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epa08543027 (FILE) - General view of the Etihad Stadium before the UEFA Champions League soccer match between Manchester City and GNK Dinamo Zagreb in Manchester, Britain, 01 October 2019 (reissued 13 July 2020). The international Court of Arbitration for Sport (CAS) on 13 July 2020 lifted the two-year Champions League ban for English Premier League side Manchester City. Manchester City was banned by the UEFA from the Champions League for the two seasons for having broken financial fair play rules.  EPA/NIGEL RODDIS *** Local Caption *** 55513171

Für Manchester City heisst es auch in der Saison 2020/21: Champions League. Bild: keystone

Neue Zeugenaussagen und mangelnde Beweise – die Erklärung des CAS im Fall Manchester City



Vor rund zwei Wochen hat der internationale Sportgerichtshof (CAS) die zweijährige Europacup-Sperre gegen Manchester City aufgehoben und damit dem Einspruch des Klubs gegen die von der Europäischen Fussball-Union (UEFA) verhängte Sperre stattgegeben. Die verhängte Busse wurde zudem von 30 Millionen auf 10 Millionen Euro reduziert.

Von allen Seiten hagelte es anschliessend Kritik für den CAS und die milde Strafe gegen den englischen Scheich-Klub, der auch im kommenden Jahr in der Champions League antreten darf.

Nun hat der CAS seine 93-seitige Urteilsbegründung veröffentlicht. Darin heisst es, dass Manchester City die UEFA-Untersuchung betreffend der Verstösse gegen das Financial Fair Play (FFP) zwar eklatant missachtet habe – dies könne dem Klub aber nicht nachgewiesen werden. Es fehlten die stichhaltigen Beweise, heisst es. Deshalb könne nicht belegt werden, dass der Verein Gelder der Besitzer als Sponsoreneinnahmen getarnt habe.

Premier-League-Klubs wollten, dass City aus der CL fliegt

Mit der Urteilsbegründung des CAS wurde zudem bestätigt, was bereits geahnt wurde: Fast die halbe Premier League (Liverpool, Arsenal, Manchester United, Chelsea, Leicester, Burnley, Newcastle, Tottenham und Wolverhampton) wollte offenbar verhindern, dass der CAS die Champions-League-Sperre von Manchester City aufhebt.

Demnach unterzeichnete am 9. März unter anderem der FC Liverpool einen Brief an den CAS und bat darum, Citys Bitte um Begnadigung nicht nachzugeben.

Wäre Manchester City ausgeschlossen worden, hätten vor allem das 5.-platzierte Leicester City, welches den CL-Platz geerbt hätte und Wolverhampton (Rang 7), das in die Europa League nachgerutscht wäre, profitiert.

Bezüglich der vorgeworfenen Verschleierung von Eigenkapitalfinanzierung sei bei Manchester City kein schwerwiegender Verstoss festzustellen gewesen, heisst es. Auch hier mangelt es offenbar an Beweisen, dass der Wert der Einnahmen der emiratischen Sponsoren «Etisalat» und «Etihad Airways» absichtlich überhöht wurde, um die Bestimmungen des «FFP» zu erfüllen.

Bundesaussenminister Heiko Maas, SPD, trifft Scheich Mansoor Bin Zayed Al Nahyan, Stellvertretender Ministerpraesident und Minister fuer Praesidentschaftsangelegenheiten der Vereinigten Arabischen Emirate zu einem Gespraech in Berlin. 12.06.2019. Berlin Deutschland *** Federal Foreign Minister Heiko Maas, SPD, meets Sheikh Mansoor Bin Zayed Al Nahyan, Deputy Prime Minister and Minister for Presidency Affairs of the United Arab Emirates for talks in Berlin 12 06 2019 Berlin Germany PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xFelixxZahn/photothek.netx

City-Besitzer Scheich Mansour lieferte offenbar eine entscheidende Zeugenaussage. Bild: www.imago-images.de

Wie der CAS weiter erklärt, seien relevante Beweismittel von Manchester City erst im Berufungsverfahren geliefert worden. So hätten Zeugenaussagen von leitenden Angestellten oder vom Klub-Besitzer Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan schon das ursprüngliche Urteil der UEFA zugunsten von Manchester City beeinflussen können. Im Wortlaut heisst es: «Die angefochtene Entscheidung ist daher nicht per se falsch, sondern, zumindest bis zu einem gewissen Grad, eine Folge der Entscheidung von Manchester City, die relevantesten Beweise, die dem Verein zur Verfügung stehen, erst im vorliegenden Berufungsverfahren vor dem CAS vorzulegen.»

