Wo landet Manager Lengwiler nach dem Aus in Zug? Ein paar Spekulationen
Sportchefs und Geschäftsführer können sich in der National League einer im Sportgeschäft recht hohen Jobsicherheit erfreuen. Natürlich kommt es ab und an zu Amtsenthebungen. In der Regel aber nur bei dramatischem sportlichem Misserfolg. Das Zuger Sommertheater ist eher eine Ausnahme, nicht die Regel. Der Grund: Es ist nicht einfach, geeignete neue Leute zu finden.
Das hat sich inzwischen geändert. Bewährte, hochkarätige und sogar charismatische Fachmänner sind ohne Job. Alle haben sich über Jahre bewährt und sind trotzdem jung genug, um noch nicht als «alte weisse Männer» zu gelten.
Wir denken mal laut nach
Zuvorderst der ehemalige Nationaltrainer Patrick Fischer (50). Aber auch Ambris früherer Sportdirektor Paolo Duca (45), Zugs gefeuerter Sportchef Reto Kläy (47) oder Ambris abgesetzter Geschäftsführer Andreas Fischer (59) sind offen für neue Herausforderungen. Und auch Christian Hofstetter (59), der soeben als WM-Manager einen grandiosen Job gemacht hat. Und neuerdings ist auch Zugs langjähriger Manager Patrick Lengwiler (48) zu haben.
Kein Schelm, wer ob diesem reichen Angebot auf dem Hockey-Stellenmarkt ein paar Überlegungen anstellt und sich aufs dünne Eis der Spekulationen – es sind nur Spekulationen! – vorwagt.
Fischer & Fischer in Zug?
Patrick Fischer ist eigentlich Trainer. Aber die Mühsal der tagtäglichen Arbeit in einem Klubteam wird er sich kaum zumuten wollen. Und als Sportchef müsste er zu viel langweilige Büroarbeit verrichten. Der perfekte Job für ihn ist auf einer höheren Ebene: Sich im Verwaltungsrat um die sportliche Strategie und bei Bedarf auch ums Marketing und die Krisenkommunikation kümmern.
Oder warum nicht «Frühstücks-Sportdirektor» und Botschafter beim EV Zug? Mit seinem Charisma und seiner Berühmtheit würde der Zuger das Umfeld beruhigen und viel müsste Patrick Fischer gar nicht tun. Für den täglichen Bürokram könnte ihm Andreas Fischer (er stürmte in den 1990er-Jahren auch für Zug) zur Seite gestellt werden. Fischer & Fischer – sie sind nicht miteinander verwandt – als Erfolgsduo in Zug?
Sesselrücken für den Fall einer Lüthi-Wahl zum Präsidenten?
Paolo Duca ist mit seiner starken Persönlichkeit und seinem Temperament der wohl durchsetzungsstärkste und charismatischste Kandidat für den Job eines Sportdirektors. Auch er ist der perfekte Kandidat für Zug, wo er einst gespielt hat. Aber mit dem aktuellen Präsidenten Hans-Peter Strebel würde er wohl schon vor Ablauf der Probezeit übers Kreuz liegen. Ideal wäre er auch für die dringend erforderliche sportliche Belebung in Bern.
Christian Hofstetter, einst Captain bei Gottéron, dann jahrelang Sportdirektor des Internationalen Eishockeyverbands (IIHF) und zuletzt WM-Manager (Generalsekretär), hätte die Kragenweite, um in Zug die Nachfolge von Patrick Lengwiler anzutreten. Mit der Betonung auf «hätte»: Bei den aktuellen Verhältnissen wäre wohl auch er zum Scheitern verurteilt. Hingegen hat er das perfekte Profil, um beim Verband den umstrittenen Geschäftsführer Martin Baumann abzulösen. Sollte Marc Lüthi neuer Verbandspräsident werden, wird Baumann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gehen müssen.
Wie planen die ZSC Lions?
Und wo könnte Patrick Lengwiler landen, wenn er denn im Hockey-Business bleibt? Es gibt interessante Gedankengänge. ZSC-Manager Peter Zahner ist im Januar 65 Jahre alt geworden. Es ist nicht unhöflich, sich Gedanken über seine Nachfolgeregelung zu machen. Patrick Lengwiler, erst 48, ist eigentlich ein perfekter Kandidat. Er hat in Zug über Jahre seine Tauglichkeit bewiesen und kennt sich im Umgang mit Milliardären aus.
Bleibt noch Reto Kläy. Die Entlassung in Zug hat ihn wieder die Demut gelehrt, die ihm in den Jahren des Ruhmes schon ein wenig abhandengekommen war. Mit seiner leisen, schlauen Art und seiner jahrelangen Erfahrung kann er sich gut den Umständen anpassen und ist deshalb eigentlich für eine Beschäftigung bei allen Klubs geeignet, insbesondere auch für den Job beim SC Bern.
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Alles in allem dürfte das reiche Angebot an fähigen Männern die Sportchefs und Manager bei allen Klubs dazu motivieren, noch arbeitsamer, emsiger, eifriger, engagierter, strebsamer, gewissenhafter, unermüdlicher, zielstrebiger, tatkräftiger, umsichtiger, pflichtbewusster, pünktlicher, kreativer und allenthalben fleissiger zu sein. Was der ganzen Liga und unserem Hockey insgesamt sehr zugutekommt.
Ende der Spekulationen und Mutmassungen.
