England schlägt Kroatien nach starker 2. Halbzeit – Ghana bezwingt Panama spät
England – Kroatien 4:2
Zweimal ging England im Duell mit Kroatien in der ersten Halbzeit in Führung, zweimal glich das Team um Luka Modric aus. Doch als Jude Bellingham unmittelbar nach der Pause zum 3:2 traf, gelang den Kroaten keine Reaktion mehr. Mit dem Goal zum 4:2 sorgte Marcus Rashford dann fünf Minuten vor Schluss für den Endstand.
Zu Beginn der Partie hatte das noch anders ausgesehen. Die Kroaten starteten mit hohem Pressing, die Engländer wirkten überfordert – bis ihnen nach zehn Minuten ein Penalty zugesprochen wurde. Eigentlich hätte Goalie Dominik Livakovic Harry Kanes Schuss gar pariert. Doch weil er sich zu früh von der Linie bewegte, wurde der Elfmeter wiederholt, Kane rehabilitierte sich sofort, und traf zur erstmaligen Führung.
Kane egalisiert Linekers Rekord
Nach dem unerwarteten Ausgleich von Martin Baturina in der 36. Minute – der 23-Jährige traf von der Strafraumgrenze aus – schoss Kane England ebenso aus dem Nichts nach einem Eckball wieder in Führung.
Damit egalisierte der Spieler des FC Bayern den Rekord von Gary Lineker, der mit 10 Toren die bisher meisten für England an einer WM erzielte. Doch – zehntes Tor von Kane hin oder her – auch diese Führung der Engländer hielt nur wenige Minuten: Petar Musa sorgte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit für den neuerlichen Ausgleich.
Englische Überlegenheit in der zweiten Halbzeit
Ein anderes Bild, kein ebenso wildes Hin und Her, bot sich den 70'389 Zuschauenden dann über weite Strecken der zweiten Halbzeit. Die Engländer reihten vor allem zu Beginn Chance an Chance, Livakovic klärte mal um mal – eben bis auf die Treffer von Bellingham und Rashford.
Und so startete die Mannschaft von Thomas Tuchel optimal in die Gruppenphase der WM. Gleiches gelang den Engländern auch schon im ersten Gruppenspiel der EM 2021 - in einer deutlich weniger torreichen Partie unterlagen die Kroaten damals 0:1.
Ob das ein gutes Omen für England ist, wird sich zeigen. An der EM vor fünf Jahren schafften es die «Three Lions» im Anschluss bis in den Final, wo sie sich den an dieser WM abwesenden Italienern geschlagen geben mussten.
Für England geht es am kommenden Dienstag um 22.00 Uhr Schweizer Zeit gegen Ghana weiter, während Kroatien drei Stunden später auf Panama trifft.
England - Kroatien 4:2 (2:2)
Arlington. 70'389 Zuschauer. SR Turpin.
Tore: 12. Kane (Penalty) 1:0. 36. Baturina (Sučić) 1:1. 42. Kane (Rice) 2:1. 45. Musa (Perišić) 2:2. 47. Bellingham (Anderson) 3:2. 85. Rashford (Saka) 4:2.
England: Pickford; James, Konsa, Stones (87. Guéhi), O'Reilly; Anderson, Rice (72. Rogers); Madueke (72. Saka), Bellingham (80. Spence), Gordon (72. Rashford); Kane.
Kroatien: Livaković; Šutalo, Vušković (66. Marco Pašalić), Gvardiol; Stanišić, Modrić (58. Kovačić), Mario Pasalic (79. Kramarić), Perišić; Petar Sucic, Baturina (78. Vlašić); Musa (66. Matanović). (nih/sda)
Ghana – Panama 1:0
Lange sieht es in Toronto nach einem torlosen Unentschieden aus. Dann gelingt Ghana doch noch der Lucky Punch gegen Panama. In der 95. Minute trifft der 20-jährige Caleb Yirenkyi in Toronto zum schmeichelhaften 1:0 für die Afrikaner.
Panama war schlecht belohnt für einen beherzten Auftritt. In der ersten Halbzeit waren die Mittelamerikaner stärker und hätten schon früh in Führung gehen können. Lawrence Ati Zigi, der St. Galler Goalie der Ghanaer, zeigte nach 105 Sekunden eine erste entscheidende Intervention. Danach musste er mehrmals Kopf und Kragen riskieren. Dabei verletzte er sich, hielt bis zur Pause durch, machte dann aber seinem Ersatz Benjamin Asare Platz. Noch ist unklar, wie schwer die Verletzung ist.
Das von Carlos Queiroz trainierte Ghana steigerte sich nach der Pause und sorgte für eine umkämpfte Partie, allerdings mit wenigen Torchancen. Zwei der besten Möglichkeiten von Ghana erspielte sich der ehemalige Basler Jonas Adjetey mit Kopfbällen. Das glückliche Ende verdiente sich der WM-Viertelfinalist von 2010 mit einem stark gespielten Konter, den Caleb Yirenkyi nach guter Vorarbeit von Brandon Thomas-Asante verwertete. Yirenkyi, der in Dänemark für Nordsjaelland spielt, schaffte den Sprung in die Startformation nur, weil der in Grossbritannien wegen Vergewaltigung angeklagte Teamkollege Thomas Partey nicht nach Kanada einreisen durfte.
Panama, das bei seiner ersten WM-Teilnahme 2018 ohne Punkte blieb, muss weiter auf ein erstes Erfolgserlebnis auf grösster Fussball-Bühne warten. Die Chancen darauf werden nicht grösser: Am Dienstag wartet Kroatien und zum Abschluss der Vorrunde England.
Ghana - Panama 1:0 (0:0)
Toronto. 42'942 Zuschauer. SR Nyberg (SWE).
Tore: 95. Yirenkyi (Thomas-Asante) 1:0.
Ghana: Zigi (46. Asare); Senaya, Adjetey, Opoku, Mensah; Nuamah (58. Fatawu), Yirenkyi, Owusu (78. Sibo), Semenyo; Sulemana (58. Thomas-Asante); Ayew (87. Adu).
Panama: Mosquera; Ramos, Córdoba, Andrade; Murillo, Harvey, Bárcenas, Blackman (90. Godoy); Martínez (63. Londoño), Waterman (63. Fajardo), José Luis Rodríguez (74. Díaz).
Verwarnungen: 16. Yirenkyi. 72. Blackman. 99. Harvey. (nih/sda)
