ManCity-Rekordeinkauf kann sich nicht erinnern, dass ManUnited mal erfolgreich war
Für knapp drei Wochen war Elliot Anderson der teuerste Engländer in der Geschichte des Fussballs. 135 Millionen Euro überwies Manchester City für den 23-jährigen Mittelfeldspieler an Nottingham Forest. Dann kaufte Chelsea Morgan Rogers von Aston Villa für drei Millionen mehr. Dennoch bleibt Anderson der Rekordeinkauf der Skyblues.
Bei seiner Vorstellung sprach der englische Nationalspieler, der an der WM abgesehen vom Spiel um Platz 3 immer in der Startformation stand und überzeugen konnte, über seine Beweggründe für den Wechsel zu Manchester City – und verriet dabei auch etwas darüber, wie sich die Machtverhältnisse im englischen Fussball verschoben haben.
«Ich bin völlig aus dem Häuschen und kann es kaum erwarten, für diesen Klub zu spielen», so Anderson. «Sie haben in den letzten zehn, zwölf Jahren dominiert und deshalb wollte ich hierherkommen.» Angesprochen auf das Manchester-Derby zwischen seinem neuen Klub und United sagte er: «Solange ich mich erinnern kann, war City der König von Manchester.»
Während Manchester United den englischen Fussball lange Jahre dominierte und unter Trainer Sir Alex Ferguson zwischen 1993 und 2013 13 von 31 Meistertiteln sowie zweimal die Champions League gewann, kann sich ein Spieler wie Elliot Anderson mit dem Jahrgang 2002 kaum an diese Zeit erinnern. Als ManUnited im Mai 2008 auf den europäischen Thron stieg, war Anderson noch nicht einmal sechs Jahre alt. Danach wurden die Red Devils zwar noch dreimal Meister, doch gewann Manchester City die Premier League in derselben Zeit achtmal. Dazu kommen vier FA-Cup-, sieben Ligacup- und vor allem ein Champions-League-Triumph.
In den Derbys präsentiert sich ein ähnliches Bild: Zwischen September 1989 und Dezember 2003 verlor ManUnited zum Beispiel kein einziges Mal gegen ManCity – ab 2013 gingen hingegen die Skyblues in 18 Spielen als Sieger hervor, während ManUnited zwölfmal erfolgreich war.
Es ist also völlig verständlich, dass für Anderson der Scheich-Klub City der grössere der beiden Klubs in Manchester ist. Auch durch Eingriffe von finanzstarken Investoren oder Staaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar oder Saudi-Arabien haben sich die Machtverhältnisse im Fussball in den letzten Jahren verschoben.
So laufen viele Jugendliche auch in der Schweiz mittlerweile in Trikots von Manchester City oder Paris Saint-Germain herum, während diese Klubs vor rund 20 Jahren hingegen noch kaum eine Rolle gespielt haben und sich in den damaligen Schulklassen ausserhalb der beiden Städte kaum jemand ein Trikot der Skyblues oder von PSG gewünscht hat. Dafür dominierten neben den üblichen Verdächtigen die Mailänder Klubs oder eben Manchester United. Durch schlechtes Management liessen sich die Red Devils den Rang als Könige Manchesters jedoch ablaufen. (nih)
- Schmid brilliert als Zweiter erneut – Etappensieger Carapaz verdrängt Voisard aus Top 10
- FCSG gelingt Coup gegen Benfica im Quali-Hinspiel – Sion mit Remis in Belarus
- Auch wenn es kaum Unberechenbareres gibt: So tippt watson die neue Super-League-Saison
- LeBron James: Hat sich Miami mit einem Youtube-Link selbst verraten?
