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Nashville Predators defenseman Roman Josi (59), of Switzerland, is congratulated after scoring the go-ahead goal during the third period in Game 3 of the Western Conference final in the NHL hockey Stanley Cup playoffs Tuesday, May 16, 2017, in Nashville, Tenn. The Predators won 2-1. (AP Photo/Mark Humphrey)

Dürfen Josi (vorne), Weber, Fiala und die restlichen Preds auch nach dem Final jubeln? Bild: Mark Humphrey/AP/KEYSTONE

Stanley-Cup-Final: Die Defensive um Roman Josi ist Nashvilles grösster Trumpf 

In der Nacht beginnt der Stanley-Cup-Final. Mittendrin sind auch vier Schweizer – manche allerdings mehr als andere. Beide Seiten freuen sich auf das Duell unter Landsleuten und sie hoffen auf den ganz grossen Coup. Die Statistik deutet auf eine sehr ausgeglichene Serie hin.



Geht es nach den Experten von «EA Sports», müssen die Pittsburgh Penguins gar nicht mehr zum Stanley-Cup-Final antreten. Die Videospiel-Entwickler haben die NHL-Saison und die Playoffs simuliert – am Ende sind es die Nashville Predators, welche die begehrteste Eishockeytrophäe der Welt hochhalten dürfen.

Bereits im Oktober, noch vor Beginn der Saison, lässt EA ein erstes Mal den Ausgang der NHL-Saison 2016/17 simulieren. Das Resultat: Nashville gewinnt den Stanley Cup. Als alle Playoff-Teilnehmer feststehen, lässt die Firma erneut eine Simulation laufen – das Resultat bleibt dasselbe: Am Ende jubeln die Predators. Allerdings ist Nashvilles Erfolg auch schon die einzige Übereinstimmung mit der Realität. 

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So verlief die Playoff-Simulation von «EA Sports». bild: easports.com

Die Statistik

In der Realität wird Pittsburgh logischerweise alles andere als kampflos aufgeben. Zieht man die Erfahrung in Betracht, sind die Penguins wohl sogar leicht zu favorisieren. Als aktueller Titelhalter wissen sie, wie man sich im Stanley-Cup-Final durchsetzt. Wer sich allerdings alle gängigen Statistiken anschaut, der merkt schnell, dass der Final sehr ausgeglichen wird.

«Sie haben definitiv mehr Erfahrung als wir. Aber wir haben schon gegen andere, sehr erfahrene Teams gespielt. Unser Team hat nun selbst schon viel Erfahrung gesammelt.»

P.K. Subban, Nashville

Während bei den Penguins vor allem die Offensive um die Superstars Sidney Crosby und Jewgeni Malkin hervorsticht, überzeugt Nashville mit der besten Defensive der Liga und torgefährlichen Verteidigern. 

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bild: watson, infogr.am. Quelle: nhl.com

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Verletzte Spieler

Ein weiterer entscheidender Punkt im Final dürfte die Verletztenliste der beiden Teams sein. Da Nashville gegenüber Pittsburgh in der Offensive ohnehin schon im Hintertreffen ist, fallen die Ausfälle von Topcenter Ryan Johansen und dem aufgeblühten Schweizer Flügel Kevin Fiala noch mehr ins Gewicht.

Und durch die Verletzung von Captain Mike Fisher ist das Center-Lineup der Preds noch dünner geworden. Center Nummer 1 und 2 bei Nashville: Calle Järnkrok und Colton Sissons. Schon mal gehört? Ich, bis zu Sissons Hattrick in Spiel 6, auch nicht. Nashville darf aber hoffen, dass Fisher und Craig Smith im Final wieder auflaufen können.

«Die grosse Stärke unseres Teams ist die Kadertiefe. Wir haben im Angriff und in der Verteidigung viele Verletzte. Es hat aber auch Spieler, die dann einspringen und grossartige Arbeit leisten. Es gibt keinen Leistungsabfall durch die Verletzungen.»

