Chaotischer Schluss zwischen St.Gallen und Luzern – Basel deklassiert Thun
Basel – Thun 4:2
Auf das 0:6 gegen YB folgt für Thun die nächste Ernüchterung. In Basel verliert der Überraschungsmeister deutlich 2:4.
Der FC Thun bezahlt in diesem Frühstadium der Saison den Preis für viele Abgänge und die Doppelbelastung durch Super League und Europacup-Qualifikation. Sechs Wechsel nahm Coach Gian-Luca Privitelli im Vergleich zum 3:0 am Donnerstag gegen Reykjavik vor – und die Thuner waren im St. Jakob-Park nicht konkurrenzfähig.
Einen Ball auf sein Tor musste Basels Mirko Salvi, der den angeschlagenen Stammgoalie Jonas Omlin ersetzte, bis weit in die zweite Halbzeit nicht halten. Da führte der effiziente FCB bereits vorentscheidend 3:0. Während der Star Xherdan Shaqiri eine Stunde auf der Bank schmorte, brillierte der Italiener Asane Sow bereits in der ersten Hälfte mit einem Doppelpack (4./31. Minute).
Zan Celar erzielte nach der Pause früh das 3:0. Am Ende konnte auch Shaqiri noch jubeln. Kurz nach dem 1:3 stellte er den Dreitore-Vorsprung wieder her. Die Thuner zeigten immerhin Moral und verkürzten in der Nachspielzeit noch einmal auf 2:4.
Dreimal in Folge hatte der FCB zuletzt gegen einen amtierenden Meister verloren, nun reagierte er aber stark auf das 0:1 gegen Lausanne und kann in der Tabelle nach oben schauen. Der FC Thun wird sich nicht ganz überraschend nach der zweiten Klatsche in Folge nach hinten orientieren müssen. Die Berner Oberländer verloren zum 39. Mal (in 65 Spielen) gegen Basel. Gegen kein anderes Team haben sie in der Super League öfter verloren.
Basel - Thun 4:2 (2:0)
24'316 Zuschauer. - SR Cibelli.
Tore: 4. Asane Sow (Olaigbe) 1:0. 31. Asane Sow (Leroy) 2:0. 53. Celar (Asane Sow) 3:0. 73. Stewart (Gutbub) 3:1. 75. Shaqiri (Asane Sow) 4:1. 91. Labeau (Derbaci) 4:2.
Basel: Salvi; Tsunemoto, Daniliuc, Akpe, Cissé (89. Vouilloz); Leroy, Omeragic (89. Harder), Malachowski (60. Shaqiri); Asane Sow, Celar (75. Koloto), Olaigbe (60. Otele).
Thun: Steffen; Dähler, Bürgy, Bamert, Fehr (67. Heule); Reichmuth (54. Maier), Saiz, Zoukit (46. Roth), Derbaci; Stewart (74. Labeau), Lengen (46. Gutbub).
Verwarnungen: 38. Reichmuth, 61. Fehr, 88. Leroy, 92. Roth.
St.Gallen – Luzern 2:2
Luzern holt in der 3. Runde der Super League den ersten Punkt, St. Gallen gibt zum ersten Mal in der noch jungen Saison Zähler ab. Es ist ein verrücktes 2:2, das die Zuschauer in der Ostschweiz zu sehen bekommen.
Das Spiel hätte durchaus auch 4:4 oder 5:5 enden können. Beide Teams sündigten gleich mehrfach im Abschluss. Am Ende hatte St. Gallen das letzte Wort und kam durch Captain Lukas Görtler in der 11. Minute der Nachspielzeit vom Penaltypunkt zum Ausgleich.
Dass Luzern die Partie in der zweiten Halbzeit zwischenzeitlich gedreht und kurz vor dem erlösenden Sieg stand, hatte sich in der ersten Hälfte nicht abgezeichnet. St. Gallen war besser, scheiterte gleich dreimal an der Torumrandung oder dann am stark agierenden Simon Simoni. Ausgerechnet der neue Goalie der Luzerner stand dann jedoch am verdienten Führungstreffer für die Ostschweizer in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Der Albaner, der schon in den ersten zwei Spielen patzte, konnte eine harmlose Flanke nicht festhalten und legte den Ball Lukas Daschner vor die Füsse, der sich nicht zweimal bitten liess.
