bedeckt
DE | FR
41
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Wirtschaft

Wintersport noch teurer: Darum heben die Schweizer Skigebiete die Preise

Skigebiet Arosa-Lenzerheide Skilift
Die Wintersaison steht vor der Türe: Skipiste im Skigebiet Arosa Lenzerheide. Bild: screenshot: arosalenzerheide.swiss

Darum heben die Schweizer Skigebiete die Preise an

Schweizer Bergbahnen erwarten für dieses Jahr keine Gästerekorde und bereiten sich auf höhere Betriebskosten vor. Mehrere Skigebiete heben darum ihre Preise an.
20.11.2022, 05:2120.11.2022, 07:35
Folge mir

Die Schweiz ist eine Wintersportnation. Doch für eine gute Saison braucht es auch hierzulande viel Schneefall, schöne Wetterverhältnisse und zahlbare Preise.

Nach zwei Jahren mit Coronamassnahmen steht nun der erste Winter ohne an. watson hat bei den Skigebieten nachgefragt, was sie von dieser Saison erwarten.

Arosa Lenzerheide

Eine bessere Saison als letztes Jahr sei keine realistische Erwartung, teilt das Skigebiet Arosa Lenzerheide auf Anfrage mit. «Wir hatten wirklich eine Rekordsaison», heisst es aus dem Bündnerland.

Da Coronamassnahmen im Ausland viel strikter waren als hierzulande, seien viele ausländische Gäste in die Schweiz gekommen. Und: Die Schweizer gingen nicht nach Österreich oder Südtirol, schätzt Arosa Lenzerheide. Dieses Jahr sei mit der Inflation und dem Euro-Wechselkurs alles anders. «Wir haben knapp 25 Prozent ausländische Gäste. Die Preise für Ferien in der Schweiz sind gestiegen im Vergleich zum Vorjahr, das werden wir spüren», schreibt das Skigebiet. Mit dem Vorverkauf der Jahreskarten habe man aber bereits ein Rekord aufgestellt: «Wir haben mehr verkauft als jemals zuvor.»

Arosa-Lenzerheide Skigebiet
Rechnet nicht mit einer Rekord-Saison: Arosa-Lenzerheide.Bild: zVg

Das Gleiche gilt für den Verkauf von Tages- und Mehrtageskarten zu dynamischen Preisen. Die funktionieren nach dem Prinzip: je früher die Tickets gekauft werden, umso attraktiver ist der Preis. Die Preise bleiben bei diesen Tickets im Vergleich zum Vorjahr unverändert. «Wir haben entschieden, den Gästen in dieser Zeit nicht noch mehr Kosten zuzumuten, obwohl Strom und Diesel und viele andere Dinge für Skigebiete massiv teurer wurden». Einzig die Jahreskarte wurde teurer: Neu kostet sie 1450 Franken anstatt 1400 Franken.

Corvatsch-Diavolezza-Lagalb

Im Oberengadin liegen die drei Skigebiete Corvatsch, Diavolezza und Lagalb. In ihrem Zentrum: St.Moritz. «Obwohl wir mit Mehrkosten wie Strom konfrontiert sein werden, erwarten wir eine gute Wintersaison», teilen die Bergbahnen auf Anfrage mit.

Mittelstation Murtel Corvatsch
Beliebt bei St.Moritz-Touristen: Skigebiet Corvatsch.Bild: Engadin.ch

Für ein zahlreiches Gästeaufkommen im Luxus-Ferienort werden vor allem Touristen sorgen, die ihre Winterferien dort verbringen. Tagestouristen sieht man im Oberengadin weniger: «Die Anzahl ausländischer Gäste wird wohl steigen, während mit einer Abnahme der inländischen Gäste gerechnet werden muss», schreiben Corvatsch-Diavolezza.

Die Preise für die Jahres- und Tageskarten würden bei den Bergbahnen dieses Jahr unverändert bleiben. Es habe jedoch vereinzelte Preisanpassungen gegeben bei Einzel- und Retourfahrkarten. Dort würde jedoch nicht der Bergbahnenverbund die Preise machen, sondern die jeweiligen Bergbahnen. «Die Gründe könnten wohl Anpassung an die Teuerung sein», schreibt Corvatsch-Diavolezza. Konstant ist bei den Skigebieten der Vorverkauf der Jahreskarten angelaufen: Dieser bewege sich im Bereich der Vorjahre.

