Gopf! Schweizer lassen Chance um Chance liegen und kassieren in der 94. Minute das 1:1
Es hatte sich fast ein wenig abgezeichnet: Tief in der Nachspielzeit versucht es Katar noch einmal über die linke Seite. Homam Al-Amin wird bei der Flanke kaum bedrängt und in der Mitte setzt sich der aufgerückte Verteidiger Boualem Khoukhi durch.
Sein Kopfball-Tor wird von den Katarer frenetisch bejubelt. Völlig überraschend kommt das asiatische Team, das bei der Heim-WM vor vier Jahren drei Niederlagen kassierte, zu seinem ersten WM-Punkt.
Kurz darauf ist die Partie zu Ende und die Schweizer gehen konsterniert vom Feld. Sie müssen sich vorwerfen lassen, vor dem Tor zu ineffizient agiert zu haben und in der zweiten Halbzeit die Kontrolle über die Partie völlig unnötig abgegeben zu haben.
Zunehmend ideenlos
Hatten sie in der ersten Halbzeit noch zahlreiche Chancen kreiert, gingen den Schweizern in der zweiten Hälfte die Ideen sichtlich aus. Derweil warteten die Katarer bei Temperaturen über 30 Grad auf ihre Chance, und nutzten sie.
Dabei hatte es lange gut ausgesehen. Zwar gab es den frühen Schock, als Manuel Akanji den Ball nicht traf und Edmilson Junior plötzlich allein vor Kobel stand. Nachdem der Schweizer Goalie mit starkem Reflex gerettet hatte, hatten die Schweizer die Partie im Griff und tauchten mehrmals gefährlich im gegnerischen Strafraum auf. Allein Dan Ndoye hatte vier gute Möglichkeiten, wovon er zumindest jene in der 10. Minute nach schönem Pass von Ricardo Rodriguez etwas gar leichtfertig vergab.
Trainer Murat Yakin hatte bei der Aufstellung überrascht, indem er Denis Zakaria als Rechtsverteidiger nominierte und Michel Aebischer im Zentrum den Vorrang gegenüber Johan Manzambi und Fabian Rieder gab. Beide Spieler zeigten aber ansprechende Leistungen, liefen viel und holten einige gute Chancen heraus – die jedoch ungenutzt blieben.
Embolo mit 25. Länderspiel-Tor
Es ist bezeichnend, dass der einzige Treffer der Schweizer per Penalty fiel. Herausgeholt hatte diesen Remo Freuler, der im Strafraum unsanft von Katars Goalie Abunada umgeräumt wurde. Kurz mussten sich die Schweizer gedulden, weil ein Offside überprüft wurde, dann durfte Embolo antreten. Sein Schuss in die aus seiner Sicht linke Ecke war für Abunada nicht abzuwehren.
Mit seinem 25. Treffer schloss Embolo in der ewigen Torschützenliste der Schweizer Nationalmannschaft zu Adrian Knup und Haris Seferovic auf. Nur noch sechs Spieler haben öfter getroffen als der 29-jährige Basler. Sein Torinstinkt ist im Nationalteam derzeit besonders ausgeprägt. In seinen letzten 13 Spielen schoss er 10 Tore. Statistiken, die nun vom späten Gegentreffer getrübt werden.
Für die Schweiz geht es am Donnerstag mit dem zweiten Gruppenspiel weiter. In Los Angeles trifft die Nati auf Bosnien-Herzegowina, das mit einem 1:1 gegen Co-Gastgeber Kanada ins Turnier gestartet ist. Auch diese Partie wird um 21 Uhr Schweizer Zeit angepfiffen.
Katar – Schweiz 1:1 (0:1)
Santa Clara. - 67'966 Zuschauer. - SR Martinez (HND).
Tore: 17. Embolo (Penalty) 0:1. 94. Boualem Khoukhi (Homam El Amin) 1:1.
Katar: Mahmoud Abunada; Ayoub Al Oui (60. Ahmed Fathy), Pedro Miguel, Boualem Khoukhi, Homam El Amin; Jassem Gaber (60. Karim Boudiaf), Assim Madibo (79. Mohammad Al Mannai), Issa Laye; Edmílson Junior (88. Hassan Al Haydos), Yusuf Abdurisag (60. Ahmed Alaa), Akram Afif.
Schweiz: Kobel; Zakaria, Elvedi, Akanji, Rodríguez (89. Muheim); Aebischer (65. Rieder), Xhaka, Freuler (89. Jashari); Ndoye (65. Manzambi), Embolo, Vargas (79. Amdouni).
Bemerkungen: Verwarnungen: 16. Mahmud Abunada. 23. Jassem Gaber. 42. Zakaria. (ram/sda)
