Ferran Torres: Vom Barça-Ersatzmann zur Tormaschine bei PSG
Paris Saint-Germain gewinnt am Sonntagabend bei Erzrivale Marseille mit 2:1 – und wieder einmal steht ein Name im Mittelpunkt, der vor wenigen Monaten in Barcelona nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauskam. Ferran Torres wird eingewechselt, trifft und liefert damit den nächsten Beweis für seinen starken Start in Paris. Zusätzlich wird er nach Schlusspfiff zum MVP der Partie gekürt.
Vom Underdog zum Unterschiedsspieler
Seit Saisonbeginn kommt Ferran Torres kompetitionsübergreifend auf sieben Tore aus nur acht Schüssen aufs Tor – eine Effizienz, die bisher nur wenige Spieler hatten. Schon in seinem ersten Pflichtspiel für PSG, dem 2:2 gegen Rennes, erzielte er nach seiner Einwechslung direkt beide Pariser Tore.
In der Ligue 1 zählt er nach fünf Einsätzen vier Tore auf seinem Konto. Noch eindrücklicher: In der Champions League führt er nach dem 1. Spieltag die Torschützenliste an – mit einem Dreierpack beim CL-Debüt gegen Slovan Bratislava. Der Vergleich zur Vorsaison macht den Unterschied noch deutlicher: Für Barcelona brauchte der Spanier in der letzten Champions-League-Saison zehn Spiele, um auf drei Tore zu kommen. Bei PSG hat er diese Marke bereits nach seinem ersten Champions-League-Einsatz erreicht.
Bei Barcelona war Torres neben Stars wie Raphinha, Robert Lewandowski und Lamine Yamal nie unumstrittene Stammkraft – trotz solider 16 Liga-Tore in der vergangenen Saison. Bei PSG scheint er unter seinem früheren spanischen Nationaltrainer Luis Enrique dagegen wieder aufzublühen.
Sein portugiesischer Mitspieler Vitinha zeigte sich nach dem letzten Sieg in der Meisterschaft gegen Marseille gegenüber «L'Équipe» beeindruckt von Torres und seiner Treffsicherheit, die dieser erneut direkt nach seiner Einwechslung unter Beweis stellte. Er meinte: «Ich hoffe, er macht so weiter, er ist in Topform! Wir müssen alles daransetzen, dieses Leistungsniveau zu erreichen. Wir sind sehr froh, ihn im Team zu haben.»
Torres selbst äusserte sich auf die Frage nach seinem Geheimnis hinter seinen sieben Toren aus acht Schüssen sehr bescheiden: Man müsse einfach seine Chance nutzen, manchmal habe man Glück und treffe, manchmal nicht – wichtig sei nur, es immer wieder zu versuchen.
Brauchte er einfach nur den richtigen Platz – oder ist Enrique ein Genie?
Wahrscheinlich beides. Torres bekommt bei PSG eine klar definierte Rolle im Sturm, exzellente Mitspieler und das Vertrauen eines Trainers, der ihn seit Jahren kennt und schätzt. Gleichzeitig liefert Torres selbst mit seiner aussergewöhnlichen Chancenverwertung, die ihn schon jetzt in eine Reihe mit einer PSG-Legende wie Zlatan Ibrahimovic stellt. Ibrahimovic ist der einzige Spieler, der mit 8 Toren in seinen ersten sechs Pflichtspielen produktiver war als der 26-jährige Spanier.
