Schweiz
Zürich

VBZ reagiert auf Sicherheitsbedenken bei den chinesischen Yutong-Bussen

Mit den Trolleybussen des Schweizer Herstellers Hess sind die VBZ nicht zufrieden.
Die derzeitigen Busse der VBZ fallen öfter aus. Bild: keystone

Sicherheitsbedenken bei den China-Bussen? Das sagen die VBZ

Bei den neuen VBZ-Bussen aus China gibt es Bedenken zur Cybersicherheit. Gleichzeitig fallen die derzeitigen Busse häufiger aus. Das sagt das Unternehmen.
30.07.2026, 18:1230.07.2026, 18:12

Kürzlich haben die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) über den Kauf von Elektro-Standardbussen des chinesischen Herstellers Yutong informiert. Diese werden voraussichtlich ab Mitte 2027 in Betrieb genommen.

In Norwegen, wo solche Busse bereits im Einsatz sind, wurden Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit laut. Kritisiert wurde unter anderem, dass der Hersteller auf das Steuerungssystem der Busse zugreifen, Diagnosedaten auslesen und Befehle an die Fahrzeuge senden könne. Auch Software-Updates über Cloud-Dienste wurden als potenzielle Sicherheitsrisiken eingestuft. Es stellt sich deshalb die Frage: Wie ist die Situation in der Schweiz?

Schutz vor Cyberangriffen

Auf Anfrage schreiben die VBZ, die Fahrzeuge müssten nach der UNECE-Regelung R155 zugelassen werden. Diese schreibt vor, wie Hersteller ihre Fahrzeuge vor Cyberangriffen schützen und entsprechende Cybersicherheitsmanagementsysteme umsetzen müssen. Die Einhaltung dieser Vorgaben sei für alle Anbieter verpflichtend. «Die Zulassung der Fahrzeuge ist auch daran geknüpft», halten die VBZ fest.

Zudem unterlägen Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs weiteren Sicherheitsprüfungen. Dazu gehörten unter anderem Penetrationstests, bei denen sogenannte «Friendly Hackers» offene Schnittstellen gezielt auf mögliche Sicherheitslücken und Angriffsmöglichkeiten überprüfen.

Ökologische Verantwortung

Ein wichtiger Faktor bei der Vergabe war laut der Medienmitteilung der tiefe Preis der Busse. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Rolle ökologische Aspekte bei der Bewertung spielten. Die VBZ erklären, sie hätten unter anderem geprüft, welche Lebensdauer der Hersteller für die Batterien garantiert. Ebenfalls berücksichtigt worden seien das Recycling sowie die Entsorgung der Batteriekomponenten am Ende ihrer Lebensdauer. Dabei sei auch der Ansatz der Kreislaufwirtschaft in die Bewertung eingeflossen, den die VBZ fördern wollen.

Der chinesische Bushersteller Yutong liefert bald auch in die Stadt Zürich.
Der chinesische Bushersteller Yutong liefert bald auch in die Stadt Zürich.Bild: getty

Auch bei der sozialen Verantwortung sehen die VBZ kein Problem. «Beim sozialen Teil der Nachhaltigkeit wurden die zentralen Eckpunkte der Arbeitsbedingungen im Herstellerwerk geprüft. Ebenso wurde ermittelt, wie sich die Entlöhnung im regionalen Umfeld darstellt», schreibt das Unternehmen. Zudem habe auch der chinesische Hersteller einen Verhaltenskodex unterzeichnen und sich zu den hohen Standards der VBZ verpflichten müssen. Kinder- und Zwangsarbeit seien darin ausdrücklich verboten. «Der Kodex ist im internationalen Vergleich mustergültig», betonen die VBZ.

Ausfälle bei derzeitiger Busflotte

Bleibt zu hoffen, dass sich die neuen Busse im Alltag bewähren. Denn mit der aktuellen Busflotte kam es in diesem Jahr wiederholt zu Ausfällen. Die VBZ betonen jedoch, dass sie verschiedene Massnahmen ergriffen hätten, um diese möglichst zu vermeiden.

Ein Grund für die Ausfälle sei der Personalmangel. Deshalb seien derzeit auch lizenzierte Mitarbeitende aus der Verwaltung sowie Kontrollpersonal im Fahrdienst im Einsatz. Als weitere Herausforderung nennen die VBZ die hohen Temperaturen:

«Eine grössere Herausforderung bilden die Zuverlässigkeitsprobleme bei den Bussen. Die Fahrzeuge sind das erste Mal derart extremer Hitze ausgesetzt. Bei den Batterieladungen ergeben sich (technisch notwendige) Abbrüche, damit diese sich nicht überhitzen.»

Auch die Klimaanlagen stossen bei hohen Temperaturen an ihre Grenzen oder fallen teilweise ganz aus. Betroffene Fahrzeuge würden deshalb nicht eingesetzt, schreiben die VBZ. Oberste Priorität hätten der Komfort der Fahrgäste sowie gute Arbeitsbedingungen für das Fahrpersonal.

Um den Sommer durchzustehen, arbeiten die Techniker derzeit intensiv an Softwareanpassungen. Die VBZ bitten deshalb um Verständnis und empfehlen den Fahrgästen, vor der Fahrt den Online-Fahrplan zu konsultieren.

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Die beliebtesten Kommentare
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N. Y. P.
30.07.2026 18:45registriert August 2018
..wie Hersteller ihre Fahrzeuge vor Cyberangriffen schützen und entsprechende Cybersicherheitsmanagementsysteme umsetzen müssen.

Diese Naivität der VBZ ist grenzenlos.

Erstens ignoriert man die Erfahrungen der Norweger. Und auf Anfrage sagt die VBZ:

Fer chinesische Hersteller der Busse hat die Verantwortung, die Busse so auszustatten, dass sie (Hersteller) selber nicht auf die Daten zugreifen können.

Hey, Wolf, erarbeitest du ein Konzept, dass du keine Hühner mehr reissen kannst?

Der Wolf: Na klar doch !
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