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Crans-Montana: Italien holt Botschafter wegen Moretti-Freilassung zurück

Italien wegen Moretti-Freilassung empört – Generalstaatsanwältin meldet sich zu Wort

24.01.2026, 11:5224.01.2026, 13:21

Italiens Regierung protestiert gegen den Entscheid des Walliser Zwangsmassnahmengerichts, den Besitzer der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Sie beorderte den italienischen Botschafter in der Schweiz nach Rom zurück.

Der Entscheid des Gerichts stelle eine schwere Beleidigung und einen weiteren Schmerz für die Familien der Opfer dar, heisst es in einer Mitteilung der Regierung vom Samstag. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Aussenminister Antonio Tajani hätten deshalb den Botschafter Gian Lorenzo Cornado nach Rom zurückgerufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Das Walliser Zwangsmassnahmengericht hatte am Freitag beschlossen, Jacques Moretti gegen eine Kaution von 200'000 Franken freizulassen. Meloni hatte ihren Unmut bereits unmittelbar nach dem Gerichtsentscheid via soziale Medien heftig kundgetan.

Generalstaatsanwältin verweist Botschafter an nationale Behörden

Die Walliser Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud hat bestätigt, dass sie am Samstagvormittag vom italienischen Botschafter in der Schweiz kontaktiert worden sei. Sie habe ihn informiert, dass der Entscheid zur Freilassung des Barbesitzers von Crans-Montana nicht von der Staatsanwaltschaft angeordnet worden sei.

«Ich möchte nicht für einen diplomatischen Zwischenfall zwischen unseren beiden Ländern verantwortlich sein.»
Beatrice Pilloud

Gian Lorenzo Cornado war gemäss einer Mitteilung vom Samstag von der italienischen Regierung angewiesen worden, sich «umgehend» mit Pilloud in Verbindung zu setzen und ihr die «tiefe Empörung» der italienischen Regierung über den Entscheid des Zwangsmassnahmengericht vom Vortag zu übermitteln.

Sie habe dem Botschafter erklärt, dass am Freitag das Zwangsmassnahmengericht entschieden habe, schrieb Pilloud auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Ich möchte nicht für einen diplomatischen Zwischenfall zwischen unseren beiden Ländern verantwortlich sein», teilte die Generalstaatsanwältin mit. Sie betonte weiter, dass sie keinem möglichen Druck der italienischen Behörden nachgeben werde und habe dem italienischen Botschafter daher geraten, seine Bedenken über den Entscheid an die nationalen Behörden zu richten.

Parmelin: «Können Entrüstung verstehen»

Auch Bundesrat Guy Parmelin hat sich geäussert. Gegenüber Blick sagt er: «Wir können die Entrüstung verstehen. Wir haben Verfahren in der Shweiz, die nicht die gleichen sind wie in Italien.» Das müsse man respektieren.

Die Bar «Le Constellation» in Crans-Montana war in der Neujahrsnacht in Brand geraten. Dabei kamen 40 Menschen ums Leben, 116 wurden verletzt. Zahlreiche Opfer und Verletzte stammen aus Italien. (sda)

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38 Kommentare
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Hierundjetzt
24.01.2026 12:08registriert Mai 2015
Es geht um eine Konsultation

Nicht um den Abzug.

Das wäre gleichgesetzt mit Abbruch der diplomatischen Beziehungen und die Schweiz müsste Ihren ebenfalls abziehen.

Der Titel ist daher nicht synonym zu verwenden
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MarcyMarc
24.01.2026 12:14registriert Januar 2022
Vielleicht sollte die Schweiz nach der Rückkehr den Botschafter Italiens einbestellen und ihm erklären, dass es in einem Rechtsstaat eine Gewaltentrennung gibt und sich die Politik nicht in die Justiz einzumischen hat und dass wir uns die Einmischung von Italien verbitten.
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Küsu
24.01.2026 12:21registriert Mai 2024
Der Italienische Kapitän von Costa Concordia mit 32 Toten war bis zu seiner verurteilund auch auf freiem Fuss.
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