Sport
International

Nations League: Irland-Torwart Gavin Bazunu boykottiert Israel-Spiele

Southampton goalkeeper Gavin Bazunu saves at the feet of Manchester City's Erling Haaland during the English Premier League soccer match between Manchester City and Southampton at Etihad stadium  ...
Gavin Bazunu, hier mit einer Abwehraktion gegen Erling Braut Haaland von Manchester City, boykottiert die Spiele gegen Israel.Bild: keystone

Nations League: Irland-Torwart Bazunu boykottiert Israel-Spiele

Die Aufeinandertreffen mit der Mannschaft aus dem Nahen Osten lösten unter Irlands Nationalspielern Diskussionen aus – und erregten darüberhinaus Aufsehen. Nun stehen mehrere Entscheidungen fest.
27.09.2026, 04:0627.09.2026, 04:06
David Digili / t-online
Ein Artikel von
t-online

Debatte beendet: Die umstrittenen Nations-League-Spiele zwischen Irland und Israel sollen wie geplant stattfinden. Das teilte der irische Verbandspräsident David Courell am Samstag nach einer «90-minütigen Mannschaftssitzung» mit: «Es gab eine deutliche Mehrheit, die sich für eine Fortsetzung ausgesprochen hat. Der Verband hat die Entscheidung getroffen, diese Spiele auszutragen.» Allerdings entschied sich Irlands Torwart Gavin Bazunu dazu, nicht gegen Israel anzutreten.

Der Schlussmann teilte am Samstag mit, für die Spiele nicht zur Verfügung zu stehen. «Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht», schrieb der Torwart des englischen Zweitligisten Bolton Wanderers bei Instagram: «Ich fühle aber, dass es falsch wäre, an den Spielen gegen Israel teilzunehmen. Meine Entscheidung basiert rein auf meinem persönlichen Glauben daran, dass es falsch ist, unschuldige Menschen zu töten.»

Spiel eins steigt am Sonntag (20.45 Uhr) im ungarischen Debrecen, das Rückspiel am 4. Oktober ebenfalls auf neutralem Boden in Bačka Topola (Serbien). Wegen Israels militärischem Vorgehen im Gazastreifen als Reaktion auf den Überfall der Hamas hatte es in Irland im Vorfeld Forderungen nach einem Boykott gegeben. Der irische Verband FAI hatte bereits auf sein Ticketkontingent verzichtet.

«Dummheit, Ignoranz und Heuchelei»

Zuvor hatte sich Jason Knight als erster Spieler öffentlich gegen die Austragung am Sonntag ausgesprochen. «Ich denke nicht, dass die Partie stattfinden sollte, aber sie findet statt», sagte der Profi des englischen Zweitligisten Bristol City nach der 0:1-Niederlage Irlands gegen Kosovo. Coach Heimir Hallgrimsson hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, einige seiner Spieler fühlten sich unwohl dabei, die Spiele bestreiten zu müssen.

Seine kontroverse Aussage («Wir spielen nicht mit Völkermord, wir spielen gegen Völkermord. Wir spielen gegen Israel, wir spielen nicht mit Israel») hatte der Isländer später als «dumm» bezeichnet. Vom israelischen Verband gab es in den Sozialen Medien scharfe Kritik, Hallgrimsson habe «Dummheit, Ignoranz und Heuchelei» an den Tag gelegt.

epa12852242 Head coach Heimir Hallgrimsson of Ireland reacts during the FIFA World Cup 2026 European playoffs soccer match between Czechia and Ireland in Prague, Czechia, 26 March 2026. EPA/FILIP SING ...
Der isländische Coach der Iren Heimir Hallgrimsson hat seine eigenen Völkermord-Aussagen als «dumm» bezeichnet.Bild: keystone

Die Republik Irland gehört seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen im Oktober 2023 zu den europäischen Ländern, die besonders deutlich ihre Unterstützung für die Palästinenser zum Ausdruck gebracht haben. Israels Existenzrecht wird ausdrücklich betont, gleichzeitig hat Dublin 2024 den Staat Palästina offiziell anerkannt.

Verwendete Quellen:

  • Mit Material der Nachrichtenagentur SID
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Palästina
1 / 6
Palästina

Immer mehr westliche Staaten anerkennen Palästina als Staat.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Ed Sheeran äussert sich zum Gaza-Konflikt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Swiss Olympic muss sparen
Swiss Olympic muss sparen. Wie der «SonntagsBlick» in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, klafft beim nationalen olympischen Dachverband für das Jahr 2027 ein Finanzloch von fünf Millionen Franken. Auf der Geschäftsstelle müssten 1,7 Millionen Franken eingespart werden, das entspreche 6,6 Vollzeitstellen und erfordere drei Kündigungen, erklärte Swiss-Olympic-Sprecher Fabio Gramegna. Die Auswirkungen auf die geplante Schweizer Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2038 und die Förderbeiträge für die Sportverbände seien noch nicht absehbar. (sda)
Zur Story