Hamilton feiert seinen ersten Sieg im Ferrari – WM-Leader Antonelli lupft's den Motor
Die sportliche Auferstehung von Lewis Hamilton in der Formel 1 erreicht den nächsten Höhepunkt. Der Rekordweltmeister gewinnt auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya nach einer fast zweijährigen Durststrecke seinen 106. Grand Prix, den ersten mit Ferrari.
Ausgerechnet Lewis Hamilton beendet die Siegesserie von Mercedes, jenem Team, mit dem er sechs seiner sieben WM-Titel eingefahren hat. Der 41-jährige Brite gewann dank einer glücklichen Strategiewahl vor George Russell im Mercedes und Weltmeister Lando Norris im McLaren den Grand Prix von Barcelona-Katalonien.
WM-Leader Kimi Antonelli, der Gewinner der letzten fünf Grands Prix, schied im siebten Saisonrennen vier Runden vor Schluss aus, nachdem er kurz zuvor seinen zweitplatzierten Teamkollegen Russell überholt hatte.
L'ABANDON DE KIMI ANTONELLI À 4 TOURS DE LA FIN DU GRAND PRIX 😱😱#BarcelonaGP #F1 pic.twitter.com/NVRepuSo3B
— CANAL+ (@canalplus) June 14, 2026
Den Kritikern getrotzt
Für Ferrari war es der erste Grand-Prix-Sieg seit Oktober 2024, für Hamilton der erste seit fast zwei Jahren. Zuletzt hatte er am 28. Juli desselben Jahres den Grand Prix von Belgien gewonnen – damals noch im Mercedes, ehe er sich nach zwölf äusserst erfolgreichen Jahren mit den Silberpfeilen für einen Wechsel zu Ferrari entschied, um dort mit der Scuderia Geschichte zu schreiben. Die Tifosi träumen seit 2007 von einem WM-Titel.
Doch Hamilton konnte die grossen Erwartungen, die in ihn gesteckt wurden, zunächst nicht erfüllen. Nun, im 30. Anlauf, gelang ihm endlich der langersehnte erste GP-Sieg mit den Roten. Ein Erfolg, den ihm im Winter nach einer enttäuschenden ersten Saison mit Ferrari, die zwischenzeitlich sogar Rücktrittsfragen aufwarf, nur noch wenige zugetraut hatten.
Am Sonntag war davon jedoch nichts mehr zu spüren, im Ferrari-Lager herrschte überschwängliche Freude. Nach zuletzt zwei 2. Plätzen in Kanada und Monaco gelang es Hamilton, die in dieser Saison bis dahin ungeschlagenen Mercedes zu schlagen. Mit seinem 106. Grand-Prix-Sieg verbesserte der siebenfache Weltmeister seinen eigenen Rekord in der Formel 1.
Unterschiedliche Reifenstrategie
Die hohen Temperaturen in Montmeló nordöstlich von Barcelona sorgten für ein spannendes Rennen mit vielen Boxenstopps und Führungswechseln. Am Start konnte Russell in seinem 100. Grand Prix für Mercedes seine Position an der Spitze verteidigen, dahinter folgten Hamilton und Antonelli.
Ferrari entschied sich für eine andere Reifenstrategie, holte Hamilton für seinen zweiten Pneuwechsel schon vor Rennhälfte an die Box, während man bei Mercedes zuwartete. Dann stellte ein Ausfall von Lokalmatador Fernando Alonso das Rennen auf den Kopf.
Kurz nachdem die beiden Mercedes-Fahrer ihre Reifen getauscht hatten, musste der mit 44 Jahren älteste Fahrer im Feld seinen Aston Martin am Streckenrand abstellen. Ein virtuelles Safety Car war die Folge. Hamilton nahm die Einladung dankend an, übernahm die Führung und fuhrt mit dem frischesten Reifensatz an seinem Auto einem ungefährdeten Sieg entgegen.
Antonelli zur Aufgabe gezwungen
Dahinter bewies Antonelli seine starke Form. Der Shootingstar von Mercedes schob sich fünf Runden vor Schluss an Russell vorbei und holte sich damit vermeintlich den nächsten Motivationsschub im Kampf um den WM-Titel. Eine Runde später rollte der Silberpfeil des Youngsters aber aus.
In der WM-Wertung verkürzte Hamilton als erster Verfolger seinen Rückstand auf den führenden Teenager Antonelli auf 41 Punkte. Russell liegt nun 50 Zähler hinter dem 19-jährigen Italiener, der in zwei Wochen beim Grand Prix von Österreich in Spielberg die Möglichkeit bekommt, eine Reaktion zu zeigen. (ram/sda)
