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WM 2026: So verliefen die letzten Schweizer Auftaktspiele der Neuzeit

Switzerland's head coach Murat Yakin gives instructions to his players during a training session of the Swiss national soccer team at the SDJA in San Diego, California, USA, Tuesday, June 9, 2026 ...
Die Schweizer Nati bereitet sich auf den WM-Auftakt vor.Bild: keystone

Keine Niederlage und ein Sensationssieg: So liefen die Nati-Auftaktspiele in der Neuzeit

Heute Abend (21 Uhr) trifft die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft zum WM-Auftakt auf Katar. Seit der letzten Weltmeisterschaft, die in den USA stattfand, war die Schweiz sechsmal dabei – und verlor noch nie das erste Spiel.
13.06.2026, 18:1013.06.2026, 18:10

1994: Der legendäre Bregy-Freistoss

Als die Weltmeisterschaft 1994 erstmals in den USA stattfindet, kann sich die Schweiz nach 28 Jahren wieder für eine Fussball-WM qualifizieren und darf sogar das Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber bestreiten.

Im ausverkauften Pontiac Silverdome liegt die Temperatur bei weit über 40 Grad, auch wegen des geschlossenen Dachs. Vor 73'425 Zuschauern geht die Schweizer Nati in der 39. Minute nach einem Freistoss von Georges Bregy in Führung.

Als fünf Minuten später die USA aus ähnlicher Distanz zu einem Freistoss kommen, ist der damalige SRF-Experte Günter Netzer ein bisschen besorgt. «Hoffentlich haben die nicht so einen guten Schützen wie Bregy», sagt der Deutsche, wird aber direkt von Reporter Beni Thurnheer beruhigt: «Es gibt keinen Zweiten wie Bregy.» Long story short: Wenige Sekunden später schiesst US-Superstar Eric Wynalda den Ausgleichstreffer. Die Partie endet 1:1. Die Schweizer qualifizieren sich für den Achtelfinal, scheitern dort an Spanien.

2006: Unentschieden gegen den späteren Finalisten

Danach vergehen zwölf Jahre, bis die Schweizer Nati wieder auf der grössten Fussballbühne auftritt. Beim Turnier in Deutschland wartet zum Auftakt mit Frankreich gleich ein rechter Brocken. Die Schweiz geht zwar als Aussenseiter in die Partie, hält mit den Franzosen aber mehr als nur mit.

Alex Frei trifft bereits in der ersten Halbzeit nur den Pfosten. Schlussendlich endet die Partie 0:0, aber kurz vor Schluss war die Nati dem Sieg mehr als nur nahe. Nach einer Flanke könnte Blaise Nkufo frei zum Kopfball kommen, doch Frei lenkt den Ball kurz davor mit der Hand noch am Tor vorbei. «Ich gehe einfach ins Getümmel und dann trifft mich der Ball an der Hand. Es geht aber gar nicht darum, ich muss den einfach machen», analysiert der Schweizer Rekordtorschütze nach der Partie.

Nach Siegen gegen Togo und Südkorea qualifiziert sich das Team von Nati-Trainer Köbi Kuhn tatsächlich als Gruppensieger für den Achtelfinal. Nach torlosen 120 Minuten verliert die Schweiz nach einem blamablen Elfmeterschiessen gegen die Ukraine und scheidet ohne Gegentor aus.

2010: Sieg gegen den späteren Weltmeister

Vier Jahre später kann sich die Schweiz wieder für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Die Nati trifft ausgerechnet auf den amtierenden Europameister Spanien und ist zum WM-Auftakt erneut der klare Aussenseiter. In Südafrika zeigt die Schweiz eine kämpferische Leistung und Diego Benaglio im Tor hält überragend.

Die Schweiz hat kaum Chancen, doch in der 52. Minute schafft es die Nati in den Strafraum und nach einem kurzen Durcheinander stochert Gelson Fernandes den Ball über die Linie. Beim 1:0 bleibt es bis zum Schluss und ein ganzes Land steht daraufhin Kopf.

Die besten Szenen der Partie.

Dies aber nicht lange. Die restliche Gruppenphase läuft nicht nach Plan und nach einer Niederlage gegen Chile und einem Remis gegen Honduras endet das Turnier bereits in der Gruppenphase. Spanien dagegen fängt sich nach der Startniederlage und sichert sich den ersten WM-Titel.

2014: Drama in der Nachspielzeit

Zum Auftakt der WM 2014 kommt es bereits zum Schlüsselspiel der Vorrunde. Mit einem Sieg gegen Ecuador würde die Nati beim letzten Turnier mit Trainer Ottmar Hitzfeld bereits einen grossen Schritt in Richtung Achtelfinal machen.

Nach 22 Minuten ist Diego Benaglio aber zum ersten Mal geschlagen und Ecuador geht dank Enner Valencia in Führung. Kurz nach der Pause köpft der frisch eingewechselte Admir Mehmedi aber zum Ausgleich und es entwickelt sich zu einem Schlagabtausch. Beim 1:1 bleibt es bis zur 93. Minute – und dem grossen Auftritt von Valon Behrami.

Der Mittelfeldspieler erobert den Ball im eigenen Strafraum nach einer Grätsche und stürmt los, wird zwar gefoult, steht aber gleich wieder auf und nutzt den Vorteil, welchen der Schiedsrichter anzeigt, aus und zieht weiter. Nach der Mittellinie gibt Behrami das Spielgerät ab, Ricardo Rodriguez spielt den Ball perfekt in die Mitte und Haris Seferovic schiesst die Nati zum wichtigen Sieg.

Zwar verliert die Nati deutlich mit 2:5 gegen Frankreich, stösst aber nach einem 3:0-Erfolg gegen Honduras trotzdem in den Achtelfinal vor. In diesem scheitert die Nati auf dramatische Art und Weise an Argentinien.

2018: Nati ärgert Brasilien und Neymar

Die Weltmeisterschaft 2018 war aus Schweizer Sicht ein seltsames Turnier, geprägt vom Doppeladler-Vorfall. Einige Tage zuvor war aber noch Neymar das grosse Thema in der Schweiz. Denn die Nati traf im ersten Spiel auf Brasilien und ärgerte den Weltstar über 90 Minuten und es entstanden unvergessene Bilder.

Die Partie endete mit einem Unentschieden und SRF-Kommentator Sascha Ruefer sagte nach dem Spiel: «Die Schweiz gewinnt mit 1:1 gegen Brasilien.» Wie so oft endete die Weltmeisterschaft für die Nati aber im Achtelfinal nach einem ungenügenden Auftritt gegen Schweden.

2022: Embolo trifft gegen sein Geburtsland

Bei der Weltmeisterschaft in Katar kommt es für Breel Embolo zu einem emotionalen Auftaktspiel: Die Nati trifft auf sein Geburtsland Kamerun. «Alle Augen waren auf mich gerichtet. Während der Nationalhymne hatte ich Tränen in den Augen. Das hatte ich nicht einmal bei der Geburt meiner Kinder», sagt Embolo rückblickend und der Stürmer ist auch derjenige, welcher das erste und einzige Tor des Spiels erzielt.

Das Turnier ist für die Nati ein Auf und Ab. Nach einer knappen Niederlage gegen Brasilien gewinnen die Männer von Trainer Murat Yakin ein munteres Spiel gegen Serbien mit 3:2. Im Achtelfinal gehen die Schweizer aber gleich mit 1:6 gegen Portugal unter.

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