Hannover-Fans verwüsten Gästebereich – deutscher Fünftligist bittet um Spenden
Diese Bilder machen nicht nur Fünftligist SV Hemelingen fassungslos: Der Aussenseiter hat nach der klaren Niederlage in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Hannover 96 (1:9) Fotos aus dem verwüsteten Gästebereich veröffentlicht. Darauf zu sehen: beschmierte Wände und Spiegel, überflutete Toiletten oder aus der Wand gerissene Waschbecken.
«Ein historischer Fussballabend – und Bilder, die wir so nicht stehen lassen können», schrieb der Fünftligist, der eigens für die Partie ins grössere Bremer Weserstadion umgezogen war, auf Instagram. Zwar wolle man nicht die Mehrheit der Hannover-Fans für die massiven Beschädigungen verantwortlich machen. Dass einige Zuschauer sich allerdings derart gehen liessen, mache den Verein «umso trauriger».
Die SV Hemelingen weiter: «Wir sind ein Verein aus der fünften Liga, ohne gewachsene Rivalität oder Feindschaft zu Hannover. Nur weil wir aus Bremen kommen, entsteht daraus keine Rivalität.» Wer für die Zerstörungen verantwortlich ist, wolle der Verein keiner bestimmten Gruppe zuschreiben. Klar sei aber: «Wer Fussball als Deckmantel für Gewalt und Vandalismus nutzt, hat mit Fankultur nichts zu tun. Wir sind sicher, dass sich auch die grosse Mehrheit der Hannoveraner Fans davon distanziert.»
SV Hemelingen startet Spendenaktion
Das Problem für den Fünftligisten: Für die Schäden muss der kleine Verein aus der Bremen-Liga nun selbst haften. Weil der Vandalismus der Hannoveraner Fans den Klub finanziell schwer trifft, hat Hemelingen nun eine Spendenaktion ins Leben gerufen. «Wir brauchen Unterstützung», heisst es in einer entsprechenden Anzeige auf der Plattform «Gofundme». «Die entstandenen Kosten treffen uns als kleinen Fünftligisten hart.»
Zwar will der Verein nicht betteln. «Aber wir möchten auch nicht auf den Kosten sitzen bleiben, die einige wenige durch Vandalismus verursacht haben», schreiben die Hemelinger weiter. Als erstes Spendenziel hat der Klub 4500 Euro festgelegt. Am Dienstagnachmittag wurde bereits knapp die Hälfte des Spendenziels erreicht.
Unter dem Instagram-Beitrag zum verwüsteten Gästebereich sammelten sich innerhalb kürzester Zeit bestürzte Reaktionen. «Ich bin selber 96-Fan, aber ich schäme mich für unsere Fans. Wie kann man nur so was machen und nein, das hat nichts mit Fussball zu tun», schreibt etwa ein Nutzer. Ein anderer beklagt das «peinliche Verhalten erwachsener Menschen». Wenn man seine Emotionen nicht im Griff habe, sollte man daran arbeiten, schreibt er.

