Schweiz
Wallis

Brand in Crans-Montana: In der Bar soll es 2024 schon gebrannt haben

Im «Le Constellation» soll es schon 2024 gebrannt haben

Konnten Jacques und Jessica Moretti damit rechnen, dass Tischfeuerwerk ein Inferno in der Bar «Le Constellation» anrichten würde? Jetzt löst ein brisanter Medienbericht Wirbel aus.
25.01.2026, 11:3125.01.2026, 11:31
Leon Pollok / t-online
Ein Artikel von
t-online

In der Unglücksbar «Le Constellation» in Crans-Montana soll es einem Medienbericht zufolge bereits 2024 ein durch Tischfeuerwerk ausgelöstes Feuer gegeben haben.

Der italienischen Zeitung «La Repubblica» zufolge soll einer der Opferanwälte, Sébastien Fanti, den Ermittlern eine umfangreiche Akte zur Verfügung gestellt haben, mit E-Mails von Zeugen und Überlebenden. Unter den Dokumenten soll sich auch der Beweis für das Feuer im Jahr 2024 wiederfinden. Auch der Brand damals sei durch Sprühfontänen ausgelöst worden – genau wie die Feuerkatastrophe in der Silvesternacht Anfang dieses Jahres. Details zu den möglichen Beweisen blieben in dem Bericht unklar.

Constellation Bar Crans Montana Brand
Das Innere der Bar «Le Constellation».Bild: Screenshot Google Maps

Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Die Staatsanwaltschaft im Kanton Wallis blockt Medienanfragen grundsätzlich ab und verweist regelmässig darauf, dass «die nächsten Mitteilungen über das Drama in Crans-Montana ausschliesslich in Form einer Pressemitteilung» erfolgten.

Die Momente vor dem Brand in Crans-Montana

Video: watson/Hanna Dedial

Dass in der Bar «Le Constellation» bereits in der Vergangenheit regelmässig an Champagnerflaschen angebrachte Sprühfontänen eingesetzt worden waren, legte unter anderem ein Werbevideo nahe, das die Bar im Mai 2024 selbst veröffentlichte.

Crans-Montana: «Niemals hätten wir uns das vorstellen können»

Doch das Betreiberpaar hatte bisher den Eindruck erweckt, die Tragödie sei nicht vorherzusehen gewesen. Jessica Moretti sagte vor Journalisten am 9. Januar: «Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können.»

In einer Vernehmung gab sie laut einem Bericht der Zeitung «Corriere della Sera» an, nicht gewusst zu haben, dass die Schaumstoffpaneele an der Decke der Bar leicht entflammbar sind. Gegen sie und ihren Mann laufen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung. Es gilt die Unschuldsvermutung.

In der Bar «Le Constellation» hatten in der Silvesternacht funkensprühende Partyfontänen Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt. Die Flammen breiteten sich schnell aus. 40 Menschen kamen ums Leben, darunter zahlreiche Minderjährige. 116 Menschen wurden verletzt, davon erlitten etwa 80 schwere Verbrennungen.

Die Gemeinde Crans-Montana hatte eingeräumt, dass die eigentlich vorgeschriebenen Brandschutzkontrollen in der Bar seit 2019 nicht mehr durchgeführt wurden.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der nationale Trauertag für die Opfer von Crans-Montana
1 / 11
Der nationale Trauertag für die Opfer von Crans-Montana

Am 9. Januar 2026 fand der nationale Gedenkanlass und Trauertag für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana.

quelle: keystone / jean-christophe bott
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Jugendliche Augenzeugin der Tragödie in Crans-Montana hält am Trauertag emotionale Rede
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Diese Niederlage wird ihm nachhängen» – doch Blochers grösste Schlacht kommt erst
Das Nein zur Neutralitätsinitiative trifft SVP-Urgestein Christoph Blocher persönlich. Politologe Michael Hermann erklärt, warum auch die Ernährungsinitiative scheiterte – und welcher Sieg Blochers Niederlage eines Tages vergessen machen könnte.
Herr Hermann, die Bevölkerung sagt Nein zu einer Neutralität à la SVP. Was sagt das darüber aus, wie die Schweiz in Zukunft neutral sein will?
Michael Hermann:
Eine Mehrheit steht hinter der Neutralität. Aber sie sieht darin eher ein Mittel zum Zweck als einen zentralen Teil der Schweizer Identität. Diese Einschätzung hat sich in den letzten Jahren sogar noch verstärkt.
Zur Story