
Jürgen Klopp am DFB-Sitz in Frankfurt.Bild: keystone
24.07.2026, 12:1224.07.2026, 12:12
Wunschkandidat Jürgen Klopp wird wie erwartet Bundestrainer und folgt auf Julian Nagelsmann. Der Deutsche Fussball-Bund gab nach dem frühen WM-Aus der DFB-Elf die Verpflichtung des 59-Jährigen bekannt. «Er war von Anfang an unsere Wunschlösung. Wir haben uns um Jürgen Klopp bemüht, das war kein Geheimnis. Wir waren überzeugt, dass er die beste Lösung ist», sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Bundestrainer Jürgen Klopp und DFB-Vizepräsident Aki Watzke (von links).Bild: keystone
Klopp sprach von einer grossen Ehre. «Ich hatte schon eine Ahnung, wie gross das Amt des Bundestrainers ist. Aber nun spüre ich die Grösse und die Verantwortung noch viel mehr. Mit der Unterschrift heute ist das ein ganz besonderer Tag für mich. Ich bin froh, dass mit den Verträgen alles geklärt ist und wir uns nun auf unsere Aufgabe konzentrieren werden.»
«Wenn etwas angepasst werden muss, dann machen wir das»
Der DFB einigte sich mit Red Bull, wo Klopp noch unter Vertrag stand. Laut Neuendorf spendet der Verband eine Million Euro an die Stiftung «Wings for Life» und trägt drei A-Länderspiele der Männer in Leipzig aus.
Klopp kündigte tiefgreifende Veränderungen an: «Wir wollen jeden Stein umdrehen. Wenn etwas angepasst werden muss, dann machen wir das.» Mit Blick auf zuletzt erfolgreichere Nationen meinte er: «Schön wäre es, wenn in einigen Jahren andere Verbände sagen würden: Jetzt machen wir es so wie der DFB.»

Klopp präsentierte sich voller Tatendrang.Bild: keystone
Ein positives Klima schaffen
Ein System hat der neue Bundestrainer bereits im Kopf. «Wir werden hinten mit vier Verteidigern spielen, wir werden mit Flügeln spielen. Die Spielmacher der heutigen Zeit sind dort. So wird es ablaufen.» Er wolle einen kompletten Neustart, jeder mit deutschem Pass habe die Chance, fürs Nationalteam aufzulaufen. «Es werden Spieler Möglichkeiten bekommen, die jetzt vielleicht noch gar nicht damit rechnen. Ich war schon immer mutig und werde das auch bleiben.»
Selber habe er abseits der grossen Turniere zuletzt nicht mehr jedes Länderspiel geschaut, gab Klopp zu. Er wolle wieder eine für eine bessere Stimmung rund um die Nationalelf sorgen. «Ich habe Lust, mit Jungs zu arbeiten, die einen Fussball spielen wollen, der allen gefällt. Das ist nicht immer sofort erfolgreich, aber ich möchte auch mit der Nationalmannschaft schaffen, dass die Leute nach Hause gehen und denken: Wow, das war wirklich cool.»
Gleichzeitig mit Klopp engagiert der DFB Per Mertesacker als Geschäftsführer. Der frühere Weltmeister übernimmt den Posten zum Jahresbeginn 2027. Sein Vorgänger Andreas Rettig bleibt bis dahin im Amt. (ram/sda/dpa)
Die Medienkonferenz zum Nachlesen:
Erstmals ernst gilt es für Klopp und Deutschland Ende September. In der Nations League kommt es am 24. September auswärts zum Duell mit dem Rivalen Niederlande. Weitere Gegner im selben Länderspiel-Block sind Griechenland (zwei Mal) und Serbien.
«Im Anzug mit Krawatte werde ich auf keinen Fall an der Linie stehen, alles andere werden wir sehen. Ein Trainingsanzug ist aber auch nicht wahnsinnig wahrscheinlich.»
«Die Spieler, die ich bisher gesichtet habe, habe ich auf Youtube gesichtet. Da sehen alle gut aus. Ich brauche nun die Logins auf die richtigen Scouting-Systeme. Die Jungs können sicher sein: Wer Gas gibt, wird mit mir viel Spass haben.»
«Die Bayern müssen sich keine Gedanken machen, dass ich nur Dortmunder oder Leipziger aufbiete – obwohl die sehr gute haben.»
«Wer Jürgen holt, kriegt ihn. Ich werde tief in die Strukturen gehen. Habe ich hier einen festen Parkplatz mit Schild? (Ein Verantwortlicher nickt.) Da wird ab und zu ein Auto stehen.»
«Wir haben unglaublich viel Talent in Deutschland. Wir sind U17-Weltmeister geworden vor drei Jahren. Jetzt kommen diese Spieler in ein gutes Alter. Es geht darum, wieder ein logischer Titelkandidat zu werden an Europa- und Weltmeisterschaften, denn das sind wir im Moment nicht. Die Erwartungshaltung ist in Deutschland wahnsinnig. Was soll man sagen? Natürlich wollen wir die höchsten Ziele erreichen.»
«Es ist wirklich ein Neustart. Niemand wird abgeschrieben. Wer für Deutschland spielberechtigt ist, soll sich jetzt ruhig mal etwas Mühe geben …»

«Ich hätte echt gern, wenn wieder alle Länderspiele gucken. Ich gebe es ehrlich zu: Abseits der Turniere habe ich zuletzt nicht oft geschaut.»
«Bisschen intensiver hätte es schon sein können», sagte Klopp zum DFB-Spiel an der WM auf die Frage, ob er beim Nationalteam seinen «Klopp-Fussball» spielen lassen werde. «Wir werden hinten mit vier spielen, wir werden mit Flügeln spielen. Die Spielmacher der heutigen Zeit sind dort. So wird es ablaufen.»
«Es werden Spieler Möglichkeiten bekommen, die jetzt vielleicht noch gar nicht damit rechnen. Ich war schon immer mutig und werde das auch bleiben. Ich habe Lust, mit Jungs zu arbeiten, die einen Fussball spielen wollen, der allen gefällt. Das ist nicht immer sofort erfolgreich, aber ich möchte auch mit der Nationalmannschaft schaffen, dass die Leute nach Hause gehen und denken: Wow, das war wirklich cool.»

