Stand mit Ex-Ambri-Spieler vor Gericht: Färjestad entlässt Cal Foote nach zwei Tagen
Vor ziemlich genau einem Jahr wurden die kanadischen Eishockeyspieler Michael McLeod, Carter Hart, Dillon Dubé, Cal Foote und Alex Formenton in einem Gerichtsprozess freigesprochen. Wegen sexuellen Übergriffs im Jahr 2018 an einer damals 20-jährigen Frau mussten sie sich vor Gericht verantworten. Die Richterin Maria Carroccia kam in ihrem Urteil zum Schluss, dass die Vorwürfe der Klägerin «nicht glaubhaft und nicht vertrauenswürdig» seien. Trotzdem sorgte der Fall in Kanada für grosse Schlagzeilen und auch in der Schweiz wurde er zum Thema.
Ambri löste den Vertrag mit Schlüsselspieler Formenton auf, als es zur Anklageeröffnung kam – verpflichtete den Kanadier vor der letzten Saison aber wieder, als der Freispruch feststand. Anders lief es nun für Cal Foote.
Der Verteidiger unterschrieb kürzlich beim schwedischen Verein Färjestad einen neuen Vertrag und wollte so seine Karriere wieder ins Rollen bringen. Dies sorgte aber für grosses Unverständnis. Der Entscheid wurde unter anderem von den Sponsoren, lokalen Politikern und den Fangruppen stark kritisiert. Gerüchten zufolge drohten einige Geldgeber sogar mit einem Ausstieg.
In einem öffentlichen Statement erklärt der neunfache schwedische Meister: «Als wir die Entscheidungen getroffen haben, den Spieler zu verpflichten, taten wir dies nach einer gründlichen Prüfung der Fakten und mehreren Gesprächen mit Personen, die einen guten Einblick in die Angelegenheit hatten.» Den Verantwortlichen wurde bewusst, dass die Situation ein Ausmass angenommen hatte, welches sie nicht mehr ignorieren konnten. Darum entschieden sich die Verantwortlichen dazu, den Vertrag mit Foote wieder aufzulösen.
Noch bei der Verpflichtung erklärte General Manager Rickard Wallin, dass der Verein den Sachverhalt genauestens geprüft habe und den Entscheid sorgfältig getroffen habe. Der SHL-Klub möchte den Fokus nun wieder auf das Sportliche legen und sich auf die neue Saison vorbereiten. (riz)