Besser als Simoni fügte sich bei den Innerschweizern ein anderer Neuzugang ein: Daniel Mikolajewski, der erst vor wenigen Tagen von Parma ausgeliehen wurde, kam nach der Pause zu seinem Debüt und brauchte nur wenige Sekunden, um den Spielstand auszugleichen. Die Luzerner, die nach dem Seitenwechsel deutlich zielstrebiger agierten, schienen nach dem späten Führungstreffer von Matteo Di Giusto (89.) auf der Siegerstrasse. Bis Jesper Löfgren tief in der Nachspielzeit ein Ball an den Oberarm sprang und Schiedsrichter Alessandro Dudic vom VAR ein Signal erhielt.
St.Gallen - Luzern 2:2 (1:0)
19'416 Zuschauer. - SR Dudic.
Tore: 45. Daschner 1:0. 46. Mikolajewski (Di Giusto) 1:1. 89. Di Giusto (Oehlers) 1:2. 101. Görtler (Penalty) 2:2.
St.Gallen: Zigi; Ruiz, Stanic (80. Kleine-Bekel), Okoroji; Vandermersch (55. Owusu), Görtler, Daschner (55. Hunziker), Frokaj (69. Fazliji), Stevanovic; Witzig (80. Konietzke), Balde.
Luzern: Simoni; Dorn, Bung Hua Freimann, Knezevic (83. Löfgren), Fernandes (46. Mikolajewski); Bertone, Lucas Ferreira (79. Zimmermann); Kabwit (79. Oehlers), Di Giusto, Ciganiks; Meyer (64. Toggenburger).
Verwarnungen: 14. Bertone, 22. Bung Hua Freimann, 29. Daschner, 38. Lucas Ferreira, 52. Frokaj, 59. Ciganiks, 94. Zimmermann, 97. Mikolajewski.
Sion – Vaduz 3:2
Vaduz steht auch nach der 3. Runde in der Super League noch ohne Punkte da. Der Aufsteiger unterliegt Sion trotz zweimaliger Führung 2:3.
Als immerhin der erste Punktgewinn nach dem Aufstieg in die Super League Tatsache schien, folgte für Vaduz der nächste Nackenschlag: Franck Surdez traf im Tourbillon in der 94. Minute zum umjubelten 3:2 für das Heimteam, das auf die Startniederlage gegen YB reagieren konnte und den zweiten Sieg in Folge schaffte.
Lange mühten sich die Walliser an den Liechtensteinern jedoch erfolglos ab. Zwar gelang ihnen nach frühem Rückstand (5.) der schnelle sowie sehenswerte Ausgleich durch Donat Rrudhani (21.). Doch die aufsässigen Vaduzer kamen durch Marcel Monsberger noch vor der Pause und entgegen dem Spielverlauf zur neuerlichen Führung.
Erst Joker Winsley Boteli schaffte kurz vor dem Ende den verdienten Ausgleich (83.). Und wie schon vor Wochenfrist gegen St. Gallen entglitt dem Team von Marc Schneider in der Schlussphase auch noch der eine Punkt.
Sion - Vaduz 3:2 (1:2)
7000 Zuschauer. - SR Qovanaj.
Tore: 5. Stark (Monsberger) 0:1. 21. Rrudhani 1:1. 36. Monsberger (Dalipi) 1:2. 83. Boteli (Marquinhos Cipriano) 2:2. 94. Surdez (Chouaref) 3:2.
Sion: Racioppi; Lavanchy, Sow, Kronig, Marquinhos Cipriano; Berdayes (56. Chouaref), Sylla (56. Kabacalman), Baltazar Costa, Rrudhani (67. Chipperfield); Nivokazi (56. Boteli), Lukembila (56. Surdez).
Vaduz: Schaffran; Hasler, Simani (75. Lang), Berisha, Sawadogo; Mack; Stark (54. Hammerich), Dalipi, Cabrera (75. Cocic); Monsberger, Sorgic (9. Djokic; 75. Kasper).
Verwarnungen: 8. Rrudhani, 10. Dalipi, 16. Sawadogo, 38. Kronig, 59. Mack, 74. Djokic. (abu/sda)
