Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FUSSBALL 1. BUNDESLIGA SAISON 2019/2020 SUPERCUP FINALE Borussia Dortmund - FC Bayern Muenchen 03.08.2019 Robert Lewandowski (li, FC Bayern Muenchen) gegen Manuel Akanji (Borussia Dortmund) DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. *** FUSSBALL 1 BUNDESLIGA SAISON 2019 2020 SUPERCUP FINALE Borussia Dortmund FC Bayern Muenchen 03 08 2019 Robert Lewandowski li, FC Bayern Muenchen vs. Manuel Akanji Borussia Dortmund DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video

In dieser Saison hatten die Bayern mit Torschützenkönig Robert Lewandowski die Nase vorn. Bild: www.imago-images.de

Akanjis Revier

Was mich am Zweikampf in der Bundesliga an die Super League erinnert

Meine Saison ist beendet, nun stehen Ferien an. Bevor ich mit meiner Familie den Sommer geniesse, blicke ich nochmals zurück auf ein aufregendes Jahr mit Borussia Dortmund.

Manuel Akanji
Manuel Akanji



Eine lange Saison ist vorbei. Es war, mehr oder weniger, eine gute. Klar wären wir mit Borussia Dortmund gerne Meister geworden. Aber wir haben in der Hinrunde zu viele Punkte liegen gelassen. Bayern München hat ebenfalls eine souveräne Rückrunde gespielt, deshalb reichte es uns am Ende nicht.

Wir mussten uns als Mannschaft erst finden. Als wir dann das System gefunden hatten, das am besten zu uns passt, wurden die Leistungen immer besser. Auch in der Rückrunde, als es bis zum Bayern-Spiel noch darum ging, ob wir Meister werden können, waren wir gut. Danach haben wir nachgelassen. Das darf uns nicht mehr passieren.

Nach einer langen Saison geht's ab in die Ferien.

Wie lange diese besondere Saison war, fällt vielleicht erst beim Blick zurück auf. Mit dem 2:0-Sieg im Supercup gegen Bayern München begann sie optimal. Gefühlt ist das schon ewig her. Ein «riesiger» Titel war das aber ehrlich gesagt nicht: Wir durften nur spielen, weil wir Zweiter geworden waren, Bayern hatte ja das Double geholt.

Was mir jedoch immer in Erinnerung bleiben wird, ist der spektakuläre Sieg gegen Inter Mailand in der Champions League. Unvergessliche 90 Minuten waren das! In der Halbzeit lagen wir 0:2 zurück und wussten, dass wir die Partie gewinnen müssen, um im Wettbewerb zu bleiben. Wir gaben nochmals alles und die Fans haben uns grossartig unterstützt, die Stimmung war fantastisch. Und so haben wir den Match noch gedreht und 3:2 gewonnen. Bei solch schönen Erinnerungen ist es umso bedauerlicher, dass die aktuelle Situation es nicht zulässt, Fussball vor Zuschauern zu spielen. Aber ich bin froh, dass wir die Saison wenigstens zu Ende spielen durften.

abspielen

Die Highlights des 3:2-Siegs gegen Inter. Video: YouTube/Borussia Dortmund

Mit einem Geisterspiel endete, kurz vor der Corona-Zwangspause, auch unsere Champions-League-Saison, mit dem Ausscheiden bei Paris Saint-Germain. Es war für viele von uns das erste Spiel überhaupt ohne Zuschauer und wir wussten nicht, was uns da erwartet. Leider konnten wir dann nicht die Leistung abrufen, die nötig gewesen wäre.

In der Bundesliga reichte es am Ende wie im Vorjahr zu Rang 2. Um die Bayern hinter dir zu lassen, darfst du dir nur sehr wenige Fehler erlauben, es ist eine schwierige Aufgabe. Wir haben es versucht und werden weiter versuchen, ihnen das Leben schwer zu machen.

Die Bayern haben eine unglaubliche Qualität in der Mannschaft, das weiss man, das muss man auch anerkennen. Aber wir müssen uns davor nicht verstecken! Ihr Vorteil war bestimmt die unglaubliche Erfahrung, die sie in ihren Reihen haben. Einige Spieler wurden schon zum achten Mal in Folge Meister. Nicht unwichtig.

Ich vergleiche die Situation häufig mit der Super League. YB war jahrelang immer vorne dabei, aber wenn es dann zum Spitzenspiel gegen den FC Basel kam, verloren die Berner. Denn wir wussten mit dem FCB haargenau, was es braucht, um diese Partie und den Meistertitel zu gewinnen.