Mark Streit, Pittsburgh

Bei den Penguins ist vor allem die Verteidigung angeschlagen. Teamstütze Kris Letang hat in den diesjährigen Playoffs noch keine Sekunde gespielt – und wird dies auch nicht mehr tun. Mit Chad Ruhwedel fällt ein zweiter Verteidiger aus. Und Justin Schultz spielt zwar wieder (und trug entscheidend zum Sieg in Spiel 7 gegen Ottawa bei), er tut dies aber mit einer gebrochenen Rippe. Dazu fehlten zuletzt auch noch die Stürmer Tom Kühnackl und Patric Hörnqvist. Letzterer trainierte zuletzt wieder mit dem Team und wird heute Nacht zum Einsatz kommen.

Die verletzten und angeschlagenen Spieler in der Übersicht

Nashville
- Kevin Fiala
- Ryan Johansen
- Mike Fisher
- Craig Smith

Pittsburgh
- Kris Letang
- Chad Ruhewedel
- Tom Kühnackl

Schweizer Final

Und dann ist dieser Final ja nicht zuletzt der erste Stanley-Cup-Final, in dem Schweizer Feldspieler regelmässig zum Einsatz kommen werden. Roman Josi und Yannick Weber treffen mit Nashville auf Mark Streits Pittsburgh Penguins.

«Schon früher sah man, dass Josi alles hat, um ein grosser Spieler zu werden. Er ist ein unglaublicher Spieler, aber auch ein toller Mensch. Er arbeitet hart und er will sich immer verbessern. Er spielt unglaublich.»

Mark Streit, Pittsburgh

Die drei Berner kennen sich bestens. Seit einigen Jahren absolvieren sie jeweils das Sommertraining gemeinsam. Schon vor acht Jahren spielten alle drei ihre erste WM zusammen. Mark Streit ist indes auch voll des Lobes für seine beiden Freunde. «Josi ist ein grossartiger Spieler, aber auch ein toller Mensch.» Er arbeite hart, sei bescheiden und wolle sich immer verbessern.

Auch Yannick Weber wird von Streit in den höchsten Tönen gelobt. «Es war nicht immer einfach für ihn in Nordamerika, aber er hat weiter hart gearbeitet», sagt Streit. Es habe Spieler gegeben, die den einfachen Weg nahmen und in der Schweiz einen schönen Vertrag unterschrieben. «Weber entschied sich zu bleiben und spielt jetzt in Nashville gutes Hockey.»

«Weber und Irwin spielen unglaublich solid und treffen immer die richtigen Entscheidungen. Sie tragen einen grossen Teil zu unserem Erfolg bei»

Roman Josi, Nashville

Josi ist bei Nashville sicher der Schweizer, der am meisten im Rampenlicht steht. Umso mehr weiss er die Leistung, die Yannick Weber und dessen Verteidigungspartner Matt Irwin abrufen, zu schätzen. «Sie spielen unglaublich solid und treffen immer die richtigen Entscheidungen. Sie tragen einen grossen Teil zu unserem Erfolg bei», so Josi.

Bern, 21.06.2015 - Berner Tennis Meisterschaften, Kategorie Doppel R5/R9, die NHL Spieler Roman Josi und Mark Streit, (Manuel Winterberger/EQ Images)

Josi (und Streit) bei den Berner Tennis-Meisterschaften 2015. Bild: Manuel Winterberger

Die Affiche gegen Mark Streit sei sehr speziell, sagt Josi. «Wir trainieren jeden Sommer zusammen und er war immer ein Vorbild für mich. Streit war sogar so etwas wie der Leader unserer Gruppe.»

Ob die beiden dann tatsächlich auch gegeneinander spielen ist nicht garantiert. Streit war bei Pittsburgh zuletzt nur Ergänzungsspieler und oft auf der Tribüne zu finden. Wer am Ende die Nase vorne haben wird, wissen wir spätestens in etwa zwei Wochen. Los geht es in der Nacht auf morgen um 2.00 Uhr in Pittsburgh.

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