Nach Geschlecht getrennter «Intifada-Bus»: Kontroverser Aufruf für deutsche Palästina-Demo
In der Düsseldorfer Innenstadt soll es am Samstagnachmittag zu einer grossangelegten Pro-Palästina-Demo kommen. Teilnehmende aus ganz Deutschland sowie aus dem nahen Ausland werden erwartet, wie die Bild berichtet. Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot im Einsatz, auch weil zwei Gegendemos geplant sind – es besteht die Befürchtung, dass es zu gegenseitiger Gewalt kommen könnte.
Mindestens Teile der Palästina-Demonstrierenden zeigen offen anti-israelische Positionen. Davon zeugt beispielsweise ein Flyer, mit dem eine Gruppe aus Berlin den Transport von Demonstrationswilligen nach Düsseldorf organisiert. Der entsprechende Bus wird als «Intifada-Bus» bezeichnet. Intifada ist Arabisch und bedeutet wörtlich «Aufstand» oder «Erhebung». Der Begriff wurde durch palästinensische Aufstände gegen die israelische Besetzung ab den Jahren 1987 und 2000 geprägt. Heute ist er mehr denn je politisch geprägt und umstritten und wird teilweise auch in antisemitischen Zusammenhängen verwendet.
Daneben sind weitere Elemente auf dem Werbeflyer kontrovers. So ist beispielsweise der Slogan «Ihr sagt Terroristen, wir sagen Widerstand» zu sehen. Ob sich dieser auf die Demonstrierenden oder auf die islamistische Organisation Hamas, welche den Gazastreifen autoritär kontrolliert, bezieht, ist nicht klar. Die Hamas wird von zahlreichen europäischen Staaten, auch von der Schweiz, als islamistische Terrororganisation eingestuft.
Für Irritation sorgt auch ein Hinweis zur Sitzordnung in dem Bus: Männer und Frauen sollen getrennt sitzen. Dies, um «für eine entspannte gemeinsame Fahrt» zu sorgen. Das weibliche Emoji ist dabei mit muslimischer Kopf- und Gesichtsbedeckung abgebildet.
Wer hinter dem Flyer steckt, ist nicht ganz klar. Instagram-Accounts auf dem Dokument verweisen auf Kanäle, die bereits in der Vergangenheit mit israelfeindlichen Parolen aufgefallen waren.
Polizei rechnet mit Gewalt
Düsseldorf erwartet am Samstag über 20'000 Demonstrierende bei insgesamt 15 Veranstaltungen. Wie ein Polizeisprecher gegenüber der «Bild» sagt, sind alleine bei der Pro-Palästina-Demo offiziell ca. 5000 Menschen angemeldet, es könne aber sein, dass es «deutlich mehr» würden. In der Vergangenheit kam es bei vergleichbaren Anlässen mehrfach zu Übergriffen, auch auf Polizeibeamte. Die Stimmung in Düsseldorf ist seit einem antisemitischen Angriff auf einen 35-jährigen Juden, der eine Kippa trug, am vergangenen Dienstag ohnehin bereits aufgeheizt.
(con)
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