Portugiesischer Schiedsrichter verteidigt Gelb-Rot gegen Embolo
Der Fall Breel Embolo dreht sich auch Wochen nach dem Schweizer Aus im WM-Viertelfinal gegen Argentinien weiter. Gestern wurde bekannt, dass das International Football Association Board (IFAB) – das Gremium, das über die Regeln des Fussballs entscheidet – die VAR-Intervention, die die zweite Gelbe Karte für den Schweizer Stürmer zur Folge hatte, kritisiert.
In der Folge äusserten sich auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) und die FIFA zum Fall. Während der SFV mit Enttäuschung und Genugtuung reagierte, wollte der Weltverband nichts davon wissen, falsch gehandelt zu haben. «Wir betrachten dies nicht als Fehler des Schiedsrichters oder des VAR», sagte ein FIFA-Sprecher am Dienstagabend. «Die Schwalbe selbst steht ausser Frage und sollte nicht zu einer Disziplinarmassnahme gegen einen Gegner führen», erklärt dieser und verweist darauf, dass «die Interpretation der ‹Mistaken Identity›-Regel während der WM konsequent angewendet» wurde.
Schiedsrichter Joao Pinheiro wurde beim portugiesischen TV-Sender Canal 11 zum Fall befragt. Und wie die FIFA sieht auch er sich im Recht. Er sagte:
Pinheiro ging ebenfalls auf die neue Mistaken-Identity-Regel ein. «Es handelte sich um eine von der FIFA eingeführte Änderung, die darauf abzielt, das Spiel zu verbessern», sagte der 38-Jährige. Er glaube, diese Änderung habe sich hervorragend auf das Spiel und die Schiedsrichter ausgewirkt. Es seien sehr, sehr positive Änderungen.
Auch das IFAB bestätigte, dass diese Anwendung der Regel mit der nachträglichen Bestrafung von Schwalben positiv aufgenommen worden sei. Deshalb prüft es, diese Regel entsprechend auszuweiten, dass dies künftig auch tatsächlich möglich ist. Doch an der WM sei die Mistaken-Identity-Regel noch nicht dafür ausgelegt worden. Diese sehe nur eine Korrektur einer Verwarnung vor, wenn es sich um das exakt gleiche Vergehen handle.
Im WM-Viertelfinal flog Breel Embolo kurz nach dem Schweizer Ausgleich vom Platz. Schiedsrichter Joao Pinheiro wandelte eine Gelbe Karte gegen Argentiniens Leandro Paredes wegen eines angeblichen Fouls an Embolo in eine Verwarnung für den Schweizer Stürmer wegen einer Schwalbe um. Da Embolo zu diesem Zeitpunkt bereits verwarnt war, flog er vom Platz. Die Schweiz verlor das Spiel am Ende mit 1:3 nach Verlängerung. (abu)
