YB schlägt St.Gallen – und versteht wegen Fernandes-Rot die Welt nicht mehr
Seoane verfolgte die Partie zuhause am Fernsehen. Der 47-Jährige war am Freitag nach Schwindelgefühlen ins Spital gebracht worden. Dort wurde eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs im Innenohr diagnostiziert. Er soll im Verlauf der kommenden Woche zurückkehren. An der Seitenlinie vertrat ihn Assistent Matteo Vanetta, unterstützt von Patrick Schnarwiler.
Vor über 24'000 Zuschauern im Wankdorf blieb die erste Halbzeit ereignisarm. YB hatte viel Ballbesitz, fand gegen die kompakten St. Galler aber kein Mittel. Nach der Pause erhöhten die Berner das Tempo. In der 59. Minute köpfelte Samuel Essende eine Flanke von Edimilson Fernandes zu seinem 12. Saisontor ein. Fünf Minuten später staubte Bahereba Guirassy ab, nachdem Goalie Zigi einen Abschluss von Moritz Jenz pariert hatte. Jenz stand zum ersten Mal in der Startelf. Für den Neuzugang aus Nantes war es der erste Treffer für YB, kurz zuvor hatte er noch den Pfosten getroffen.
Für Diskussionen sorgte die Rote Karte gegen Fernandes nach VAR-Konsultation (78.). Er hatte den Ball gespielt, mit dem anderen Fuss aber Lukas Görtler getroffen. Schiedsrichter Lukas Fähndrich hatte im Spiel nicht einmal auf Foul entschieden.
YB-Captain Cédric Zesiger sagte danach bei Blue: «Edi spielt klar den Ball und trifft Görtler dann mit dem zweiten Bein, das nicht mal gestreckt ist. Für mich ist es eine mega harte Rote Karte.» Deutlicher äusserte sich Experte Admir Mehmedi: «Der VAR darf sich da nicht einschalten. Fernandes trifft ihn mit dem Nachziehbein, das am Boden ist. Was will er da machen? Sein linkes Bein auflösen?»
Auch der Gefoulte selbst empfand die Entscheidung als etwas zu hart. «Für mich hat es sich angefühlt, als wäre er unglücklich in mich hineingefallen», sagte der FCSG-Captain, der die Szene noch nicht erneut gesehen hatte, «für mich wäre auch die Gelbe Karte in Ordnung gewesen.» Er sei kein Fan des Videoschiedsrichters fügte Görtler an, erklärte aber: «Ich kann es auch nicht ändern. Ich habe keine Rote Karte gefordert.»
Konsequenzen hatte die Rote Karte für YB in diesem Spiel aber nicht mehr. Zwar kam St.Gallen in Überzahl zur besten Chance, doch Captain Zesiger klärte einen Abschluss von Chima Okoroji mit dem Kopf. Für das Team von Enrico Maassen endet eine Serie von drei Pflichtspielsiegen.
Young Boys - St. Gallen 2:0 (0:0)
24'266 Zuschauer. SR Fähndrich.
Tore: 59. Essende (Fernandes) 1:0. 64. Guirassy (Jenz) 2:0.Young Boys: Keller; Schmidt (89. Janko), Jenz, Zesiger, Bukinac; Gigovic, Fernandes; Fassnacht (73. Sène), Sanches (81. Lauper), Guirassy (73. Virginius); Essende (89. Wüthrich).St. Gallen: Zigi; Mostafa Heydari, Gaal, Stanic (80. Fazliji); Daschner; Vandermersch (85. Frokaj), Görtler, Boukhalfa (60. Okoroji), Stevanovic; Hunziker, Baldé (60. Scherrer).Bemerkungen: 78. Rote Karte gegen Fernandes (grobes Foul). Verwarnungen: 76. Jenz, 90. Frokaj. (nih/sda)
Blum, der in der vergangenen Saison leihweise beim belgischen Klub Charleroi spielte, gab Anfang 2022 für YB sein Debüt in der Super League. Bisher absolvierte der 25-Jährige 149 Pflichtspiele für die Berner. Dabei erzielte er fünf Tore und bereitete 21 Treffer vor. Mit YB gewann er 2023 das Double sowie 2024 den Schweizer Meistertitel. (nih/sda)
Die Tabelle
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