Granit Xhaka poltert: «Wenn einer alles alleine machen will, wird es schwierig»
Die Schweiz kommt zum WM-Auftakt gegen Katar nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Der Ausgleich fällt erst in der 94. Minute. Es ist eine grosse Enttäuschung für die Nati, die mittlerweile ganz andere Ansprüche hat.
Dementsprechend angefressen war Captain Granit Xhaka nach dem Spiel – und er sparte auch nicht mit Kritik an seinen Mitspielern. «Wir haben am Ende der zweiten Halbzeit den Rhythmus verloren. Das darf auf diesem Niveau nicht passieren», sagte der Mittelfeldspieler im Interview beim SRF und führte aus: «Wir haben nicht mehr auf den Positionen gespielt wie in der ersten Halbzeit. Jeder ist ein bisschen irgendwohin gelaufen.» Dabei sei es entscheidend, «seine Position zu respektieren», damit ein Team im Verbund funktionieren könne. «Man muss tun, was der Trainer verlangt und nicht irgendwie den Showmaker geben und alles alleine machen», polterte Xhaka.
Wen er damit meine, wollte der Captain nicht öffentlich sagen. Nur so viel: «Es hat auch mit Disziplin zu tun. Wenn ein Trainer einen Spieler reinbringt und der versucht, alles alleine zu machen, dann wird es schwierig.» SRF-Experte Benjamin Huggel vermutete, dass Xhaka damit Zeki Amdouni gemeint haben könnte. Für die Offensive brachte Nati-Trainer Murat Yakin neben dem Stürmer auch Johan Manzambi.
Xhaka hätte sich gewünscht, dass das Spiel clever zu Ende gespielt würde. Stattdessen habe die Schweiz die Geduld verloren, weil sie unbedingt das zweite Tor habe schiessen wollen, vermutet der 33-Jährige. «Da muss man das 1:0 einfach nach Hause bringen, auch wenn man nicht schön spielt.»
Sein Fazit nach dem enttäuschenden WM-Auftakt: «Wir müssen mit beiden Beinen auf den Boden kommen und die Realität verstehen. Und die ist, dass wir nicht dort sind, wo wir hinwollen. Wir müssen jetzt nicht davon reden, dass wir die beste WM der Schweizer Geschichte spielen wollen – wir müssen jetzt liefern, denn reden kann jeder.»
Weiter geht es für die Nati am Donnerstag (21 Uhr) gegen Bosnien-Herzegowina. Ein Sieg ist dann fast schon Pflicht, wenn die Schweiz weiter um den Gruppensieg spielen will. (nih)
