Geheimes Revolut-Konto von Jessica Moretti aufgetaucht
Nächste Woche markiert eine wichtige Etappe im Prozess gegen Jacques und Jessica Moretti. Am Freitag findet die sogenannte Konfrontations-Einvernahme des Ehepaars statt, das die Bar «Le Constellation» in Crans-Montana betrieb, wo sich in der Silvesternacht ein tödlicher Brand ereignete.
Ein wichtiger Aspekt, zu dem die Morettis Stellung werden beziehen müssen: mutmassliche Geldwäscherei. Am 24. April ist bei der Staatsanwaltschaft Wallis dazu ein möglicherweise wichtiger Hinweis eingegangen, wie die Zeitungen von Tamedia berichten.
Eine Informantin aus Frankreich informierte die Staatsanwaltschaft, dass auf Jessica Moretti eine Kreditkarte der Online-Bank Revolut ausgestellt worden war.
Schon in einem Bericht der Geldwäscherei-Meldestelle (MROS) wurde darauf hingewiesen, dass es bei Jessica Moretti in der Vergangenheit immer wieder zu auffälligen Zahlungen und Buchungen gekommen sei.
So habe Jessica Moretti als Geschäftsführerin der drei Gastrobetriebe der Eheleute viel Geld von einem Betrieb in den anderen verschoben, bis ein Geflecht gegenseitiger Schulden entstanden sei.
Unter den Buchungen seien zudem private Zahlungen ins Ausland, die anschliessend auf Privatkonten von Jacques oder Jessica Moretti gelandet sein sollen. Versteuert seien sie nie worden, und das Ehepaar habe gegenüber der Staatsanwaltschaft auch nie Barvermögen in Frankreich deklariert, schreiben die Zeitungen von Tamedia.
Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass Gelder von den Morettis via deren Ziehsohn Jean-Marc Gabrielli für die Finanzierung von Angelegenheiten des korsischen Banditentums verwendet worden seien.
Jacques Moretti ist auf Korsika geboren. Ihm wird eine Nähe zu der nationalistischen Unabhängigkeitsbewegung nachgesagt, die den bewaffneten Kampf gegen Frankreich gutheisst.
(her)
