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So erlebt Marc Gisin bei Stöckli die Zusammenarbeit mit Marco Odermatt

Der Leiter Rennsport von Stoeckli Ski, Marc Gisin anlaesslich einer Medienkonferenz des Skiherstellers Stoeckli im Hotel Terace in Engelberg am Freitag, 12. April 2024. (KEYSTONE/Urs Flueeler).
Marc Gisin war selbst im Weltcup unterwegs.Bild: keystone
Interview

«Odi verhält sich immer äusserst professionell. Aber er fordert auch sehr»

Marc Gisin stand im vergangenen Winter erstmals als Rennsportleiter von Stöckli an Marco Odermatts Seite. So hat der ehemalige Abfahrer aus Engelberg die Zusammenarbeit mit dem Skistar erlebt.
17.04.2024, 18:48
Rainer Sommerhalder / ch media
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Seit einem Jahr ist der ehemalige Weltcup-Abfahrer Marc Gisin Rennsportleiter der Schweizer Skifirma Stöckli. In der neuen Rolle, die auch auf Empfehlung von Marco Odermatt zustande kam, begleitet Gisin den Schweizer Skistar auch an viele Rennen.

Welche Erkenntnisse nehmen Sie nach dem ersten Jahr in der neuen Rolle mit?
Marc Gisin:
Es ist ein sehr spannender, oft auch herausfordernder Job. Man könnte von aussen denken, es laufe von alleine, wenn man einen Athleten wie Odi hat, der alles gewinnt. Aber das ist ein Trugschluss. Man muss tagtäglich dranbleiben – sei es bei der Entwicklung des Materials oder auch bei der Teambetreuung.​

Der Schweizer Skirennfahrer Marco Odermatt, links, und der CEO von Stoeckli Ski, Marc Glaeser, rechts, anlaesslich einer Medienkonferenz des Skiherstellers Stoeckli im Hotel Terace in Engelberg am Fre ...
Odermatt mit Stöckli-CEO Marc Gläsler.Bild: KEYSTONE

Welches Team?
Die Serviceleute, die mit Marco im Weltcup mitreisen oder zuhause in Malters ihre Arbeit machen. Ich habe gespürt, dass man den Winter hindurch im Team doch nicht immer so entspannt war. Das ist verständlich, denn auch auf diesen Personen lastet ein gewisser Druck und eine grosse Verantwortung. Deshalb war mein Job nicht immer so einfach, wie man sich das vielleicht aufgrund der Erfolgsstory vorstellt.

Was hat Sie überrascht?
Es war für mich teilweise ein Sprung ins kalte Wasser. Ich habe den Skisport und den ganzen Rennzirkus aus meinen zehn Jahren im Weltcup zwar gekannt, aber auf der anderen Seite des Zauns ergibt sich doch ein anderes Bild. Wenn man in die ganze Materialentwicklung hineinsieht, nimmt man die Prozesse doch ziemlich anders wahr. Überrascht hat mich die Leidenschaft, die das gesamte Unternehmen gegenüber dem Rennsport an den Tag legt. Ob in der Produktion oder im Marketing – man spürt, wie jede Person hinter dem Brand Stöckli und hinter dem Engagement im Rennsport steht. Und das oft seit vielen Jahren.​

Nachdem Sie zuvor Teamkollegen waren, stehen Sie nun in einer anderen Beziehung zu Marco Odermatt. Was haben Sie Neues von und über Marco entdeckt?
Nicht unbedingt Neues. Ich habe ihn kennengelernt, als er frisch in den Weltcup kam. Er hat sich sicher weiterentwickelt. Nun arbeite ich aus einer anderen Position mit ihm zusammen. Es geht darum, seine Inputs zum Material weiterzugeben und zu verarbeiten, um die verschiedenen Modelle zu entwickeln. Auch in diesem Bereich weiss Marco, was er will. Er gibt sehr konstruktive und klare Feedbacks. Er ist sehr angenehm im Umgang und verhält sich stets äusserst professionell. Aber Odi fordert auch sehr. Das spüren die Serviceleute bisweilen und sind dann vielleicht deswegen nicht immer ganz so entspannt, wie man das denken könnte (lacht).

Wie sieht denn eure persönliche Zusammenarbeit aus?
Den engsten und direktesten Austausch hat Marco mit seinen Serviceleuten Chris Lödler und Ivo Zihlmann. Ich sehe ihn ab und zu bei den Rennen oder melde mich telefonisch bei ihm, wenn es um eine spezifische Frage zum Material geht. Ich bin mehr in Kontakt mit den Serviceleuten und dann als Schnittstelle zum Entwicklungsteam. Ich koordiniere und kommuniziere zwischen den Leuten vor Ort und den Skientwicklern in der Schweiz.

Wo können Sie Marco konkret unterstützen?
Dass seine Inputs an der richtigen Stelle landen, die Entwicklung der Ski in die gewünschte Richtung gehen und die Modelle auch wirklich produziert werden. Auch bei der Frage, welche Skimodelle wann und in welcher Weise weiterentwickelt werden. Aber letztlich muss man punkto Einfluss auf Odi festhalten: Den Berg runter fährt er und niemand anders!​

Welche Lehren ziehen Sie aus dem ersten Jahr diesem neuen Job?
Es geht darum, das ganze Umfeld von Odi auf diesem Level halten zu wollen und zu können und sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen. Es gilt, beim Material immer wieder Details zu finden, die man verbessern kann. Wir reden hier schon fast vom Promillebereich, den es zu optimieren gilt. Wir haben gehört, dass Marco noch ein grosses Ziel hat – den Sieg in Kitzbühel. Ich als ehemaliger Abfahrer würde jetzt vielleicht noch Bormio nennen (lacht). Damit das gelingt, muss jedes Detail perfekt stimmen.

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