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Britin jagt den Via-Alpina-Rekord – auch ein Schweizer kündet Versuch an

Sophie Woods
Die Britin Sophie Woods jagt den Via-Alpina-Rekord von Jake Catterall.Bild: instagram

Britin jagt Via-Alpina-Rekord – ein Schweizer Ultraläufer will ihr den wieder abjagen

Seit August 2024 hält Jake Catterall die Bestzeit auf der Via Alpina: 35 Tage, 21 Stunden, 4 Minuten für 2000 Kilometer quer durch die Alpen. Sophie Woods will diese Marke deutlich unterbieten – und ist nach 16 Tagen in der Schweiz angekommen.
21.07.2026, 19:1721.07.2026, 19:48

Angekündigt hat sie es Ende Juni auf ihrem Instagram-Kanal. Am 4. Juli werde sie den Rekord auf der Via Alpina angehen, und zwar von Triest nach Monaco – ihr Ziel ist es, die Via Alpina in 30 Tagen zu schaffen. Begleitet wird sie von ihrem Team: Ehemann George Woods und ihrer Freundin Zoe Salt, die den Versuch zugleich filmt. Seither ist sie unterwegs – seit Sonntagabend mit Tag 16 im Rücken.

Ein Weg durch acht Länder

Die Via Alpina ist keine gewöhnliche Wanderung. Der Weg führt über rund 2000 Kilometer und 116 offizielle Etappen durch acht Länder: Italien, Slowenien, Österreich, Deutschland, Liechtenstein, die Schweiz, Frankreich und Monaco. In der Schweiz führt der Weg an einigen der eindrücklichsten Kulissen des Landes vorbei – von der Silvretta über den Bernina bis zum Aletschgletscher.

Bis 2024 bestand die Via Alpina aus mehreren farbig markierten Varianten, darunter der rote Weg mit rund 2500 Kilometern. Das zuständige Komitee führte die Routen dann zu einer einzigen, rund 2000 Kilometer langen Strecke zusammen, die weiterhin alle Alpenländer verbindet. Bei Fastest Known Time gilt sie als «Premier Route» – Rekorde werden nur anerkannt, wenn sie besonders streng dokumentiert und überprüft sind.

Die Bestmarke

Auf der neuen Route ist die Rekordlage überschaubar, weil sie erst seit zwei Jahren existiert. Die massgebliche Bestzeit hält der Brite Jake Catterall: 35 Tage, 21 Stunden und 4 Minuten. Er lief die Strecke von Triest nach Monaco – dieselbe Richtung, für die sich auch Woods entschieden hat.

Woods nimmt sich sogar deutlich mehr vor. In einem Video sagte sie, sie würde die Strecke gerne in 30 Tagen schaffen. Das wäre fast sechs Tage schneller als Catteralls Bestzeit. Rechnerisch bedeutet es rund 67 Kilometer pro Tag – jeden Tag, einen Monat lang, mit zehntausenden Höhenmetern dazwischen.

Jake Catterall stellte 2024 den Rekord für die neue Via-Alpina-Route auf.Video: YouTube/Odlo

Die Britin ist nicht die einzige, die dieses Jahr nach Catteralls Marke greift. Für Ende Juli hat der Schweizer Frédéric Splendore einen Rekordversuch angekündigt. Er will die Strecke in umgekehrter Richtung angehen, von Monaco nach Osten, und die Via Alpina in ein noch grösseres Projekt einbetten: einen Lauf bis in die Ukraine. Geplant ist der Start am 24. Juli und er will die Via Alpina in nur 25 Tagen meistern.

Wenn der Alltag dazwischenkommt

Wie fragil so ein Vorgehen ist, zeigte bei Woods ausgerechnet Tag 16 in der Schweiz. Nach einem geplatzten Reifen am Begleitfahrzeug lief die Britin im strömenden Regen weiter, während ihr Ehemann mit einem ebenfalls platten, verklemmten Ersatzreifen kämpfte. Zwei zufällig vorbeikommende Trailrunner übersetzten schliesslich den Anruf mit einer Werkstatt – an einem Sonntagmorgen um sechs Uhr. Der Tag wurde teuer, aber Woods beendete ihn planmässig. Inzwischen verfolgen über 25'000 Menschen ihren Versuch auf Instagram.

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