«Weiss nicht, was passiert ist» – Gold-Hoffnung Werro stürzt und steht trotzdem im Final
800 m Frauen
Audrey Werro darf weiter auf den EM-Titel hoffen. Allerdings wurde der Halbfinal am Donnerstagmittag für die 22-jährige Jahresschnellste zu einer unerwarteten Zitterpartie. In der Zielkurve stürzte Werro in Führung liegend, weil die Französin Anaïs Bourgoin mit der Hand Werros Fuss berührte:
«Ich weiss nicht, was passiert ist», sagte Werro im SRF. Körperlich gehe es ihr gut, meinte die Freiburgerin, die einige Schürfungen davontrug. Sie äusserte ihre Hoffnung, dank eines erfolgreichen Protests vielleicht doch noch im Final antreten zu können.
Rund vierzig Minuten nach dem Rennen tauchte in der Rangliste hinter Werros Name tatsächlich ein «qR» auf – sie qualifizierte sich dank eines Rekurses trotz des Sturzes für den Final. «Es waren sehr hektische Minuten», sagte Philipp Bandi, der Chef Leistungssport bei Swiss Athletics, gegenüber dem SRF. «Wir sind froh, dass Audrey im Final antreten kann.»
Die Entscheidung wird damit mit zehn Läuferinnen ausgetragen, denn auch die ebenfalls gestürzte Litauerin Gabija Galvydyte wurde von den Kampfrichtern befördert.
Hervorragend lief der Tag für Veronica Vancardo und Valentina Rosamilia. Vancardo schaffte den Final-Einzug dank Rang 3 in Werros Lauf, Rosamilia stürmte im anderen Halbfinal mit persönlicher Bestzeit von 1:58.16 und Rang 4 in den Final. Um die Medaillen über 800 m geht es für das Schweizer Trio morgen Freitag um 22.45 Uhr.
Zehnkampf
Zum Start in den zweiten Tag standen die 110 m Hürden auf dem Programm. Andrin Huber in 14.29 s und Nino Portmann in 14.45 s gelangen die zweit- und drittbeste Leistung aller Teilnehmer. Leon Krummenacher überquerte die Ziellinie nach 14.87 s.
Danach war die Reihe am Diskus. Huber schleuderte die Scheibe unter Druck mit dem letzten Versuch auf 43.39 m. Portmann kam 41.13 m weit und Krummenacher 43.34 m.
Überlegen in Führung liegt nach den ersten sieben Disziplinen der Weltmeister, Leo Neugebauer aus Deutschland. Huber und Portmann belegen die Zwischenränge 10 und 11, Krummenacher ist 21.
Ebenfalls noch am Nachmittag findet der Stabhochsprung statt. Am Abend beschliessen der Speerwurf und der 1500-m-Lauf den Zehnkampf.
200 m Männer
Europameister Timothé Mumenthaler und der EM-Dritte William Reais waren für die Halbfinals (heute 21.05 Uhr) gesetzt. Mit Felix Svensson blieb der dritte Schweizer Teilnehmer in der Vorrunde hängen. Mit 21.33 s bei starkem Gegenwind fehlten dem 29-Jährigen drei Zehntel zum Weiterkommen.
Speerwurf Männer
Für Simon Wieland und Franck di Sanza ging der Speerwurf-Wettkampf nach drei Versuchen zu Ende gegangen. Den beiden Schweizern fehlte einiges, um sich einen der zwölf Plätze im Final zu sichern.
Wieland erzielte seine beste Weite erst zum Abschluss. Der Berner kam auf 76,05 m. Damit fehlten ihm rund 3 m auf die für den Final nötige Leistung. Im bisherigen Saisonverlauf hatte Wieland den Speer bereits über 80 m geworfen. Di Sanza musste sich mit 72,61 m begnügen. Der 26-Jährige blieb damit auch in Birmingham unter der 80-m-Grenze, die er in seiner bisherigen Karriere noch nie übertroffen hatte.
3000 m Steeple Männer
Der Kampf um die Medaillen wird ohne Schweizer Beteiligung über die Bühne gehen. Für Aarno Liebl und Camilo Irarragorri ist nach dem Vorlauf Feierabend. (ram/sda)
