Zürcher Polizist soll Asylsuchenden brutal zusammengeschlagen haben
Im April 2023 eskortiert ein Polizist der Zürcher Stadtpolizei einen nordafrikanischen Asylsuchenden zu einer Zelle. Letzterer ist mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt und soll sich «zu keinem Zeitpunkt aggressiv verhalten» haben.
So steht es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, die dem SonntagsBlick vorliegt. Gemäss dieser geht der Polizist anschliessend brutal auf den Asylsuchenden los. Er schlägt ihm gegen den Hinterkopf, tritt ihm gegen das Bein, rammt ihm die Faust in die Rippen.
Dann soll er «den Arrestanten mit einer wurfartigen Bewegung in die Zelle» geschleudert haben, heisst es in der Anklageschrift weiter. Und auch dort soll der Polizist noch nicht von seinem Opfer abgelassen haben.
Weil sich der Asylsuchende geweigert haben soll, vor den Polizisten in die Knie zu gehen, soll ihm dieser von hinten in die Kniekehle getreten und weitere Tritte gegen das Bein verpasst haben. Der Polizist ist weiterhin im Dienst, wie ein Sprecher der Stadtpolizei den SonntagsBlick bestätigt.
Am Mittwoch steigt vor dem Bezirksgericht Zürich der Prozess gegen den Polizisten. Er bestreitet die Vorwürfe. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Die Zürcher Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen Amtsmissbrauchs an und fordert eine bedingte Geldstrafe von knapp 20'000 Franken sowie eine Busse von 4000 Franken.
(her)