Als Erklärung, warum nicht mehr Beweismittel gesammelt wurden, schiebt der CAS den Ball zur UEFA weiter: Diese habe gedrängt, das Verfahren abzuschliessen, bevor die Champions-League-Saison 2020/21 beginne. (zap)

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • radical 29.07.2020 14:30
    Highlight Highlight Es ist nun einmal Fakt, an alle MC Hasser, keine wirklichen Beweise, also nicht schuldig. Was das Grösste ist, ist der Brief von Liverpool an die UEFA. Das zeugt von...wir wollen MC beseitigen, viel unsportlicher geht es nicht, das zeigen auch Kommentare von Klopp und Co.
    Akzeptiert die Urteilsbegründung, sucht Fehler bei sich selber oder der UEFA die nicht im Stande ist ein Verfahren richtig durch zu ziehen, professionell sind Amateure, denn hätten sie klare Beweise gefunden wäre MC schuldig, so nin aber nicht, gilt übrigens auch vorder richtigen Justiz.
  • Bratansauce 29.07.2020 14:14
    Highlight Highlight "Beiss niemals die Hand, die dich füttert."
    Darum gehts doch! Kohle, Kohle, Kohle...
  • Victor Paulsen 29.07.2020 12:39
    Highlight Highlight Schlusswort von dem Bericht:
    City hat zwar eine sehr "unfaire" bilanz, aber das ist auch durch die Korruptionsgelder zu stande gekommen, die uns gezahlt wurden😂
  • Stambuoch 29.07.2020 12:24
    Highlight Highlight Unter dem Strich wird kaum je ein richtig Grosser hart bestraft werden. Lieber bestraft man einen FC Sion mit aller Härte. Tut weder der UEFA noch den Sponsoren der UEFA-Wettbewerbe weh.
  • *sharky* 29.07.2020 11:15
    Highlight Highlight Bin überzeugt bei "Liverpool, Arsenal, Manchester United, Chelsea, Leicester, Burnley, Newcastle, Tottenham und Wolverhampton" ist alles und zwar absolut alles von A bis Z im grünen Bereich... oder wie ging das wieder, wer ohne Sünde ist, werfe den 1. Stein?!

    Die Rechnung wird dann hoffentlich nächste Saison auf dem Platz präsentiert, wenn dann auch ohne einen der aussergewöhnlichsten Mittelfeld-Magier, David Silva.

    Freue mich weiterhin auf Pep's Fussball, sowohl national als auch international. :)

    PS: und ja, Fussball ist ein Drecksgeschäft (geworden)
  • Bivio 29.07.2020 11:06
    Highlight Highlight Einfache Lösung. Die UEFA kann für Clubs eine eigene, Rechnungslegungspflicht einführen. Diese könnte so gestaltet werden, das sie diese Hintertürchenfinanzierung etc. verhindert. Damit würde es wesentlich schwieriger gegen das FFP zu verstossen.
    • c_meier 29.07.2020 12:22
      Highlight Highlight das wird eh nie geschehen, zuständig für FFP in der uefa ist ausgerechnet PSG-Boss Al-Khelaifi, der im uefa-Vorstand ist...
  • marchinon 29.07.2020 10:30
    Highlight Highlight Das ist ein Witz. Von den 4 grossen City-Sponsoren sind 2 unter Mansours Kontrolle (Etisalat, Aabar) und 2 staatlich (Etihad und Abu Dhabi Tourismus) und somit ebenfalls in den Händen seiner Familie.

    Die Verträge liegen zudem massiv über dem, was in der (teuren) Premier League bezahlt wird. Da braucht es keine eindeutigen Beweise sondern genügt der gesunde Menschenverstand und der Vergleich mit den Sponsoringeinnahmen der restlichen PL-Clubs.

