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Wirtschaft

Neue Zahlen zeigen: So abhängig sind die Bergkantone vom Tourismus

Die Kult-Steinböcke Gian und Giachen sind die touristischen Aushängeschilder des Kantons Graubünden geworden.
Die Kult-Steinböcke Gian und Giachen sind die touristischen Aushängeschilder des Kantons Graubünden geworden.bild: graubünden.ch

Neue Zahlen zeigen: So abhängig sind die Bergkantone vom Tourismus

24.06.2023, 09:5807.05.2024, 11:12
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Ferien in der Schweiz, das heisst Erholung zwischen Bergen und Seen. Rund 12 Millionen ausländische Gäste zieht es pro Jahr in die Schweiz. Hinzu kommen die einheimischen Touristen. Das lässt die Kassen klingeln: Rund 20 Milliarden Franken trägt der Tourismus zur Bruttowertschöpfung in der Schweiz bei, wie ein Blick ins Satellitenkonto Tourismus (TSA) des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigt.

Bruttowertschöpfung
Die Bruttowertschöpfung ist eine volkswirtschaftliche Kennzahl, die allein den im Produktionsprozess geschaffenen Mehrwert erfasst. Sie ergibt sich aus dem Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen abzüglich des Werts der Vorleistungen und ist das Standardmass für die Leistung eines Wirtschaftssektors oder einer Region innerhalb eines Landes für einen bestimmten Zeitraum.

Bislang wurden diese Zahlen vom BFS nur national ausgewiesen, seit letzter Woche stehen sie für die Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019 erstmals auch auf kantonaler Ebene zur Verfügung. Sie zeigen die direkten ökonomischen Effekte des Tourismus in den einzelnen Kantonen.

Vor allem in den touristischen Bergkantonen hat der Tourismus einen grossen Anteil an der Bruttowertschöpfung. In Graubünden sind es über 10 Prozent, dahinter folgt das Wallis mit knapp 9 Prozent. Obwalden und Uri mit den beliebten Feriendestinationen Engelberg und Andermatt sowie Appenzell Innerrhoden mit der Alpstein-Region belegen die nächsten Plätze. Den kleinsten Anteil an der Bruttowertschöpfung hat der Tourismus im Kanton Zug mit 1,15 Prozent.

Noch deutlicher veranschaulicht die Beschäftigung im Tourismussektor die Abhängigkeit der Bergkantone vom Fremdenverkehr. In Graubünden sind fast 14 Prozent aller Vollzeitäquivalente im Tourismus angesiedelt, d. h., wenn die summierten Bündner Stellenprozente auf Vollzeitstellen verteilt würden, würde jede(r) siebte Bündner(in) im Tourismusbereich arbeiten.

Dahinter folgen mit dem Wallis und Obwalden wieder die üblichen Verdächtigen. Einen überraschenden hohen Beschäftigungsgrad im Tourismus weist mit 8,32 Prozent auch der Kanton Basel-Stadt aus. Ganz anders sieht es im anderen Basler Halbkanton aus: Basel-Landschaft bildet mit einer Tourismus-Beschäftigung von 1,77 Prozent das Schlusslicht aller Schweizer Kantone.

Wofür die in- und ausländischen Gäste in den einzelnen Kantonen ihr Geld ausgeben, zeigt ein Blick auf die touristischen Ausgaben. Bei diesen absoluten Zahlen haben die Kantone mit einem grossen städtischen Zentrum in den meisten Kategorien die Nase vorn, nur bei der Beherbergung können die Bergkantone Graubünden und Wallis ganz vorne mitmischen.

(pre)

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