Vaduz verklopft GC – Thun wankt nach 4:1-Führung in St.Gallen, aber fällt nicht
Vaduz – GC 5:2
Das Duell der beiden einzigen noch sieglosen Mannschaften der Super League geht an den Aufsteiger. Vaduz schlägt die Grasshoppers daheim mit 5:2. «Der letzte Eindruck bleibt und der war absolut nicht gut», sagte GC-Trainer Peter Zeidler bei «Blue». Er appellierte an die Geduld mit den neuen Spielern, die noch Zeit benötigen würden, «aber natürlich weiss ich, dass wir diese Zeit nicht haben».
Bisher hatte sich der FC Vaduz für gute Offensivleistungen seit der Rückkehr in die Super League nicht belohnen können: Den vielen eigenen Treffern standen zu viele Gegentore gegenüber. Auch die Grasshoppers konnten zweimal treffen. In der ersten Halbzeit gelangen ihnen jeweils Reaktionen auf die Rückstände: durch Lee Young-Jun (35.) auf das 1:0 von Lutfi Dalipi und durch Nikolas Muci (45.) auf das 2:1 von Dominik Schwizer.
Nach der Pause zog Vaduz aber davon. Schwizer mittels Penalty und Juan Cabrera trafen innerhalb von knapp vier Minuten (55. und 58.). Der Deutsche Cabrera erhöhte zu Beginn der Startviertelstunde noch auf 5:2 und war zusammen mit Schwizer und Dalipi einer von drei Vaduzern mit mehreren Skorerpunkten. Dalipi, die junge YB-Leihgabe, war am 4:2 und 5:2 als Assistgeber beteiligt.
Während der Sieg für Vaduz ein kleiner Befreiungsschlag ist, drängt die Zeit bei den Grasshoppers. Die nächste Chance auf drei Punkte hat das Team von Peter Zeidler am Mittwoch daheim gegen St.Gallen.
Vaduz – Grasshoppers 5:2 (2:2)
4426 Zuschauer. - SR Berchier.
Tore: 12. Dalipi 1:0. 35. Lee Young-Jun (Muci) 1:1. 43. Schwizer (Hasler) 2:1. 45. Muci (Abrashi) 2:2. 55. Schwizer (Penalty) 3:2. 58. Cabrera (Dalipi) 4:2. 76. Cabrera (Dalipi) 5:2.
Vaduz: Schaffran; Hasler, Simani, Berisha, Schwizer; Mack (82. Walker); Stark (85. Beeli), Cocic (82. Hammerich), Cabrera; Monsberger (77. Kasper), Dalipi (85. Eberhard).
Grasshoppers: Hammel; Stroscio, Pllana, Mikulic, Rissi; Guibelalde (71. Marques); Meyer (15. Clemente), Abrashi (59. Sahin), Krasniqi; Lee Young-Jun (59. Bengondo), Muci (46. Plange).
Bemerkungen: Verwarnungen: 20. Stark, 53. Hammel, 79. Cabrera.
St.Gallen – Thun 3:4
Dem FC St.Gallen misslang im vierten Spiel, was in den ersten drei gelungen war: nach einem Rückstand zu punkten. Gegen Thun verloren die Ostschweizer mit 3:4.
Nach vielen Rotationen und zahlreichen Transfers in den letzten Wochen könnte jetzt etwas Ruhe beim FC Thun einkehren. Die Berner Oberländer zeigten in St.Gallen, dass sie immer noch in der Lage sind, den aggressiven, direkten Fussball zu spielen, der im letzten Fussballjahr so erfolgreich war. Mit acht Spielern aus der Meistermannschaft in der Startformation beeindruckte Thun eine Stunde lang.
Nach dem frühen 1:0 durch Brighton Labeau hatten die Gäste den Match lange Zeit gut im Griff. Nils Reichmuth gelang mit einem Sonntagsschuss eine Minute nach der Pause der zweite Thuner Treffer. Das erste Aufbegehren der St.Galler, die fast umgehend nach dem 0:2 den Anschlusstreffer durch Leon Frokaj erzielten, beantworteten die Gäste mit einem Doppelschlag: Doppeltorschütze Labeau mit überlegtem Abschluss (53.) und Furkan Dursun mit einem Schuss durch die Beine von FCSG-Goalie Lawrence Ati Zigi (58.) erhöhten auf 4:1.
Der FC St.Gallen gab sich auch mit drei Toren im Hintertreffen nicht geschlagen. Nevio Scherrer und Lukas Daschner verkürzten in der Schlussviertelstunde auf 3:4. Mit Punkten wurde die Temposteigerung der Ostschweizer diesmal allerdings nicht belohnt.
St.Gallen – Thun 3:4 (0:1)
18'100 Zuschauer. - SR Piccolo.
Tore: 9. Labeau 0:1. 46. Reichmuth (Dursun) 0:2. 48. Frokaj (Balde) 1:2. 52. Labeau (Dursun) 1:3. 58. Dursun (Saiz) 1:4. 75. Scherrer (Okoroji) 2:4. 90. Daschner (Owusu) 3:4.
St.Gallen: Zigi; Okoroji, Ruiz, Stanic (67. Kleine-Bekel); Stevanovic (67. Owusu); Vandermersch (79. Konietzke), Görtler, Daschner, Witzig (67. Scherrer); Besio (46. Frokaj), Balde.
Thun: Steffen; Fehr, Bamert, Bürgy, Bürki (79. Passavant); Reichmuth (72. Maier), Saiz, Roth (79. Käit), Strannegård; Labeau (72. Braschi), Dursun (61. Lengen).
Bemerkungen: Verwarnungen: 42. Strannegård, 45. Steffen, 51. Görtler, 74. Vandermersch.
Sion – Lugano 1:2
Der FC Lugano bleibt auch nach dem vierten Spiel in der laufenden Super-League-Saison ohne Punktverlust. Joker Beckham Castro trifft in Sion zum glückhaften 2:1-Sieg.
Seit Mitte Oktober und 16 Spielen hatte der FC Sion daheim in der Meisterschaft nicht mehr verloren. Dass diese eindrückliche Serie am Sonntagnachmittag ein Ende nahm, war nicht zwingend, sondern aus Walliser Sicht ärgerlich. Die Sittener zeigten eine starke Partie und waren nach dem frühen Gegentor die bessere, spielbestimmende Mannschaft. Serientorschütze Winsley Boteli glich in der 55. Minute nach einer herrlichen Ballstafette im gegnerischen Sechzehner verdient aus. Der Schweizer U21-Nationalspieler steht in dieser Saison – alle Wettbewerbe mitgezählt – bereits bei zehn Toren.
Der FC Lugano benötigte einiges Glück, um die bestenfalls solide Leistung im Tourbillon in drei Punkte umzumünzen. Sions Keeper Anthony Racioppi leistete sich in der 79. Minute einen fatalen Fehlgriff und lenkte den harmlosen Schuss des vier Minuten zuvor eingewechselten Beckham Castro ins eigene Tor. Damit war er zum zweiten Mal geschlagen. Den ersten Treffer Luganos hatte der junge Honduraner Dereck Moncada nach gut zwei Minuten per Kopf erzielt.
Sion – Lugano 1:2 (0:1)
8000 Zuschauer. - SR Wolfensberger.
Tore: 3. Moncada (Grgic) 0:1. 55. Boteli (Baltazar Costa) 1:1. 79. Castro (Kendouci) 1:2.
Sion: Racioppi; Lavanchy, Sow, Kronig, Marquinhos Cipriano; Kabacalman; Berdayes (77. Kololli), Sylla (68. Lukembila), Baltazar Costa, Rrudhani (69. Nivokazi); Boteli (77. Chipperfield).
Lugano: Von Ballmoos; Bichsel, Papadopoulos, Mai (78. Kelvin); Grgic; Zanotti (75. Karimov), Kendouci, Daniel Dos Santos (46. Bislimi), Cimignani; Moncada (46. Steffen), Pihlström (75. Castro).
Bemerkungen: Verwarnungen: 28. Zanotti, 87. Bislimi, 91. Karimov. (ram/sda)
