Eine Ansprache war nötig – danach war es «die Schweiz, die wir 90 Minuten sehen wollen»
Zufrieden, aber nicht ausgelassen. So lässt sich die Stimmung in der Schweizer Nationalmannschaft nach dem souveränen 2:0-Sieg im WM-Sechzehntelfinal gegen Algerien zusammenfassen. Dementsprechend wurde nach dem ersten Schweizer K.o.-Sieg an einer Weltmeisterschaft seit dem Zweiten Weltkrieg auch keine grosse Party angekündigt. «Ich bin nicht so der Biertyp, sondern gönne mir eher ein Capri-Sonne oder einen Eistee», sagt Torschütze Breel Embolo.
Sein Tor gehöre «wahrscheinlich zu 95 Prozent» Johan Manzambi, erklärt der Basler. Er habe gesehen, wie Manzambi angezogen habe, und dann nur noch das Schienbein hinhalten müssen. «Ich verstehe mich mit Breel auf und neben dem Platz sehr gut. Das hilft uns», sagt auch Vorbereiter Manzambi.
Aussprache in der Pause nötig
Dass trotz des Einzugs in den WM-Achtelfinal nicht nur Euphorie herrschte, lag auch am komplizierten Start in die Partie. «Wir hatten zu kämpfen und keinen Zugriff aufs Spiel», analysiert Trainer Murat Yakin. So sei in der Pause eine Aussprache nötig gewesen.
«Wir mussten Dinge ansprechen, die einfach nicht gut waren. Wir spielten zu viele lange Pässe und konnten den Ball nicht halten», sagt Captain Granit Xhaka. Sie seien alle alt genug, um die Dinge direkt und ehrlich anzusprechen. Die Schweiz habe in der ersten Halbzeit nicht das gespielt, was die Mannschaft eigentlich stark mache. Bei Embolo klingt es ähnlich: «Nach der Pause wussten wir, dass jeder noch ein paar Prozent mehr geben muss.»
Und das sei dann auch gelungen. Xhaka spricht von einer «sehr souveränen zweiten Halbzeit», in der man nichts mehr zugelassen habe. Embolo sieht nach der Pause «die Schweiz, die wir über 90 Minuten sehen wollen». Yakin rühmte die Geduld seiner Spieler auch in schwierigen Momenten.
Xhaka will Geschichte schreiben
Und dann richten die Nati-Akteure den Blick nach vorne. Breel Embolo bedankt sich beim Anblick der Bilder aus dem Public Viewing in Winterthur für die Unterstützung und sagt: «Wir werden weiter Gas geben. Die Mannschaft ist klar im Kopf, die weiss, dass es noch nicht vorbei ist.»
Und Xhaka will sich nicht von möglichen Transfergerüchten um seine Person ablenken lassen. Er konzentriere sich nur auf die WM, die Priorität Nummer 1 sei. «Ich will eine gute WM spielen und mit diesem Team Geschichte schreiben, alles andere ist egal», sagt der Captain. Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich im Achtelfinal am Dienstagabend um 22 Uhr Schweizer Zeit. (abu)
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