Gelungene Wechsel, Topform und Sorgenkinder – die Nati-Stars im Check
Seit der Weltmeisterschaft im Sommer hat sich bei den Spielern aus dem Schweizer Nationalmannschaftskader einiges getan. Während viele Akteure ein neues Team fanden, gibt es einige Debütanten und aufstrebende junge Hoffnungsträger. So gut ist der Formstand der Schweizer Spieler.
Voll angekommen beim neuen Team
Vom aktuellen Kader haben über ein Dutzend der Spieler in diesem Sommer den Verein gewechselt. Viele davon haben sich bei ihrem neuen Team schnell eingelebt. So auch Nico Elvedi, der nach zehn Jahren bei Borussia Mönchengladbach einen Tapetenwechsel vollzogen hat und in die Premier League zu Leeds United wechselte. Der 29-jährige Innenverteidiger brauchte kaum Eingewöhnungszeit und gehört bereits zu den Stammspielern. Aktuell steht Leeds auf dem überraschend starken fünften Platz und hat erst fünf Tore kassiert.
Ein weiterer Schweizer, der neu in der englischen Liga spielt, ist Johan Manzambi. Der Youngster verpasste die ersten Saisonspiele noch wegen seiner Knieverletzung, konnte aber am letzten Wochenende gegen Tottenham sein erstes Tor für Aston Villa erzielen und bereitete einen Treffer noch vor. Der 20-Jährige scheint dort weiterzumachen, wo er vor seinem Ausfall aufhörte.
Besonders hervorgehoben müssen auch Adrian Bajrami und Zachary Athekame werden. Der 24-jährige Bajrami wagt in diesem Sommer den Schritt von Luzern aus ins Ausland und kommt bei Sporting Braga immer öfter zum Einsatz. Bereits zu einem Schlüsselspieler entwickelte sich Athekame bei Olympique Lyon. Der Rechtsverteidiger sammelte in der Meisterschaft bereits vier Torbeteiligungen und brillierte zuletzt gegen Stade Rennes mit je einem Treffer und einer Vorlage. Zum zweiten Mal ist der 21-Jährige für die Nationalmannschaft aufgeboten und hofft nun auf seine ersten Einsätze.
94 Nati-Spiele mehr auf dem Buckel hat Mittelfeld-Routinier Remo Freuler. Der 34-Jährige läuft seit dieser Saison für Olympiakos Piräus auf und kommt immer besser in Fahrt. In den letzten zwei Partien konnte Freuler jeweils ein Tor vorbereiten. Durch den Ausfall von Granit Xhaka wird er in den kommenden vier Partien mehr Verantwortung übernehmen.
Mit Eray Cömert (FC Turin), Vincent Sierro (Parma) und Djibril Sow sind drei Nati-Spieler, welche seit diesem Sommer in der italienischen Serie A spielen, ordentlich bei ihren neuen Teams gestartet.
Gewechselt – brauchen aber noch angewöhnungszeit
Dies trifft aber nicht auf alle Schweizer zu, welche nach Italien wechselten. Der nachnominierte Joël Monteiro konnte bei Lecce noch keine grossen Stricke zerreissen und auf bisher erst einen 17-minütigen Einsatz kam Ricardo Rodriguez. Der Aussenverteidiger, der zurück zum FC Turin wechselte, sass am letzten Wochenende die gesamte Partie auf der Bank.
Enttäuschend verlief der Saisonstart auch für die zwei neuen Bundesliga-Söldner Michel Aebischer und Cédric Itten. Mittelfeldakteur Aebischer wartet bei Union Berlin noch auf den ersten Sieg in der Meisterschaft und erlebte zuletzt eine 0:7-Klatsche bei Bayern München. Ittens Werder Bremen konnte zwar am Samstag den ersten Saisonsieg einfahren, aber ausgerechnet in diesem Spiel sass der Stürmer nur auf der Bank. Aktuell wird seine Spielzeit von Partie zu Partie weniger.
Seit diesem Sommer nicht mehr in der Bundesliga, sondern in der schweizerischen Super League läuft Isaac Schmidt auf. Zwar gehört der Rechtsverteidiger bei YB mittlerweile zum Stammpersonal, aber die Abwehr bei den Bernern ist auch mit Schmidt eine Schwachstelle.
Besser geht's kaum
Auf einen sehr erfolgreichen Saisonstart blickt ein Schweizer Quintett zurück. Da ist zum einen Torhüter Gregor Kobel, der mit Borussia Dortmund in dieser Saison jedes Spiel gewinnen konnte und auf Platz eins der Bundesliga steht. Bei den letzten beiden Einsätzen blieb die Schweizer Nummer Eins ohne Gegentor.
Nicht ganz so gefestigt ist die Abwehr von Inter Mailand, zu der auch Manuel Akanji gehört. Aber der Innenverteidiger spielt praktisch immer und ist aus der Abwehrkette der Mailänder kaum wegzudenken. Für die kommenden Nati-Spiele wird Akanji die Kapitänsbinde von Xhaka übernehmen.
Einen überraschend starken Saisonstart hat der FC Augsburg in der Bundesliga hingelegt und steht nach vier Spieltagen auf dem vierten Platz. Grossen Anteil daran hat auch Fabian Rieder. Der offensive Mittelfeldspieler war bisher in jedem Spiel an einem Tor beteiligt und führt die Augsburger als Kapitän an.
Dann ist da natürlich noch Nati-Debütant Winsley Boteli. 13 Tore und 5 Vorlagen kann der Sion-Stürmer in dieser Saison aus 15 Einsätzen vorweisen und ist somit die grosse Zukunftshoffnung im Schweizer Sturm. Da Embolo erst später zur Nati stösst, wird Boteli wohl bereits am Samstag gegen Nordmazedonien seine erste Chance erhalten. Mit Alvyn Sanches ist noch ein weiterer Super-League-Akteur dabei, der weiss, wie man Tore schiesst. Der YB-Spieler sammelte in dieser Saison bereits sieben Skorerpunkte.
Kommen zum Einsatz
Die beiden Nati-Ersatztorhüter Yvon Mvogo (Lorient) und Marvin Keller (YB) sind bei ihren Klubs die klare Nummer Eins. Keller konnte in dieser Saison bei acht Einsätzen aber erst einmal ohne Gegentor bleiben und kassiert im Schnitt zwei Treffer pro Partie.
Nati-Neuling Sascha Britschgi musste am Wochenende nach durchwachsenen Wochen bei Parma auf der Bank Platz nehmen und wurde gegen Genua erst kurz vor Schluss eingewechselt. Auch Ardon Jashari muss bei der AC Milan um Einsatzminuten kämpfen und kam in den letzten drei Meisterschaftsspielen nur acht Minuten zum Einsatz. Weiterhin hat Jashari Mühe, sich gegen den 41-jährigen Luka Modric durchzusetzen.
Deutlich mehr Spielzeit erhalten aktuell Dan Ndoye und Zeki Amdouni. Allerdings läuft es für Amdounis Burnley überhaupt nicht gut. Der Premier-League-Absteiger konnte in dieser Saison noch kein Spiel gewinnen und steht in der zweitklassigen Championship auf dem letzten Platz. Amdouni war in den letzten fünf Spielen aber wenigstens an drei Treffern direkt beteiligt.
29. September, 20.45 Uhr: Schottland – Schweiz
03. Oktober, 20.45 Uhr: Schweiz – Slowenien
06. Oktober, 20.45 Uhr: Schweiz – Nordmazedonien
13. November, 20.45 Uhr: Slowenien – Schweiz
16. November, 20.45 Uhr: Schweiz – Schottland
