Siebenkämpferin Kälin fällt im Speerwurf zurück ++ Sprintstaffel der Frauen souverän
Nach der Führung im Weitsprung ist die 26-jährige Schweizerin im Siebenkampf nach dem Speerwurf auf den vierten Zwischenrang zurückgefallen. Eine Medaille scheint nun unwahrscheinlich.
Den Grundstein für ihre anfangs vielversprechende Ausgangslage hatte Kälin am Samstag im Weitsprung mit einem herausragenden Satz auf 6,81 Meter gelegt. Doch in der vorletzten Disziplin büsste sie entscheidend an Boden ein. Nach 41,84 Metern im zweiten Versuch des Speerwerfens benötigte sie im dritten Durchgang dringend eine Verbesserung, um ihre Medaillenchancen aufrechtzuerhalten. Diese blieb jedoch aus.
Der Kampf um Edelmetall rückt für die Bündnerin damit in weite Ferne. Vor dem abschliessenden 800-Meter-Lauf weist Kälin einen Rückstand von 34 Punkten auf die Podestplätze auf und muss sich nun in der ungewohnten Verfolgerrolle beweisen.
Frauen-Staffel souverän im Final, Männer out
Die Schweizer 4x100-Meter-Staffel der Frauen greift an der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham nach den Medaillen. Das Quartett um Géraldine Di Tizio-Frey, Ajla Del Ponte, Léonie Pointet und Salomé Kora qualifizierte sich souverän für den Final von heute Abend (22.48 Uhr). Mit der drittschnellsten Zeit aller Teams unterstrichen die Schweizerinnen ihre Ambitionen eindrücklich.
Die Männer-Staffel mit Timothé Mumenthaler, Daryl Bachmann, Felix Svensson und Jason Joseph erlebte derweil über dieselbe Distanz eine Enttäuschung. Um einen Hundertstel verpassten sie den Einzug ins Rennen um die Medaillen.
Weltrekord und spanische Festspiele im Gehen
Die Spanier Paul McGrath und Maria Perez haben bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham im Gehen über die Halbmarathon-Distanz triumphiert. Perez sorgte dabei für ein historisches Highlight: Sie krönte sich nicht nur zur Europameisterin, sondern stellte auch den ersten offiziellen Weltrekord über diese neue Meisterschaftsdistanz auf.
Bei nahezu optimalen Bedingungen um 15 Grad Celsius bewältigten die Athleten den hügeligen Rundkurs in der britischen Metropole. Maria Perez dominierte das Rennen der Frauen von Beginn an. Nach anfänglichem Gleichschritt mit der Italienerin Antonella Palmisano forcierte die Spanierin bei Kilometer 10 das Tempo und baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Die 20-Kilometer-Marke passierte sie in 1:25:30 Stunden und egalisierte damit ihren eigenen spanischen Rekord. Im Ziel stoppte die Uhr bei 1:30:06 Stunden.
Damit unterbot Perez die vom Weltverband für den Premiererekord geforderte Richtzeit von 1:30:30 um 24 Sekunden. Silber ging an die Italienerin Alexandrina Mihai (1:31:04), Bronze sicherte sich die Ukrainerin Lyudmyla Olyanovska (1:31:07). Für Perez, die bereits den Weltrekord über 35 Kilometer hält, ist es nach dem 20-Kilometer-Triumph von Berlin 2018 das zweite EM-Gold.
Bei den Männern sicherte sich Perez' Landsmann Paul McGrath in 1:23:23 Stunden den Titel und machte den spanischen Doppelerfolg über die Halbmarathon-Distanz perfekt.
Über die Marathondistanz der Männer feierte der Italiener Massimo Stano den Titel. Er sicherte sich in der Europarekordzeit von 2:56:49 Stunden die Goldmedaille. Der Spanier Miguel Ángel Lopez holte mit acht Sekunden Rückstand Silber (2:56:57), während der Franzose Aurelien Quinion das Podest als Dritter in 2:59:29 Stunden komplettierte.
Bei der EM in Birmingham werden die Wettbewerbe im Gehen erstmals auf der Halbmarathon- und Marathondistanz ausgetragen, welche seit dem 1. Januar 2026 offiziellen Meisterschaftsstatus geniessen. Doppelstarts sind anders als bei früheren Europameisterschaften nicht mehr möglich.
Nur Mityukov übersteht die EM-Vorläufe
Roman Mityukov ist der einzige Schweizer, der am Samstag an den Europameisterschaften in Paris die Vorläufe überstanden hat. Der Genfer qualifizierte sich über 100 m Rücken mit der zwölftschnellsten Zeit für die Halbfinals, die am Samstagabend ab 20.18 Uhr auf dem Programm stehen.
Nach seinem vierten Platz über 200 m Rücken, seiner Paradedisziplin, hat Mityukov mit dem Einzug in die Top 16 seine Pflicht erfüllt. Er schwamm eine Zeit von 53,78 Sekunden.
Flavio Bucca, der über 200 m Rücken ebenfalls im Final stand (8.), schaffte den Sprung in die Halbfinals hingegen nicht. Der Thurgauer verbesserte sich als 30. jedoch auf eine neue persönliche Bestleistung von 54,61.
Fanny Borer beendete die Vorläufe über 200 m Delfin in 2:14,88 Minuten auf dem 19. Rang. Der Waadtländerin, die sich gerade erst von einer Schulterverletzung erholt hat, fehlte eine Sekunde zur Qualifikation.
Ein schwieriger Morgen war es für die weiteren Vertreter von Swiss Aquatics. Die Crawl-Spezialisten verpassten über 50 m den Cut deutlich. Balint Ashton (22,87, 59.), Robin Yeboah (22,89, 60.) und der Waadtländer Tiago Behar (23,16, 68.) kamen nicht an ihre Bestzeiten heran.
Auch die 18-jährige Kay-Lyn Löhr blieb über 50 m Brust mit 32,45 Sekunden (37.) weit unter ihrer persönlichen Bestmarke. Dasselbe galt für Gian-Luca Gartmann, der über 200 m Lagen in 2:00,84 Minuten 24. wurde, und für die gemischte 4x200-m-Freistilstaffel (Tiago Behar, Marius Toscan, Gaia Rasmussen, Manon Richard), die in 7:51,25 den 10. Platz belegte. (sda)
