«Möchte mich entschuldigen»: Féraud stellt sich Gemeindeversammlung von Crans-Montana
Der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, hat sich am Dienstagabend vor seinen Bürgerinnen und Bürgern entschuldigt. 378 nahmen an der Versammlung teil. Seit der Medienkonferenz nach der Brandkatastrophe hatte er sich nicht mehr öffentlich geäussert.
«Im Namen des Gemeinderates möchte ich mich bei den Familien, den Opfern und ihren Angehörigen für den Schmerz und die Trauer entschuldigen, die sie durchleben», sagte Féraud bewegt, bevor zu Beginn der Sitzung eine Schweigeminute eingelegt wurde für die Brandkatastrophe der Silvesternacht in der Bar «Le Constellation». Diese hatte 41 Todesopfer gefordert und 115 teils schwer Verletzte.
«Alle öffentlichen Einrichtungen werden bis Ende des Jahres überprüft. Das ist die Reaktion des Gemeinderates auf die festgestellten Mängel», versprach Patrick Clivaz, der für Sicherheit zuständige Gemeinderat. Sechsundfünfzig Kontrollen wurden demnach bereits durchgeführt.
Während der Fragestunde fragte ein Einwohner, ob die Bürger nicht über den Verbleib bestimmter Ratsmitglieder im Amt mitreden sollten. Ein anderer forderte den Gemeindepräsidenten zum Rücktritt auf. Dieser hatte bereits abgelehnt.
Sébastien Rey, Leiter des Krisenstabes, gab einen Überblick über den Stand der Dinge und erinnerte an die Fakten, mit denen sich die lokalen Behörden seit der Nacht des Unglücks befasst haben. Der Gemeinderat bestätigte, dass die Gemeinde Crans-Montana an dem vom Bund eingerichteten Runden Tisch teilnehmen werde.
Was die Errichtung einer dauerhaften Gedenkstätte betrifft, so wurden Gespräche mit dem Kanton Wallis aufgenommen. Am 1. Januar 2027 wird eine Gedenkfeier stattfinden.
Der für die Gemeindeversammlung ausgewählte Mehrzwecksaal in Chermignon-d’en-Bas war nicht voll. Dennoch waren 80 bis 100 Bürgerinnen und Bürger mehr erschienen als üblich. Mehrere Dutzend weitere Personen verfolgten die Versammlung draussen vor einem Grossbildschirm.
Anwesend waren vier Angehörige von Opfern, die sich kurz vor Beginn der Versammlung dazu entschlossen hatten, A4-Plakate mit den Gesichtern der Opfer aufzuhängen, um das Drama zu veranschaulichen. (hkl/sda)
