegenstände verletzt, aber nicht gravierend. Ein Polizeifahrzeug wurde massiv beschädigt, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilte. Sie kontrollierte 175 Personen. Ein 30-jähriger Mann wurde wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte festgenommen.

Juso kritisiert Polizei

Die Juso verurteilte am Tag nach der Gegendemonstration in einer Mitteilung die «Repression», die von der Polizei ausgegangen sei. Man sei enttäuscht, «dass die Polizei auf eine legitime Protestaktion mit so heftigen Mitteln reagierte.»

Wüste Szenen ...

Video: kaltura.com

Vor allem auf der Josefswiese, wo sich zahlreiche Gegendemonstranten versammelten sei es seitens der Polizei «zu einem völlig unverhältnismässigem Gewalteinsatz gekommen.» Es sei Tränengas und Gummischrot eingesetzt worden, während nebenan Familien mit Kindern den Nachmittag im Park verbrachten.

Das sagt die Polizei

Auf der Josefswiese sei nach seinem Wissensstand durch Polizisten kein Tränengas eingesetzt worden, sagte Stadtpolizei-Sprecher Marco Cortesi in einem Interview. Entsprechende Vorwürfe waren gegenüber Journalisten geäussert worden. Angeblich gehörten Familien zu den Leidtragenden.

Der Sprecher der Stadt-Polizei zum Tränengas-Einsatz:

Video: kaltura.com

«Wir haben auf der Josefswiese kein Tränengas eingesetzt.»

Marco Cortesi, Stadtpolizei Zürich

Eine Augenzeugin schildert, sie habe selber beobachtet, wie oben auf den Viaduktbögen über dem Restaurant Markthalle Polizisten gestanden seien, die «von Hand Tränengas-Kartuschen runtergeschmissen» hätten. Auf Kopfhöhe seien diese Wurfgeschosse dann «explodiert».

Bei der Geroldsrampe sei Tränengas eingesetzt worden, sagte der Medienchef der Stadtpolizei. Dies nachdem Beamte «massiv mit Gegenständen beworfen» worden seien.

Um die unbewilligte Demonstration zu stoppen und ein aufeinandertreffen dieser mit dem «Marsch fürs Läbe» zu verhindern, setzte die Polizei Gummischrot und Reizstoff ein.

Die Polizisten wurden an verschiedensten Orten mit Wurfgegenständen, wie Flaschen, Steinen usw. beworfen, und mehrere kleinere Gruppierungen versuchten an den Polizeisperren vorbeizukommen.

Gleichzeitig zündeten unbekannte an mehreren Orten Container an und blockierten einzelne Strassenzüge mit Baustellenmaterial. Die Feuerwehrleute von Schutz & Rettung Zürich wurden bei den Löscharbeiten teilweise angegriffen und behindert.

Bild

In Brand gesteckter Abfallcontainer. Bild: userinput

So ist der Nachmittag abgelaufen

Ab 14 Uhr protestierten christlich-konservative Kreise in der Stadt Zürich gegen Abtreibungen. Mit dem «Marsch fürs Läbe» wollten die Organisatoren gemäss eigenen Angaben «ein gemeinsames Zeichen für das Leben setzen». Gegen die Kundgebung, die laut Facebook-Seite auf dem Turbinenplatz startete, formierte sich am frühen Nachmittag Widerstand.

Kurz vor 14 Uhr versammelten sich auf der Josefswiese mehrere hundert Personen, um einen unbewilligten Gegendemonstrationsumzug zu starten. Die Polizei trat mit Dialogteams an beiden Orten auf, um mit den Teilnehmenden in Kontakt zu treten.

Bilder von den Ausschreitungen in Zürich:

Schon vor dem Start der Kundgebung seien bei Personenkontrollen in der Innenstadt Gegenstände sichergestellt worden, «die auf eine beabsichtigte Störung» des Marsches hindeuten würden, teilt die Stadtpolizei via Twitter mit.

Die Polizei stoppte den bewilligten «Marsch fürs Läbe» aus Sicherheitsgründen, um ein Aufeinandertreffen mit zum Teil vermummten Gegendemonstranten zu verhindern. Der bewilligte Umzug konnte gegen 15.45 wieder gestartet und auf einer verkürzten Route kurz nach 16.30 Uhr ohne weitere Zwischenfälle zu Ende geführt werden.

Um zirka 16.45 Uhr stoppte die Stadtpolizei Zürich weit über hundert Personen im Kreis 5, die mutmasslich an der unbewilligten Demonstration teilgenommen hatten. Diese Personen wurden kontrolliert.

Auf dem Helvetiaplatz startete am Samstagnachmittag um ca. 15 Uhr eine bewilligte Gegendemonstration, organisiert von der Juso, unter dem Motto «prochoice».

Die Kundgebung begann friedlich, wie die Stadtpolizei via Twitter mitteilte. Die Teilnehmer seien eine knappe Stunde später auf den Helvetiaplatz zurückgekehrt.

Laut Juso hätten rund 500 Teilnehmer an der bewilligten Gegendemo teilgenommen.

Und auch beim Puls 5 versammelten sich am frühen Samstagnachmittag Leute zum friedlichen Protest.

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Friedliche Kundgebung beim Puls 5. bild: watson

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Transparent, mit dem gegen den «Marsch fürs Läbe» protestiert wird. bild: watson

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Diese Aufnahme stammt von der Langstrasse. bild: watson

Wegen der Demonstrationen in der Innenstadt kam es zu Verkehrsbehinderungen, wie via Twitter mitgeteilt wurde.

(cma/dsc/sda)

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261 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
yolomarroni
14.09.2019 16:17registriert August 2014
Ich war an der Demo. Nur ca. 1 von 100 war gewalttätig. Es gab sogar Parolen gegen die Vermummten. Die Polizisten gingen leicht ein auf die Provokation und tadaa, die ganze Demo steht im schlechten Licht da. Schwarzer Block, ihr seid nicht Links, sondern einfach Gewaltgeile.
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aglaf
14.09.2019 16:21registriert March 2019
Egal ob für oder gegen Abtreibung, links oder rechts (was in solchen Fällen eh nicht draufankommt) ob bewilligt oder nicht... Ich habe stets Mühe zu verstehen, was Wurfgegenstände in Kinderwagen, brennende Container und Randale entsprechend bewirken soll ausser Chaos. Mir kommt's so vor wie : komm, lass uns mal (aus Langeweile) Steine werfen gehen, egal wofür oder wogegen. Sogar in Hongkong geht's vergleichsweise friedlicher ab, obwohl die dort echt ein gefährliches Problem zum demonstrieren haben.
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G.Oreb
15.09.2019 12:16registriert September 2014
Die Feuerwehrleute von Schutz & Rettung Zürich wurden bei den Löscharbeiten teilweise angegriffen und behindert.
Egal für was man kämpft oder demonstriert.
Das isch einfach nur bireweich.
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