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Lionel Messi zeigt auch Ronaldo, wie man abtreten sollte

June 14, 2026: Sylhet, Bangladesh- Children wearing Argentina football jerseys gesture toward a mural of Argentine football player Lionel Messi in Sylhet, Bangladesh, on June 14, 2026. Football suppor ...
Für 46 Millionen Argentinier ist er der Grösste – nun erhält Lionel Messi einen würdigen Abschied.Bild: www.imago-images.de
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Lionel Messi tritt ab, wie eine Ikone des Fussballs abtreten sollte

06.10.2026, 17:0506.10.2026, 17:05

Wenn man dieser Tage über den bevorstehenden Abschied von Lionel Messi im Freundschaftsspiel gegen Benin (Mittwoch, 1 Uhr Schweizer Zeit) schreibt, kommt man nicht umhin, den Vergleich zu Cristiano Ronaldo zu ziehen.

Der Portugiese und ewige Rivale Messis ist in der letzten Woche im Streit mit Trainer Jorge Jesus vorzeitig vom Nationalteam abgereist. Offiziell hat sich der 41-Jährige nicht zu den Gründen geäussert. Es wird gemutmasst, dass Jesus der Forderung nach einer öffentlichen Entschuldigung nicht Folge geleistet und dies zur Eskalation geführt hat.

Man kann darüber streiten, ob der Umgang mit ihm einem Rekordspieler und -torschützen auf Länderspielebene gerecht wird. Ob man einen Spieler wie Ronaldo tatsächlich eine halbe Stunde lang zum Aufwärmen schicken sollte, ohne ihn anschliessend einzuwechseln. Am Ende muss aber der Trainer im Sinne des Teams entscheiden und tun, was er für den grösstmöglichen Erfolg für richtig hält. Schlussendlich muss dieser auch den Kopf hinhalten, wenn es nicht läuft.

Ronaldo wirkt in dieser Geschichte wie ein bockiges Kind, das nicht bekommt, was es sich wünscht. Weil ihm auch im nächsten Spiel die Ersatzbank drohte, packte er seine Sachen und ging. Liess seine Kollegen im Stich, die ihm auch nach teils schwachen Leistungen während der für ihn und Portugal enttäuschenden WM stets die Stange hielten. Noch ist die Karriere des Stürmers im Nationaldress zwar nicht offiziell beendet, doch droht ein sehr unrühmliches Ende zwischen Cristiano Ronaldo und der Seleçao.

Wie man es besser macht, zeigen gerade ausgerechnet Lionel Messi und Argentinien, das sich während der Weltmeisterschaft nicht nur von seiner herzlichen Seite gezeigt hat.

Messi hat nach der Niederlage im WM-Final gegen Spanien seinen Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt. Es ist der perfekte Zeitpunkt dafür. An der Weltmeisterschaft in Nordamerika war er mit acht Toren und vier Assists noch die prägende Figur der Argentinier, bei der nächsten Ausgabe könnte er das mit 43 Jahren wohl kaum noch sein. So macht er den Weg nun endgültig frei für die nächste Generation, die zum Teil in den letzten Jahren schon von ihm lernen durfte.

Argentina's Lionel Messi (10) celebrates after scoring the opening goal during the World Cup Group J soccer match between Argentina and Algeria in Kansas City, Mo., Tuesday, June 16, 2026. (AP Ph ...
Selbst mit 39 Jahren war Lionel Messi auf der grössten Bühne im Weltfussball noch einer der Besten.Bild: keystone

In der Nacht auf den morgigen Mittwoch bekommt Messi nun sein grosses Abschiedsspiel. Knapp 85'000 Argentinierinnen und Argentinier werden ihren grossen Helden im Estadio Monumental in Buenos Aires feiern. Man lehnt sich wohl nicht weit aus dem Fenster, wenn man vorhersagt, dass dabei nur wenige Augen trocken bleiben werden.

Im Freundschaftsspiel gegen Benin wird Messi in einem Spezialtrikot auflaufen. Anstelle der drei Streifen von Ausrüster Adidas, bei dem auch der 39-Jährige unter Vertrag steht, wird Messis Logo auf der Brust prangen. Name und Nummer sind in Gold gehalten.

In einer Videohommage des argentinischen Verbands in den sozialen Medien wird die Geschichte erzählt «von einem Jungen aus Rosario, der unser Leben verändert hat». Und zwar nicht nur durch die 125 Tore in 207 Länderspielen, die magischen Freistösse, die beiden Titel an der Copa America oder den Triumph bei der Weltmeisterschaft. «Es gab etwas Grösseres», sagt der Erzähler und fragt: «Weisst du, weshalb du der Beste der Welt bist, Leo?»

«Weil du uns in diesen 22 Jahren im Nationalteam alle besser gemacht hast!» Messi sei stets ein Vorbild gewesen und habe alle Argentinierinnen und Argentinier in ihrem alltäglichen Leben neben dem Fussball beeinflusst. Sie zu besseren Eltern, Kindern, Partnern und Enkeln gemacht. «Du hast uns gezeigt, dass wir nie aufgeben sollten und es nie zu spät ist, um zu träumen! Danke, Leo!»

Die Worte sind natürlich in Pathos getränkt und auch etwas dick aufgetragen. Doch es zeigt eben, welchen Status Messi in Argentinien hat. Schon Diego Maradona wurde dort verehrt wie ein Gott und spätestens seit Lionel Messi die Albiceleste zum dritten Weltmeistertitel geführt hat auch er. La Pulga (zu Deutsch: der Floh) ist für die gut 46 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner eben der Grösste.

Wenn sich eine solche Ikone verabschiedet, kann man bei etwas zu viel Pathos auch einmal ein oder zwei Augen zudrücken. Als Fussballfan ist das auf jeden Fall deutlich schöner zu beobachten als das, was zwischen Cristiano Ronaldo und Portugal gerade geschieht.

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Vom Hobbit zum Hipster: Lionel Messi im Wandel der Zeit
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quelle: x00175 / © reuters photographer / reuter
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