Terresta will Winterthurer «Gisi»-Besetzer anzeigen
Die Besetzerinnen und Besetzer der Winterthurer «Gisi» sind der Aufforderung, das Gebäude zu verlassen, bis am späteren Montagnachmittag nicht nachgekommen. Die Liegenschaftsverwalterin Terresta will deshalb am Dienstag Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs einreichen.
«Bis zu einer allfälligen Räumung sind weitere juristische Schritte nötig, die wir jetzt vorbereiten», teilte ein Sprecher von Terresta auf Anfrage von Keystone-SDA mit.
Die Aktivistinnen und Aktivisten liessen das ursprüngliche Ultimatum für den Auszug per Ende Juli ungenutzt verstreichen. Daraufhin verlängerte Terresta die Frist um zehn Tage. Schliesslich erhielten die Besetzerinnen und Besetzer dann eine Nachfrist: Terresta erlaubte ihnen, das Gebäude erst heute Montag zu verlassen.
Fehlende Baubewilligung
Das Haus an der General-Guisan-Strasse 31 ist bereits seit 1997 besetzt. Die Bewohnerinnen und Bewohner hatten am vergangenen Freitag an einer Medienkonferenz bekräftigt, dass sie bleiben wollen. Sie werfen der Eigentümerin vor, eine Räumung auf Vorrat anzustreben, da noch keine rechtskräftige Baubewilligung vorliege.
Terresta verwaltet die Liegenschaft für die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) des verstorbenen Immobilienbesitzers Bruno Stefanini. Geplant sind Wohnungen sowie eine gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss. Die Verwaltung verweist darauf, dass ein detailliertes Baugesuch bisher nicht möglich war, weil ihr der Zutritt zum Gebäude verweigert worden sei.
Das Ende der jahrzehntelangen Duldung begründet die Verwaltung neben den Umbauplänen auch mit Sicherheitsbedenken. Bei einer Kontrolle seien diverse Brandschutzmängel im Erdgeschoss festgestellt worden, wo regelmässig Veranstaltungen stattfinden. Zudem habe es vermehrt Lärmklagen aus der Nachbarschaft gegeben. Die Besetzer verlangen derweil weiterhin eine langfristige Lösung im Baurecht. (hkl/sda)
