Géraldine Di Tizio-Frey neu Europas Nummer 1 über 100 m – Kambundji verpasst EM-Limite
Stand heute reist die 29-Jährige als Europas Nummer 1 zu den kontinentalen Titelkämpfen Mitte August in Birmingham.
Die Pharmazeutin blieb damit in diesem Sommer bereits zum zweiten Mal unter 11 Sekunden. Bereits vor zwei Wochen hatte sie beim Meeting in Bulle als vierte Schweizerin über 100 m die 11-Sekunden-Marke unterboten. Am Samstag setzte sich die Zentralschweizerin in ihrem Trainingsstadion Letzigrund bei leichtem Rückenwind (0,5 m/s) vor Salomé Kora (11,09) und Natacha Kouni (11,15) durch.
Kein 100-m-EM-Start für Mujinga Kambundji
Das EM-Ticket über 100 m verpasste derweil Mujinga Kambundji. Die Bernerin blieb bereits in den Halbfinals in 11,53 Sekunden hängen. Bei der Rückkehr nach der Babypause durften von der Schweizer Sprint-Queen keine Wunder erwartet werden. Gleichwohl hatte sich Mujinga Kambundji im Letzigrund mehr erhofft, zumal sie in diesem Sommer bereits schneller gewesen war.
Angesichts der Leistungsdichte über 100 m der Frauen wurde diese Disziplin im Vorfeld der Schweizer Meisterschaften als Trials-Event definiert. Die Top 3 starten an der EM in Birmingham, die übrigen Saisonleistungen werden nicht berücksichtigt.
Die EM in Birmingham dürfte dennoch mit Mujinga Kambundji stattfinden. Als 200-m-Europameisterin von Rom 2024 verfügt sie in dieser Disziplin über einen persönlichen Startplatz. Das Management geht davon aus, dass die Mutter von Léon Mitte August wieder unter 23 Sekunden laufen kann.
Zwei Überraschungen
Ein Ausrufezeichen setzte auch William Reais, der mit dem Kambundji-Clan trainiert. In 10,16 Sekunden stellte er eine persönliche Bestzeit auf. Damit hielt er den 200-m-Europameister Timothé Mumenthaler (10,19) in Schach.
Auch im Speerwerfen der Frauen gab es eine Überraschung. Nicht Leonie Hügli, die den Schweizer Rekord in diesem Jahr in zwei Etappen auf 62,18 m verbessert hatte, gewann den Titel. Trotz starken 59,71 m wurde sie im letzten Versuch noch von Sabrina Boss übertroffen. Die Athletin der LV Thun warf den Speer auf 60,88 m und erfüllte damit die EM-Limite. (riz/sda)