 Fortuna Duesseldorf : Borussia Dortmund, 13.06.2020 Jubel Erling Haaland BVB nach seinem Tor zum 0:1 zusammen mit Mats Hummels BVB, Manuel Akanji BVB 13.06.2020, Fussball, 1. Bundesliga, Saison 2019/20, 31. Spieltag, Fortuna Duesseldorf - Bor. Dortmund Foto: Norbert Schmidt/POOL Nur f

Winterzugang Erling Haaland brachte mit seiner starken Physis ein neues Element in unser Spiel – und er schoss unglaublich viele Tore. Bild: imago-images/Norbert Schmidt

Beim Team in der Aussenseiterrolle muss vieles stimmen, damit es diese Siegermentalität entwickelt. Bayern München hat diesen Willen, immer und immer wieder Meister zu werden. Aber unser Hunger, oder auch der von den anderen Verfolgern wie RB Leipzig oder Borussia Mönchengladbach, ist vermutlich grösser, endlich die Schale zu holen. Bis auf wenige in unserer Mannschaft haben die meisten noch nie die Schale in den Händen gehabt. Darum wollen wir dieses Gefühl auch einmal erleben und ich bin überzeugt, die Zeit wird kommen, dass Deutschland mal wieder einen anderen Meister hat.

In der Hinrunde hatte ich die eine oder andere Phase, in der es mir nicht so lief, wie ich es mir wünschte. Ich machte mir Gedanken, wie ich mein Spiel verbessern konnte. Mit harter Arbeit und Fleiss habe ich es wieder geschafft. Ich denke, dass ich besonders nach der Corona-Pause eine sehr gute Leistung gezeigt habe. Wir erhielten kaum Gegentore und ich konnte meinen Teil zu positiven Resultaten beitragen.

Das Schuften in der Winterpause hat sich gelohnt.

Es macht schon Spass, in einem Team wie Borussia Dortmund spielen zu können. Wir haben viele begabte Spieler. Das Niveau ist sehr hoch, im Training ist man täglich gefordert. Wir pushen uns gegenseitig, weil jeder mit den anderen mithalten will. Ich bin nicht der Meinung, dass unsere Mannschaft mit einem «fehlenden Charakter» oder Ähnlichem zu kämpfen hat, was da und dort von Aussenstehenden behauptet wird. Man holt keine 69 Punkte, wenn Mentalität und Charakter fehlen. Das vergessen viele. Werden wir Meister, war es eine gute Saison, werden wir Zweiter, war die ganze Saison schlecht.

Auch Gerüchte um meine Person gibt es immer, obwohl ich bei Dortmund glücklich bin und einen Vertrag bis im Sommer 2022 habe. Man sollte als Fan nur das glauben, was schlussendlich von einem Klub final bestätigt wird. Wenn wirklich etwas konkret ist, erfahre ich das von meinem Berater und sicher nicht aus dem Internet.

Nun freue ich mich aber primär darüber, dass ich Ferien habe, und damit Zeit, um auszuruhen und den Kopf zu lüften. Ich muss erst im August wieder in Dortmund sein, bis dahin hat jeder Spieler einen individuellen Trainingsplan erhalten, um fit zu bleiben. Den grössten Teil der Sommerferien werden meine Frau, unser Sohn und ich in der Schweiz verbringen. Gut möglich, dass ich auch einmal eine Partie meines Heimatklubs FC Winterthur besuchen werde, wenn es sich ergibt.

Bild

bild: sven germann

Akanjis Revier

Von Wiesendangen auf die grosse Fussballbühne: Manuel Akanji hat sich als Bundesligaspieler und in der Schweizer Nati etabliert.

In seinem Blog auf watson erzählt der 25-Jährige aus dem Leben eines Profifussballers. Unverblümt, authentisch, anekdotenreich – mit einem spannenden Einblick auf und neben das Spielfeld.

Mehr von Manuel Akanji gibt's hier:
BildBildBild

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

«Gazza» und Co. – die besten Fussballer-Zitate

So war die Schweiz in den Kolonialismus verstrickt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

