Basel hat den Ball, GC die Chancen– heute steigt das Duell der Krisenklubs
Die beiden Vereine vereinen zusammen 48 Schweizer Meistertitel, doch aktuell geht es um anderes. Basel ist nach zehn Runden mit 13 Punkten und 17:20 Toren Siebter, GC steht mit acht Punkten und 13:26 Toren auf Platz elf. In den letzten sechs Ligaspielen holte Basel einen Sieg, ein Remis und vier Niederlagen, GC zwei Siege, ein Remis und drei Niederlagen. Beide haben zuletzt verloren: Basel 0:3 in Vaduz, GC 0:2 gegen YB.
Bei Basel musste Stephan Lichtsteiner gehen. Slavisa Jokanovic startete mit einer 3:7-Niederlage im Test gegen Winterthur und dem 0:3 in Vaduz, im Cup folgte ein 3:0 bei Nyon mit zwei Gesichtern. Nach Vaduz sagte er, es sei «kein Schock» gewesen, sein Team habe 80 Prozent der Zweikämpfe verloren.
GC trennte sich nach zwei hohen Niederlagen von Peter Zeidler. Olaf Janssen übernahm Anfang Oktober, verlor sein Debüt gegen YB 0:2 und gewann danach im Cup in Grenchen 8:0, damit feierte er seinen ersten Sieg als GC-Trainer. Das sagt wenig über die Situation in der Super League aus, denn Grenchen spielt in der fünften Liga. Janssen will, dass zügig erkennbar werde, dass die Mannschaft einen neuen Weg gehe.
Die Statistik
Die Gemeinsamkeiten stechen auch in den Zahlen sofort ins Auge. Zum Beispiel bei der schwachen Offensive. Basel hat zwar häufig den Ball, kommt aber kaum zu Abschlüssen. GC kreiert hingegen mehr Chancen, trifft aber zu selten und kassiert in schlechten Spielen viele Tore. Auffällig: Der bestbewertete Basler laut Sofascore ist Asane Sow, der seit Anfang September mit einer Sprunggelenkverletzung fehlt und diese Woche ins Training zurückkehrte. Bei GC ist es ein junger Verteidiger: Yannick Bettkober.
Findet Basel im Joggeli zur Heimstärke zurück?
Nur zwei Teams schiessen weniger als der FC Basel, nur zwei kreieren weniger Grosschancen. Dazu kommt die Heimbilanz mit vier Niederlagen in fünf Spielen, was laut «Basler Zeitung» ein Super-League-Negativrekord ist. Demgegenüber steht die schwache Abwehr der Grasshoppers (2,6 Gegentore pro Spiel), in den letzten vier Duellen mit GC hat Basel nicht verloren (drei Siege, ein Unentschieden). Die Chance auf einen zweiten Heimsieg ist also definitiv da – doch die Statistik macht nicht nur Hoffnung.
Legenden und Leader
Im Spiel zwischen dem FC Basel und den Grasshoppers treffen auch zwei Identifikationsfiguren aufeinander. Für Basel ist Xherdan Shaqiri der Zehner und Captain ist nach Jokanovics Worten nach der Testspiel-Niederlage gegen Winterthur «der einzige Spieler im Kader, der sich in seiner Karriere bewiesen hat». Nach zehn Ligaspielen steht er bei drei Toren und einer Vorlage.
Bei GC trägt Amir Abrashi den Takt im zentralen Mittelfeld. Beim Cupspiel in Grenchen bestritt er sein 300. Pflichtspiel für GC, in dieser Saison kam er auf elf Pflichtspiele, zwei Tore und einen Assist. Janssen nennt ihn eine Legende.
Auf dem Papier ist Basel besser, die Zahlen sind ausgeglichener. Ein knappes Spiel oder ein Unentschieden wäre keine Überraschung.
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