Kimi Antonelli gewinnt einen wirren Monaco-Grand-Prix und baut die WM-Führung aus
Kimi Antonelli reitet in der Formel 1 weiter auf einer Erfolgswelle. Der jüngste WM-Leader aller Zeiten gewinnt im Mercedes vor Lewis Hamilton im Ferrari auch den Grand Prix von Monaco.
Damit löste Antonelli Hamilton als jüngsten Grand-Prix-Sieger in Monte Carlo ab. Der Rekordweltmeister war bei seinem ersten Triumph im Jahr 2008 23 Jahre, 4 Monate und 18 Tage alt. Antonelli wird erst am 25. August 20-jährig.
Als mit Jarno Trulli vor 22 Jahren letztmals ein Italiener auf dem engen Stadtkurs im Fürstentum gewann, war Antonelli noch nicht geboren. Mit seinem fünften Sieg im sechsten Saisonrennen baute der Teenager aus Bologna seine Führung in der WM-Wertung weiter aus.
Sein erster Verfolger ist neu Hamilton, der bereits 66 Punkte Rückstand aufweist. Der 41-jährige Engländer zog mit seinem achten Podestplatz in Monaco mit Rekordhalter Ayrton Senna gleich und überholte damit seinen Landsmann George Russell in der WM-Wertung. Antonellis Teamkollege wurde aufgrund einer späten Durchfahrstrafe im Feld zurückgereicht und verpasste nach seinem Ausfall in Kanada als 13. zum zweiten Mal in Folge die Punkteränge.
Noch vor dem Start ins Wochenende hatte die Konkurrenz Ferrari die Favoritenrolle zugeschoben. Für den Charakter der Strecke durch die Häuserschluchten schienen die Autos der Scuderia am besten geeignet. Doch Antonelli präsentierte sich erneut in bestechender Form.
So souverän der von der Pole-Position realisierte Start-Ziel-Sieg war, so sehr musste sich der Italiener an diesem Sonntagnachmittag gedulden. Doch auch ein halbstündiger Unterbruch, verursacht durch Schäden an einer neu asphaltierten Stelle, brachte den momentanen Überflieger nicht aus dem Konzept.
Beim Neustart gelang es Antonelli wiederum, den hinter ihm losgefahrenen Hamilton vom Leib zu halten. Der Rekordweltmeister wurde für den 21 Jahre jüngeren WM-Leader auch auf den verbleibenden acht Runden durch die Häuserschluchten von Monte Carlo, wo das Überholen praktisch unmöglich ist, nicht mehr zur Gefahr.
Derweil erlebte Max Verstappen nur 500 Meter von seiner Wohnung entfernt ein Debakel. Für den vierfachen Weltmeister platzte der Traum vom ersten Saisonsieg schon nach wenigen Sekunden. Der Niederländer, der von Startplatz 2 ins Rennen gegangen war, blieb beim Start aufgrund eines technischen Problems an seinem Red Bull stehen und verlor damit sofort jede Chance auf den Sieg. Auf Anweisung seines Teams parkierte er sein Auto nach einer langsamen Runde in der Box und gab das Rennen auf.
Verstappen, der 2021 und 2023 in Monaco triumphiert hatte, war nicht der einzige prominente Ausfall. Auch die Sieger der letzten beiden Jahre erwischte es. Lokalmatador Charles Leclerc krachte nach dem Ende einer Safety-Car-Phase, die durch einen Unfall von Lance Stroll im Aston Martin ausgelöst worden war, in die Streckenbegrenzung und verspielte damit einen sicher geglaubten Podestplatz. Der Ferrari-Fahrer beklagte sich über Probleme mit den Bremsen.
Vorjahressieger Lando Norris musste seinen McLaren nach 45 von 78 Runden auf Rang 7 liegend in der Boxengasse abstellen. Für den Weltmeister war es bereits der dritte Ausfall in diesem Jahr und der zweite in Folge. (riz/sda)
