Auch Asiens Fussballverband schliesst sich UEFA und CONCACAF an
Der Widerstand gegen die Investoren-Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino wird grösser. Gestern hat sich bereits der nord- und mittelamerikanische Verband CONCACAF gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. Die 55 Mitgliederverbände der europäischen UEFA gingen gar noch einen Schritt weiter und kündigten einen kompletten Boykott sämtlicher FIFA-Wettbewerbe an, bis Infantinos Pläne verworfen werden.
Und nun hat der Walliser FIFA-Präsident auch noch die Unterstützung der Asiaten verloren. Der Kontinentalverband AFC teilte am Freitagmorgen mit, dass er in Solidarität mit der UEFA und CONCACAF stehe und deren geäusserte Bedenken bezüglich der FIFA-Pläne teile. «Die Tatsache, dass die Situation einen Punkt erreicht hat, an dem ein ernsthafter Boykott von Weltmeisterschaften im Raum steht, müsse allen, die den Fussball lieben, zu denken geben», heisst es in der Mitteilung.
Der AFC kritisiert nicht nur den Vorschlag, sondern das allgemeine Vorgehen des Weltverbands. Die Investorenpläne hätten fundamentale Schwächen in den Konsultations- und Entscheidungsprozessen der FIFA offengelegt, schreibt der asiatische Verband. Es könne nicht sein, dass bei Vorschlägen dieses Ausmasses die kontinentalen und nationalen Verbände einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Der AFC fordert die FIFA dazu auf, ihre Entscheidungsprozesse gründlich zu überprüfen. «Der Fussball und die Weltmeisterschaft gehören der globalen Fussballfamilie, deren Zukunft stets gemeinsam gestaltet werden muss», heisst es zum Abschluss.
Damit scheint Infantino momentan die Mehrheit der Stimmen verloren zu haben. Der FIFA-Präsident braucht bis zu seinem Ultimatum vom 19. September 106 Ja-Stimmen (von 211 möglichen Stimmen), damit der Investoren-Deal abgesegnet wird. Stellen sich tatsächlich alle Landesverbände von UEFA (55 Mitglieder), CONCACAF (41) und AFC (47) gegen Infantino, wäre das schon nicht mehr möglich. Noch keine offizielles Votum abgegeben haben die Fussballverbände Afrikas (CAF), Südamerikas (COMNEBOL) und Ozeaniens (OFC).
Kein Wunder also, pocht der Schweizer darauf, dass sich einzelne Landesverbände gegen die Weisung ihres Kontinentalverbands richten. In einer Mitteilung am Freitagmorgen schrieb die FIFA: «Jeder hat das Recht, seinen Widerstand zum Ausdruck zu bringen und um weitere Erläuterungen zu bitten, doch keine einzelne Instanz kann für sich beanspruchen, alle 211 MAs weltweit zu vertreten. Jeder Mitgliederverband sollte die Möglichkeit haben, den Vorschlag zu prüfen und bei der Gestaltung seiner eigenen Zukunft mitzureden.»
Der in Zürich ansässige Weltverband plant, Teile der kommerziellen Rechte an Fussball-Weltmeisterschaften sowie an Klub-Weltmeisterschaften sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen an private Investoren – wohl mit Involvierung der Trump-Familie – verkaufen zu wollen. (abu)
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