Schweiz
Wallis

Brand von Crans-Montana: Ermittlungen gegen Buchhalter der Morettis

Anzeigen gegen Moretti-Buchhalter: Waffenhandel, Söldnerdienste, Geldwäsche

Als das Ehepaar Moretti sich im Wallis niederliess und in die Gastro-Branche einsteigen wollte, erhielt es Unterstützung von einem Buchhalter. Ihm werden heute illegaler Waffenhandel und illegale Söldnerdienste vorgeworfen.
07.06.2026, 10:0107.06.2026, 10:01

Rund um das Betreiberpaar der Bar Le Constellation in Crans-Montana kommen weitere Details ans Licht. So berichtet die Sonntagszeitung, dass die Morettis nach ihrer Niederlassung im Wallis Unterstützung eines Buchhalters erhielten. Daniel Donnet-Monay hatte beispielsweise die Firma RR6 SA gegründet, die Jacques Moretti 2012 20'000 Franken vorstreckte, um die Constellation GmbH zu gründen.

Jacques, centre, and Jessica Moretti, owners of "Le Constellation" bar in Crans-Montana, where 41 people died due to a fire during New Year celebrations, arrive surrounded by police officers ...
Die Morettis wurden am Freitag erneut befragt.Bild: keystone

Donnet-Monays Treuhandgesellschaft AAGS half Jessica Moretti auch bei der Buchführung ihrer Betriebe. Beim Kauf der Gastrolokale unterstützte der Buchhalter die Betreiber des späteren Unglückslokals von Crans-Montana ebenfalls. Doch 2024 kam es zu einer Panne. Ein IT-Problem sorgte dafür, dass Dokumente verschwanden. Da war Donnet-Monay allerdings schon nicht mehr bei der Treuhandgesellschaft tätig.

Und dennoch ist es jenes Unternehmen, weswegen gegen den Mann nun drei Strafanzeigen laufen, die von einem Opferanwalt eingegangen sind. Die Vorwürfe sind schwer: Illegaler Waffenhandel, unbewilligte Söldnerdienste in Afrika, Geldwäscherei. Dabei soll auch mit einem mutmasslichen Kriegsverbrecher zusammengearbeitet worden sein.

Die Treuhandgesellschaft AAGS von Donnet-Monay soll Zentrum eines Firmengeflechts sein und deshalb auch wegen Geldwäscherei im Verdacht stehen. Eine der Firmen mit Sitz im Wallis soll beispielsweise afrikanischen Sicherheitskräften militärische Ausrüstung angeboten haben, ohne beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die erforderliche Bewilligung einzuholen.

Geldverschiebungen, Waffenangebote und nachrichtendienstliche Tätigkeiten

Die gleiche Firma soll zudem weissrussische Instruktoren in die Elfenbeinküste geschickt haben, um lokale Streitkräfte auszubilden. Eine andere Firma soll nicht deklarierte nachrichtendienstliche Tätigkeiten durchgeführt haben. Auf Ermahnungen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten reagierte die Firma laut «Sonntagszeitung» nicht.

Die beiden Firmen sollen ausserdem einem mutmasslichen Kriegsverbrecher Provisionen für Neukunden versprochen haben. Es handelt sich um Robert Montoya, gegen den in Frankreich wegen Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit ermittelt wird.

Innerhalb des Firmengeflechts von Donnet-Monay soll es auch zu Geldverschiebungen gekommen sein. Eine der Firmen ging schliesslich 2024 Konkurs. Das Verfahren wurde mittlerweile eingestellt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen hingegen noch.

Auf Anfrage der Zeitung weist Donnet-Monay alle Anschuldigungen von sich. Er teilt mit: «Meine Treuhandtätigkeiten wurden auf vollkommen traditionelle Weise ausgeübt, indem ich Dienstleistungen für Kunden erbracht habe.» (vro)

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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moutarde
07.06.2026 11:04registriert Januar 2016
… und dies in der ach so „sauberen“ Schweiz.
Gesetze sind eben das eine, deren konsequente Umsetzung/Durchsetzung das andere 🤷🏻‍♂️
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spalen
07.06.2026 11:32registriert November 2025
und da sagt noch einer, buchhalter seien unscheinbare graue mäuse…

weswegen kommen alle diese mutmasslichen verbrechen erst jetzt, nach der brandkatastrophe zum vorschein? werden da eventuell hausaufgaben nicht korrekt gemacht?
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Smack-Fu
07.06.2026 11:40registriert August 2021
«Meine Treuhandtätigkeiten wurden auf vollkommen traditionelle Weise ausgeübt, indem ich Dienstleistungen für Kunden erbracht habe.»

Da hat er wohl recht damit. Wir drücken in der Schweiz ja traditionell ein paar Augen zu, wenn es etwas zu verdienen gibt - egal mit wem oder was.

Wenn man alle Treuhandgesellschaften hierzulande mal ernsthaft auf ihre Tätigkeiten abklopfen würde, wäre danach wahrscheinlich ein Viertel davon im Gefängnis. Aber eben, die sind gut vernetzt in Politik und Wirtschaft.
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