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Cristiano Ronaldo

Was hinter Ronaldos Abgang stecken soll – kehrt er nie mehr zurück?

epa13258201 Portugal's head coach Jorge Jesus speaks with player Cristiano Ronaldo (L) during a training session ahead of the UEFA Nations League match against Wales at Cidade do Futebol, Oeiras, ...
Da war die Welt noch gut: Cristiano Ronaldo und Jorge Jesus im Gespräch vor dem Start in die Nations League.Bild: Keystone

Machtkampf in Portugals Nati – Druck vom Ronaldo-Lager und Unterstützung aus England

Für CNN-Portugal-Kommentator Rui Santos ist klar: Solange Jorge Jesus Nationaltrainer ist, spielt Cristiano Ronaldo nie mehr für Portugal. Rio Ferdinand und Piers Morgan stehen indes hinter dem Captain.
06.10.2026, 12:0706.10.2026, 12:07

Beim 2:1-Sieg über Norwegen, sass Cristiano Ronaldo 90 Minuten auf der Bank. Jorge Jesus, der portugiesische Nationaltrainer, hatte ihm am Spieltag in Aussicht gestellt, ihn rund 30 Minuten einzusetzen. Im Verlauf des Spiels schickte der Trainer ihn zum Einlaufen – eingewechselt wurde er jedoch nie. Schon dort war allen bewusst, dass der Nati-Star nicht glücklich war, denn er verschwand direkt nach dem Schlusspfiff in der Kabine, ohne den Fans zu danken. Am kommenden Tag fehlte er auch im Training.

Verbandspräsident Pedro Proença reiste an, am Dienstagabend gab es ein Dreiergespräch. Am Mittwoch betonte Jesus vor dem Dänemark-Spiel, es gebe kein Problem. Kurz darauf verliess Ronaldo das Camp und kündigte an, den Portugiesen «zu gegebener Zeit» die Wahrheit zu erzählen.

Der Anruf

Laut des portugiesischen Tagblatts «Correio da Manha» spielte vor dieser Pressekonferenz ein Telefonat eine Rolle. Jesus sei unter Druck gesetzt worden, eine Erklärung mit acht Punkten zu verlesen, mit der er sich bei Ronaldo hätte entschuldigen sollen. Das Papier habe ihm Al-Nassr-Sportdirektor Simao Coutinho übergeben, wie Vitor Pinto bei CMTV enthüllte. Jesus habe nur die ersten zwei Punkte gelesen und sich dann geweigert. Eine Bestätigung dieses Berichts steht jedoch aus.

Am Montag legte Rui Santos, der portugiesische TV-Kommentator von CNN Portugal, nach: Ronaldo kehre nicht in die Nationalmannschaft zurück, solange Jesus im Amt ist. Schon nach Ronaldos Abreise hatte er von einer Provokation und einem Kräftemessen gesprochen. Die grössere Macht liege bei Ronaldo, so Santos. Offen sei nur, ob diese Macht reiche, Jesus zu stürzen, denn der werde nicht nachgeben. Jesus selbst zeigt sich offen: Ronaldo könnte beim nächsten Zusammenzug durchaus wieder aufgeboten werden, die Entscheidung liege bei ihm. Laut Berichten prüft der Verband sogar ein Abschiedsspiel.

Ferdinand und Morgan stellen sich hinter Ronaldo

Rio Ferdinand, früher Teamkollege von Ronaldo bei Manchester United, forderte Jesus auf, sich öffentlich zu entschuldigen, sonst drohe ihm die Entlassung. Die gesamte Situation wäre mit besserer Kommunikation vermeidbar gewesen, das habe er schon bei Roberto Martinez an der WM gesagt.

Piers Morgan, der zu Cristiano Ronaldo ebenfalls ein gutes Verhältnis pflegt, behauptet, Jesus habe sich im Gespräch bei Ronaldo und Proença entschuldigt. Die Aussage von Jesus, es gebe kein Problem, sieht er als Unsinn. Für Ronaldo sei es eine Frage des Respekts, denn Jorge Jesus würde in der Pressekonferenz nicht zu seinem Wort stehen.

Die Resultate sprechen eine klare Sprache

Rein sportlich betrachtet gibt es bei Portugal keinen Grund für Kontroversen: 1:0 gegen Wales, 2:1 in Norwegen, 4:2 in Dänemark und am Sonntag dank eines 2:1 zuhause gegen Norwegen ein vierter Sieg. Gonçalo Ramos traf in drei Startelf-Einsätzen dreimal.

Vier Gruppenspiele in einer Nations League sind aber noch keine Titel. Fernando Santos gewann 2016 die EM und 2019 die Nations League, Martinez 2025 die Nations League. Die Frage ist, ob Portugal Cristiano Ronaldo sportlich noch braucht oder ob ein Trainer wie Jorge Jesus, der sich nicht beugt, wichtiger ist. (car)

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