9
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ceres 04.07.2020 17:15
    Highlight Highlight Ach nein. Es wiederholt sich doch immer wieder. Bayern, PSG, ManCity oder Liverpool, Barcelona oder Real, Juve, YB oder Basel...
    Formel 1 ist es Mercedes, Tennis Djokovic oder Nadal, Eishockey Bern...
    Das macht es so fad. Wenn mal ein anderer oben aus schwingt ist es eine grosse Überraschung. Schade. Ich bin langsam müde und etwas gelangweilt
  • Uno 04.07.2020 08:58
    Highlight Highlight Es war eine tolle Saison von euch. Immerhin hatte man eine letzte Chance auf die Meisterschaft bis zum 29. ten Spieltag. Beim Pokal bezog Bremen ein Glückstag, 3 Chancen, 3 Treffer. Hinspiel gegen PSG war auch tolles Spiel. Der BVB kann eigentlich aktuell gegen Jeden gewinnen, wenn ihr in euren Spielfluss kommt. Gegen gewisse Mannschaften, zB Union, muss man auch mal über den Kampf ins Spiel kommen. Paderborn erste Halbzeit, Vorrunde Hoffenheim und Leipzig am Schluss noch Punkte abgegeben. Denke, das könnte man verbessern, dann wäre man in der Bayernkonstanz und ein Titel wäre möglich.
  • Fisherman 03.07.2020 18:31
    Highlight Highlight Danke Manuel Akanji. Lese die Kolumne sehr gerne. Besonders als BVB Fan.
  • d10 03.07.2020 18:07
    Highlight Highlight Akanji's Kolumne ist immer lesenswert, aber der Vergleich mit der Super League hinkt etwas.

    Die Bayern bauern ihre wirtschaftliche Vormachtstellung geschickt immer weiter aus. Der FCB hat hingegen sein einstiges Primat eingebüsst, wir erleben endlich mal wieder einen richtig spannenden Titelkampf. In DE scheint so etwas leider kaum absehbar, und schon gar nicht, dass ein finanzieller Aussenseiter wie SG in der Schweiz mitmischen kann.

    Aber Wunder gibt's immer wieder, der BVB darf weiterhoffen :)
  • postprandiales Vigilanzsuppressionssyndrom 03.07.2020 17:46
    Highlight Highlight wie immer sehr interessant

    Genieß die Zeit mit der Familie und ich freue mich auf die nächste Saison
  • beautyq 03.07.2020 16:57
    Highlight Highlight Wie in der Super League läuft die Nummer 2 jahrelang der Nummer 1 hinterher und als es scheint, als würde nun die Macht wechseln, kommt irgendwo ein FC St. Gallen her.

    Spass beiseite - ich traue den Dortmundern keine zwei Titel in Folge zu, denn einerseits schläft auch die Konkurrenz nicht (Leipzig wird immer stärker) und andererseits sieht es nicht danach aus, als ob die Bayern nachlassen würden - eher im Gegenteil.
    • Fisherman 03.07.2020 18:32
      Highlight Highlight BVB wird Meister
    • Roelli 04.07.2020 06:45
      Highlight Highlight Ich denke auch das es schwierig wird.
      Bei YB ergab sich die möglichkeit auch erst als bei Basel unruhe in den Klib kam und doe Führung ausgewechselt wurde. Hätte es keinen Führungswechsel in der Chefetage gegeben wäre YB wahrscheinlich noch länger nicht Meister geworden und Basel noch ein paar Jahre davon gezogen.
  • Pipikaka Man 03.07.2020 14:43
    Highlight Highlight Könnt ihr sowas ähnliches mit Clint Capela machen wenn möglich? Ich weiss er ist aus der Romandie. Weil ich denke er ist bei weitem unser bester Teamsport Athlet im Verhältnis zum Sport den er spielt (fast Andy Schmid vergessen lol). Leider wird Capela sehr wenig Beachtung geschenkt, obwohl er es mehr verdient hätte sogar als gewisse Nati Stammspieler.

    Ich finde die Akanji Serie immer sehr interessant. Ich finde Akanji durchaus sehr Wortgewandt und er bringt immer sehr gute Punkte ein, wo er dem Durchschnittsfussballfans die Lieblingsargumente und Plattitüden widerlegt. Wünsche ihm viel Glück in seiner weiteren Karriere.

Kommentar

SwissCovid ist ein Intelligenztest – und die Zwischenresultate sind, nun ja...

Wie überzeugt man Menschen, etwas freiwillig zu tun, von dem sie fälschlicherweise glauben, es bringe ihnen keinen Nutzen? Und was braucht es, damit Jung und Alt in Krisenzeiten solidarisch sind?

Die Corona-Krise spaltet das Land. Und lässt viele kalt.

Wie sonst ist zu erklären, dass Millionen Bürgerinnen und Bürger bewusst auf die nationale Warn-App verzichten, die zur Eindämmung der Seuche lanciert wurde?

Erhebungen des Bundes zeigen, dass die im Juni lancierte SwissCovid-App inzwischen auf 1,2 Millionen Smartphones läuft. Das ist wenig für ein aufgeklärtes, wohlhabendes Land mit über 6 Millionen kompatiblen iPhones und Android-Smartphones. Viel zu wenig.

Dem Bundesamt für Gesundheit …

Artikel lesen
Link zum Artikel