Der Herzschlag, der Kroatien das Genick gebrochen hat
102 Minuten sind in Toronto vorbei und Portugal führt gegen Kroatien mit 2:1. Doch noch einmal kommt die Elf vom Balkan gefährlich vor das gegnerische Tor. Flanke, Kopfballverlängerung – Tor!
Doch der vermeintliche Treffer zum 2:2 durch Verteidiger Josko Gvardiol zählt nicht. Kroatien hadert und ist kurz darauf von der WM ausgeschieden.
Den Grund für die Aberkennung zeigen die Bilder, die der VAR liefert. Im Innern des WM-Balls befindet sich ein Chip, der Berührungen registriert. Die entsprechende Grafik belegt, dass Kroatiens Igor Matanovic die Flanke mit dem Kopf weitergeleitet hat und dass sein Kollege Mario Pasalic, zu dem der Ball gelangt, in diesem Moment im Offside steht.
Ein Herzschlag steht nicht immer für Leben. In diesem Fall führt er zu Kroatiens K.o.
«Den Daten der Connected Ball Technology im WM-Spielball Trionda zufolge wurde nachgewiesen, dass es im Vorfeld des Tores zu einem Kontakt durch Igor Matanovic kam», meldete die FIFA. Die Sensoren würden selbst geringfügige Berührungen erfassen und es den Schiedsrichtern ermöglichen, schnelle und präzise Entscheidungen zu treffen.
Die Kroaten wollten davon lieber nichts hören. «Man denkt, man hat getroffen und man freut sich – und dann kommt der VAR», sagte Nationaltrainer Zlatko Dalic nach dem Ausscheiden. «Das nimmt einem den Spass am Fussball. Der Fussball sollte fair sein, aber mit dem VAR sind wir zu weit gegangen. Er killt die Emotionen.»
Wenig überraschend fand sein Gegenüber lobende Worte für den Chip im Ball. «Das ist eines der Beispiele, das zeigt, wie Technologie dem Sport hilft», hielt Portugal-Trainer Roberto Martinez fest. «Es war keine Fehlentscheidung.» (ram)