Zermatt

Die Skigebiete rund um Zermatt mit Blick auf das Matterhorn gehören zu den bekanntesten Wintersport-Destinationen der Schweiz. «Wir blicken positiv auf die kommende Saison», teilen die Zermatt Bergbahnen auf Anfrage mit.

Das letzte Jahr sei in Zermatt bereits hervorragend gewesen. Ob diese starke Tendenz nun anhalte, werde sich zeigen. «Der Verkauf der Saisonkarten ist aber sehr gut gestartet», schreiben die Bahnen. Ski- und Snowboardfans können aktuell bereits 25 Pistenkilometer befahren. «Ab dem 3. Dezember werden voraussichtlich alle 360 Pistenkilometer geöffnet sein.»

Blick aufs Matterhorn: Skigebiet Zermatt.
Blick aufs Matterhorn: Skigebiet Zermatt.Bild: keystone

Der Pistenspass kostet in Zermatt dieses Jahr rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Der Preis für eine Tageskarte wurde von 79 auf 83 Franken erhöht. Zermatt hat das Modell der dynamischen Preise, weshalb die Ticketpreise variieren. Wer früher bucht, profitiert vom günstigeren Preis.

Hoch Ybrig

Das Skigebiet zwischen Schwyz und Einsiedeln hofft auf rechtzeitigen Schneefall, genügend Strom und viel schönes Wetter, wie es auf Anfrage mitteilt. «Die Erwartungen sind verhalten optimistisch».

Der Verkauf der Saisonkarten laufe aber besser als in den vergangenen zwei Corona-Jahren. «Wir rechnen mit über 4'000 verkauften Jahres- und Saisonkarten», schreibt der Hoch Ybrig. Die Region ist vor allem bei Tagestouristen beliebt, man wolle nun aber auch das Angebot für Mehrtagesausflüge ausbauen. Das Skigebiet erwartet dieses Jahr wieder mehr Gäste: «Wir hoffen, dass sich die Anzahl wieder so einpendelt wie vor Corona.»

Skigebiet Hoch Ybrig im Kanton Schwyz
Verhaltene Erwartungen an die kommende Saison: Skigebiet Hoch Ybrig. Bild: screenshot/hoch-ybrig.ch

Einen neuen Rekord werde es jedoch nicht geben, schätzt man in Schwyz. Grund dafür seien laut dem Hoch Ybrig die «aktuellen Lebensumständen und die Teuerungen». Im Skigebiet wurden dieses Jahr zudem die Preise erhöht. Während eine Tageskarte für Erwachsene im Vorjahr 55 Franken kostete, liegt der Preis nun bei 57 Franken.

Flumserberge

Der Flumserberg hoch über dem Walensee ist nicht nur für das Schlageropenair im Sommer bekannt, sondern auch als Skigebiet im Winter. Vor allem bei Tagesgästen sind die Flumserberge beliebt.

«Wir gehen von einer ähnlich starken Wintersaison aus, wie die letzte», schreiben die Bergbahnen. Zudem stelle man im St.Galler Skigebiet eine stärkere Nachfrage an Wintersportfans fest. «Das Gästeaufkommen ist stärker frequentiert als in den Vorjahren.» So sei auch der Verkauf der Saisonkarten «erfreulich angelaufen».

Skigebiet Flumserberge
Aussicht auf die Churfirsten: Skigebiet Flumserberge.Bild: zVg

Das Skigebiet musste auf dieses Jahr die Preise um rund 3 Prozent erhöhen, wie es mitteilt. «Unsere Tageskarte kostet von Montag bis Freitag für eine erwachsene Person 65 Franken und am Samstag und Sonntag 69 Franken. Wir haben eine transparente Preispolitik und bieten keine dynamische Preise an», schreiben die Flumserberge.