    Die Begründung zeigt nur: man wollte City nicht härter bestrafen bzw. fügte sich der Macht der Scheichfamilie.
    • Spaten 29.07.2020 11:12
      Highlight Highlight Ich hätte in diesem Fall auch lieber eine andere Entscheidung gesehen.
      Trotzdem bin ich froh, dass unser Rechtssystem auf Beweisen basiert und nicht auf "
      gesundem"
      Menschenverstand von irgendwelchen Richtern mit einem anderen Verständnis von gesundem Menschenverstand…
    • marchinon 29.07.2020 12:45
      Highlight Highlight Ok, etwas dumm formuliert. Wenn aber alle anderen Clubs massiv tiefere Sponsorenverträge haben, ist das ja ein Indiz, dass etwas nicht stimmt.
      V.a. wenn man die Fanbase noch bedenkt, die bei City kleiner als etwa bei ManUnited, Chelsea oder Arsenal ist.
    • Spaten 29.07.2020 13:29
      Highlight Highlight Ich habe da die absolut gleiche Meinung wie du. Hier aber das CAS zu verteufeln das den Regeln folgt finde ich nicht korrekt.
      Die UEFA und die FIFA schlagen seit Jahren immer mehr Nägel in den Sarg des Fussballs, den ich mag.
      Sie stellen Regeln auf und setzen sie nicht konsequent durch, weil sie damit viel zu viel Geld verdienen.

      Die Fussballromantik ist leider tot.
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. 29.07.2020 10:14
    Highlight Highlight Was ist der Unterschied zwischen unserer Bundesanwaltschaft und dem CAS?

    Stimmt, Gianni hat seine Griffel bei beiden drin. Aber ich fragte nach dem Unterschied.

    Bei der Bundesanwaltschaft lässt man die Fälle verjähren trotz wasserdichter Beweise und beim CAS weigert man sich Beweise zu finden.

    Da die Araber es sehr gut mit Gianni können, wird der Gianni sicher, nach ein paar Treffen mit CAS - Mitgliedern, das richtige Urteil vorgespurt haben.
    • bokl 29.07.2020 10:26
      Highlight Highlight "... beim CAS weigert man sich Beweise zu finden …"

      Es ist auch nicht Aufgabe des Gerichts, Beweise zu finden. Es bewertet die vorliegenden Beweise / Aussagen. Da hat die UEFA zu wenig geliefert respektive ManCity taktisch clever gespielt und die "Entlastungszeugen" erst im letzten Moment präsentiert.
    • alles ist relativ 29.07.2020 11:31
      Highlight Highlight Was hat denn Infantino damit zu tun? Er ist bekanntlich Präsident der FIFA.
      Financial Fairplay hingegen ist ein Reglement der UEFA. Diese ist auch dafür zuständig, die Beweise zu liefern.
    • N. Y. P. 29.07.2020 14:10
      Highlight Highlight Da war ich wohl zu schnell. Das CAS bewertet, stimmt.

      Ich habe gelesen, dass Man City mangels Beweisen freigesprochen wird. Dass der Entlastungszeuge der Inhaber ist. Dass die UEFA, die für die CL verantwortlich ist, zuwenig Beweise geliefert hat. Dass reiche Araber im Spiel sind. Desweitern kann es der Gianni gut mit den Erdölarabern..

      Ein ungeniessbarer Brei.

      Wo Geld (FIFA, Man City) ist, gibt es Freisprüche, Verjährungen, zuwenig Beweise, etc. http://C
  • Zaungast 29.07.2020 09:56
    Highlight Highlight Spielt ihr eure Champions League, mich widert es nur noch an...
    • easy skanking 29.07.2020 11:31
      Highlight Highlight wenn dus streamst, umgehst du dessen finanzierung;)
    • Bratansauce 29.07.2020 14:15
      Highlight Highlight Das stimmt so nicht unbedingt. Die Werbung ziehst du dir ja trotzdem rein und ergo ist es für Sponsoren gar nicht so entscheidend, ob jemand für ein Spiel bezahlt oder nicht.
    • easy skanking 29.07.2020 15:09
      Highlight Highlight wenn du dich soo leicht von werbung blenden lässt, ist das irgendwie dein problem und nicht meins.. oder irre ich mich da?
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