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Kimi Antonelli ist Formel-1-Weltmeister – das sagt er zum Triumph

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Verstappen und Hamilton ehren den neuen Weltmeister.Bild: keystone

Antonelli krönt sich zum Weltmeister: «Ich bin sprachlos»

Zwei Punkte fehlten Kimi Antonelli zum WM-Titel. Und in Mexiko zeigte der Italiener die notwendige Leistung. Das sagt der frischgekrönte Weltmeister.
02.11.2026, 06:4702.11.2026, 06:48
Benjamin Zurmühl / t-online
Ein Artikel von
t-online

Kimi Antonelli ist der jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Der erst 20 Jahre alte Italiener wurde beim Grossen Preis von Mexiko Dritter und sicherte sich somit den Triumph. Der Vorsprung des Mercedes-Piloten war so gross, dass ihm selbst Rang neun in jedem Fall zum Titel gereicht hätte. Nach der Zieleinfahrt brach Antonelli vor Freude in Tränen aus. «Vielen Dank, wir haben es geschafft», sagte er erleichtert. «Ich bin sprachlos.»

Ohne Mercedes und die Familie würde er jetzt nicht hier stehen, sagte der Italiener. Es sei eine unglaubliche Saison gewesen. Dass er diesen Moment mit Verstappen und Hamilton auf dem Podest teilen könne, sei umso spezieller. Und Antonelli fügte an: «Danke Mexiko, jetzt können wir den Rest des Jahres einfach nur geniessen.»

Den Tagessieg in Mexiko holte sich Max Verstappen im Red Bull, auf Rang zwei folgte Lewis Hamilton, der von der Pole-Position gestartet war. Hamiltons Teamkollege Charles Leclerc wurde Vierter.

Das Rennen war dabei mehr als 40 Minuten lang unterbrochen. Grund dafür war ein schwerer Unfall Valtteri Bottas'. Der finnische Cadillac-Pilot flog in einer Kurve ab, krachte in die Streckenbegrenzung. Ein Fahrerfehler war es aber nicht. Offenbar versagte vorne die Aufhängung, sodass Bottas keine Chance mehr hatte, den Cadillac abzufangen.

So lief das Rennen

Besonders nervös wirkte Antonelli nicht vor dem Rennen der Rennen seiner noch jungen Karriere. Ein letzter Händedruck mit Renningenieur Peter Bonnington, der schon mit Michael Schumacher und Hamilton bei Mercedes arbeitete, und er setzte sich in seinen Silberpfeil.

Papa Marco gab stolz und mit einem Lächeln Interviews, die Familie war da und die Stimmung einer WM-Entscheidung mehr als würdig. 2017 und 2018 hatte Hamilton zwei seiner insgesamt sieben Titel in Mexiko-Stadt klargemacht.

Die Devise war klar: bloss kein Crash am Start. Antonelli stand in der zweiten Reihe auf Position vier. Die Pole – die 105. seiner Karriere – hatte sich Hamilton gesichert und verteidigte sie zunächst, wurde dann aber hart attackiert von Teamkollege Charles Leclerc. «Ich bin von meinem Teamkollegen rausgedrückt worden», wütete Hamilton per Funk.

Statt weiter in Führung zu liegen, fiel er auf Platz drei zurück, Leclerc führte, dahinter Verstappen und dann Antonelli. Teamkollege George Russell fiel von Platz zwei auf fünf zurück und war auch in einen Vorfall verwickelt. Bei einem Nuller von Antonelli hätten entweder sein Teamkollege Russell, der nur Sechster wurde, oder Hamilton gewinnen müssen, um die Krönung noch mal zu verschieben.

Es dauerte eine Weile, bis die Rennkommissare entschieden: fünf Sekunden für Leclerc, zehn für Russell. «Nur fünf Sekunden?», fragte Hamilton entsetzt sein Team. Die Stewards würden Leclerc den Sieg schenken. Mit Wut im Bauch näherte sich Hamilton seinem Teamkollegen nach dem Reifenwechsel unaufhaltsam.

Zwischenzeitig übernahm Antonelli auch mal die Führung, ehe er zum Boxenstopp reinkam. Sonst auch gern risikoreich, strapazierte Antonelli die Nerven seiner Crew, seiner Familie und seiner Fans diesmal nicht besonders. Zu viel stand auf dem Spiel, wenngleich der Titel nur eine Frage der Zeit war unter anderem nach seinen neun Siegen in diesem Jahr.

«Wir sind super happy mit dem Speed», funkte Bonnington seinem Schützling: «Mach so weiter.» Der Reifenwechsel hätte besser sein können, dann aber führte ein heftiger Einschlag von Valtteri Bottas zu roten Flaggen, das Rennen wurde unterbrochen. Die Radaufhängung brach auf der Geraden bei vollem Speed. Der Finne wirkte benommen, als er aus seinem Cadillac ins Medical Car stieg.

Die anderen stellten ihre Autos erstmal in der Boxengasse ab. Wütend stapfte Hamilton durch die Ferrari-Garage. «Wir haben ein grosses, grosses Problem», schimpfte er vorher über Funk, aufgebracht noch immer durch das Leclerc-Manöver und einen weiteren ungünstigen Boxenstopp.

Antonelli zog sich das Headset auf, besprach sich mit seinem Renningenieur und setzte sich erstmal auf einen Klappstuhl. Es würde noch mal einen stehenden Start geben, auf diese zusätzliche Nervenprobe hätte der Italiener auch verzichten können. Über 40 Minuten dauerte die Pause.

Doch er meisterte auch das, hielt sich beim Re-Start aus allem raus, um dann zuzuschlagen, als er Leclerc grandios überholte und sich auf Rang drei vorschob. Ein Podiumsrang war das Mindestziel von Antonelli.

Vorn kämpfte ein hochaggressiver Hamilton gegen den führenden Verstappen. Dahinter durfte Antonelli die Runden durch den Stimmungstempel Foro Sol geniessen, wo er dann seinen Wagen abstellte und sich von den Fans feiern lassen durfte als jüngster Titelträger der Formel 1. Ein weiterer Crash, diesmal von Arvid Lindblad von den Racing Bulls, sorgte für eine weitere Safety-Car-Phase. Das Feld dicht nacheinander, beliess es Antonelli bei Rang drei bei seiner Triumphfahrt.

Sein Vorgänger als jüngster Champion hatte vor Wochen schon geschwärmt. «Er hat ein unglaubliches Jahr», hatte Vettel betont. Vollendet ist es schon, weiter vergolden kann es der Lockenkopf mit Lausbuben-Charme noch mit dem Konstrukteurs-Titel für Mercedes. Schon am kommenden Wochenende geht es weiter: Für Antonelli wird der Grosse Preis von Brasilien der erste als Weltmeister der Formel 1. Bis dahin muss die Titelfiesta beendet sein.

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Lewis Hamilton: 7x Weltmeister (2008 im McLaren, 2014, 2015, 2017, 2018, 2019 und 2020 im Mercedes).
quelle: keystone / mark thompson
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