Elm

Das Skigebiet Elm im Glarnerland ist beliebt bei Zürchern wegen der schnellen Erreichbarkeit. «En Kafi am Pischterand», schwärmt auch Skilegende Vreni Schneider über ihre Heimat.

Die Sportbahnen Elm teilen auf Anfrage mit, dass sie auf eine gute Saison hoffen – ganz ohne Corona: «Auf alle Fälle ist die Vorfreude gross, den Winter ohne Einschränkungen im Bahn- und Gastronomiebetrieb beginnen und beenden zu können.» Die Aufhebung aller Massnahmen bringe im Betrieb Vorteile, weil damit Sach- und Personalaufwand eingespart werden könne.

Skigebiet Elm Glarus
Blick auf das Martinsloch, Unesco-Weltkulturerbe: Sportbahnen Elm.Bild: screenshot instagram/sportbahnenelm

Der Verkauf der Saisonkarten sei zudem äusserst gut gestartet. «Es zeichnet sich ab, die Vorjahreszahlen zu erreichen oder gar leicht zu übertreffen», schreiben die Sportbahnen. Leicht erhöht hat man in Elm auch die Preise zum Skifahren. So kostet die Tageskarte neu 53 statt 51 Franken. «Wir liegen damit immer noch sehr günstig im Vergleich mit gleich grossen Skigebieten», schreiben die Elmer.

Melchsee-Frutt

Nur eine «normale Skisaison» erwartet das Skigebiet Melchsee-Frutt in Obwalden. «Wir durften bereits im Vorjahr wieder Gästezahlen im Bereich des langjährigen Schnitts begrüssen», schreiben die Sportbahnen.

Man gehe davon aus, dass etwa wieder dieselben Gästezahlen erreicht werden wie in den letzten Jahren. Das zeichne sich auch beim Verkauf der Saisonkarten ab. Dieser liege derzeit leicht über den vergangenen Jahren. Generell würden aber mehr Menschen Interesse am Wintersport zeigen. «Die Zahl der Skifahrer bleibt sehr stabil und die Zahl nicht-skifahrender Winterliebhaber steigt», heisst es aus Obwalden.

Melchsee-Frutt
Verzichtet auf eine Preiserhöhung: Skigebiet Melchsee-Frutt.bild: zVg

Im Bereich der Schlittler verzeichne man sogar einen Anstieg von 10 Prozent. Die Buchungslage in der Hotellerie sei gerade für die Feiertage und die Sportferien hervorragend; es gebe nur noch einzelne freie Betten. Geplant ist ein Start der Skisaison in Melchsee-Frutt per 17. Dezember – dieses Jahr zu unveränderten Preisen. Die Sportbahnen schreiben: «Wir verzichten auf eine Preiserhöhung, trotz massiv gestiegener Energiepreise, wie auch einer Teuerung für Ersatzteile, die mittlerweile bei über 10 Prozent angelangt ist.»

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So sind Skiferien wirklich

1 / 13
So sind Skiferien wirklich
quelle: watson
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Auge um Auge, Zahn um Zahn ... Nico muss zum Skispringen

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

41 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
bebby
20.11.2022 07:33registriert Februar 2014
Verglichen mit Badeferien am Meer werden Winterferien in den Bergen zusehends zu einem Luxus.
909
Melden
Zum Kommentar
avatar
Dubox
20.11.2022 10:17registriert Dezember 2015
Schatz, wollen wir ein neues Auto kaufen oder doch lieber eine Woche in die Skiferien?
663
Melden
Zum Kommentar
avatar
Hosesack
20.11.2022 10:32registriert August 2018
Ein Bonzensport der sich immer weiter von der Mittelklasse verabschiedet. Geniesst in Krisenzeiten besondere Vorzüge und wird jährlich teurer. Schade eigentlich, hat doch Spass gemacht als es noch Schnee gab.
499
Melden
Zum Kommentar
41
Inflation stagniert im November bei 3,0 Prozent

Die Inflation in der Schweiz hat im November auf hohem Niveau stagniert. In den vorangegangenen zwei Monaten war die Teuerungsrate jeweils gesunken.

Zur Story