«Es gab seit der WM keinen Austausch mit Julian Nagelsmann. Ich respektiere ihn total, ich glaube, da liegt nichts im Argen und ich wünsche ihm nur das Allerbeste. Heute ist für ihn wohl auch ein guter Tag, dass das Kapital abgeschlossen ist. Ich bin mir sicher, dass er viele Möglichkeiten haben wird und ich wünsche ihm alles Gute.»
«Meinen Alltag kenne ich noch nicht. Ich bin ganz froh, dass es nicht schon morgen losgeht. Mir wurden eben die Räumlichkeiten gezeigt, es sind Büros vorhanden und ich wohne nicht weit entfernt. Wie oft ich hier sein werde, kann ich jetzt aber noch nicht sagen. Ich werde Spiele gucken in jedem Land, wo wir Spieler haben. Und ich möchte zügig mit ihnen in Kontakt treten. Das wird meine erste Aufgabe sein.»
«Wir wollen jeden Stein umdrehen. Wenn etwas angepasst werden muss, dann machen wir das. Meine Hauptaufgabe ist, der A-Nationalmanschaft zu helfen. Das funktioniert nur, wenn wir eng mit dem Unterbau zusammenarbeiten. Es ist auch die Idee, den Verband generell zu führen.»
«Schön wäre es, wenn in einigen Jahren andere Verbände sagen würden: Jetzt machen wir es so wie der DFB.»

«Ich war jetzt zwei Jahre raus aus dem aktiven Leben mit den Medien und kann nicht behaupten, dass ich das vermisst habe. Ich war schon ein bisschen überrascht, wie viel rauskam», kritisierte er die Journalistenschar, die die Verhandlungen in den letzten Wochen intensiv behandelt hatte.
«Ich mache den Job, obwohl ich mitbekommen habe, wie ihr mit Julian umgegangen seid», schoss er weiter. «Es geht um die Sache: Jürgen Klopp hat keine Karriere nach der Nationalmannschaft. Das ist idealerweise meiner Karriere. Ich werde alles reinlegen, was mir zur Verfügung steht und das beste Trainerteam, das für mich zur Verfügung steht, an meiner Seite.»
«Es ist eine grosse Ehre, hier sitzen zu dürfen. In den letzten Tagen ist ein bisschen ein Film abgelaufen im Kopf: Wo komme ich her? Wie ging das los? Ich hatte schon eine Ahnung, wie gross das Amt des Bundestrainers ist. Aber nun spüre ich die Grösse und die Verantwortung noch viel mehr. Mit der Unterschrift heute ist das ein ganz besonderer Tag für mich. Ich bin froh, ist mit den Verträgen alles geklärt und wir uns auf unsere Aufgabe konzentrieren werden.»
Noch muss er warten mit einer Aussage, nach Neuendorf spricht nun noch Aki Watzke zu den Medien. «Ich hatte schon das Privileg, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er ist für diese Situation wie geschaffen», sagt der frühere BVB-Boss, der nun DFB-Vizepräsident ist. «Ich hatte immer im Hinterkopf, noch einmal mit ihm zusammenarbeiten kann.»

«Wir haben intensive Gespräche mit Red Bull und Oliver Mintzlaff gehabt. Wir waren gemeinsam der Auffassung, dass eine gleichzeitige Ausübung beider Ämter nur schwer miteinander vereinbaren lassen. Es wäre nicht zielführend gewesen. Es war relativ schnell klar, dass Jürgen seine Aufgabe bei RB aufgibt und die volle Konzentration beim Verband liegt.»
Neuendorf bestätigt Medienberichte, dass sich der DFB erkenntlich zeigt, dass Klopps Vertrag bei Red Bull aufgelöst wird. Der Verband spendet eine Million Euro an die Stiftung Wings for Life und trägt drei A-Länderspiele der Männer in Leipzig aus.
Klopp ist nicht der einzige Neue beim DFB. Per Mertesacker wird neuer Geschäftsführer Sport. Der Weltmeister 2014 folgt auf diesem Posten auf Andreas Rettig.
«Wir haben in den letzten Wochen sehr intensiv miteinander gesprochen. Ja, er war von Anfang an unsere Wunschlösung. Wir haben uns um Jürgen Klopp bemüht, das war kein Geheimnis. Wir waren überzeugt, dass er die beste Lösung ist. Es ging um Co-Trainer, um Partnerverträge, um Red Bull – es war eine komplexe Thematik. Aber wir haben aufs Gaspedal gedrückt und können nun die Lösung präsentieren.»

DFB-Präsident Bernd Neuendorf: «26 Tage ist es her seit dem bitteren Ausscheiden gegen Paraguay an der WM. Ich freue mich sehr darüber, dass es heute Morgen an der Sitzung ein einstimmiges Votum für Jürgen Klopp und sein Team gegeben hat. Wir sind froh, ihn heute als neuen Bundestrainer präsentieren zu dürfen.»
Bald kommen die Protagonisten der Medienkonferenz hinzu.

Nach dem desaströsen WM-Abschneiden musste Julian Nagelsmann als Bundestrainer gehen. Nun stellt der Deutsche Fussball-Bund um 11 Uhr seinen Nachfolger vor: Jürgen Klopp.
Mehr zum Thema: